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Altach nach Deja-vu-Erlebnis wieder obenauf

Louis Ngwat-Mahop hat es schon wieder getan. Wie schon vor zwei Wochen auswärts gegen den SV Mattersburg bescherte der Kameruner dem SCR Altach am Samstag praktisch in der letzten Sekunde einen 2:1-Sieg. Dank dem glücklichen, aber verdienten Erfolg gegen den Wolfsberger AC haben die Vorarlberger den Winterkönig weiter im Visier. Mattersburg ist die Rote Laterne vorerst los.

Altach nach Deja-vu-Erlebnis wieder obenauf SN/APA/DIETMAR STIPLOVSEK
Altach gewann quasi in letzter Sekunde.

"Wir freuen uns natürlich riesig über den Last-Minute-Sieg. Die Mannschaft hat es sich verdient, die drei Punkte einzufahren, auch wenn es sehr schwer war", zeigte sich Altach-Interimstrainer Werner Grabherr stolz. Sein Team überholte zumindest bis Sonntag Sturm Graz und rückte wieder auf Platz eins der Tabelle vor. Den "Last-Minute"-Torschützen lobte er explizit: "Der Louis hat ein Näschen dafür, er weiß, wo er stehen muss."

Ngwat-Mahop, der in seiner Karriere vor der Saison 2015/16 hauptsächlich als Stürmer agierte, fackelte nicht lange, als er den Ball in der 95. Minute einschussbereit serviert bekam. "Wir haben von Anfang an versucht, dass die drei Punkte hierbleiben, und wenn das am Ende klappt, dann ist es super", freute sich der 29-Jährige.

Für Benedikt Zech war es ein besonders emotionales Spiel. Der Innenverteidiger brockte Altach mit seiner missglückten Rückgabe den 0:1-Rückstand ein. "Wenn ich den Fehler nicht mache, dann hat der WAC keine einzige Torchance. Wir hatten die Partie klar im Griff, dann passiert mir das", haderte der 26-Jährige unmittelbar nach dem Abpfiff mit seiner Aktion.

Zech ließ sich jedoch nicht hängen und hatte bei beiden Toren seine Beine im Spiel. Erst spielte er den Ball vor dem Ausgleich zu Boris Prokopic, den Siegtreffer leitete er mit einem Out-Einwurf ein. Bitter war für die Kärntner im Nachhinein die Erkenntnis, dass Zech - wie TV-Zeitlupen nachträglich belegten - dabei nicht beide Beine auf dem Boden hatte, als der Ball seine Hände verließ.

Nichtsdestotrotz blieb Altach auch im zehnten Heimspiel in der Cashpoint-Arena ungeschlagen. Am Sonntag in einer Woche kommt es ebendort zur Rückkehr von Langzeit-Trainer Damir Canadi, der als Rapid-Chefcoach erstmals im Ländle gastiert. "Wir freuen uns riesig, er hat in den letzten vier Jahren Großartiges hier geschaffen und wir sind die, die es im Moment ernten. Die einzige Frage ist, ob er auf der richtigen Ersatzbank sitzt", erklärte Grabherr, der wieder ins zweite Glied rückt, sobald Altach-Sportdirektor Georg Zellhofer einen neuen Trainer gefunden hat.

Erleichterung pur wurde am Samstag im östlichsten Bundesliga-Standort Mattersburg greifbar, da die Heimischen den dritten Sieg in dieser Saison unter Dach und Fach brachten. Der 2:0 -Erfolg gegen Admira Wacker, der zumindest vorläufig Platz neun bedeutete, kam relativ glücklich zustande, da die Gäste mehr Spielanteile hatten und sich auch nach vorne insgesamt konkreter präsentierten. Torhüter Andreas Leitner und Abwehrspieler Fabio Strauss legten dem Mattersburger Florian Templ das zweite Tor quasi auf.

"Das war ein Sieg der Leidenschaft - schade, dass es auf unsere Kosten war", sagte der Südstädter Trainer Oliver Lederer. "Wir haben heute ein kurioses Gegentor bekommen, trotzdem hatten wir einige Konter und hätten gewinnen können. Wir waren die klar bessere Mannschaft."

Sein Gegenüber Ivica Vastic sprach von einem Arbeitssieg. Dass das Spielglück "auf unserer Seite" war, wollte der - schenkt man den Gerüchten Glauben - intern bereits angezählte Cheftrainer aber nicht verschweigen. "Wir haben heute einfach gespielt, kein Tiqui-taca. Diese drei Punkte sind extrem wichtig", brachte es 1:0-Torschütze Fran auf den Punkt.

Dass bei der Admira demnächst ein Trainerwechsel ins Haus steht, erscheint nur bedingt realistisch. Doch wie Admira-Sportdirektor Ernst Baumeister im Sky-Interview erklärte, hat es eine erste telefonische Anfrage von Zellhofer gegeben. Der Altach-Sportchef holte sich offiziell die Erlaubnis ein, mit Lederer zu reden. "Ich gehe aber davon aus, dass er bei uns bleibt, und wir wollen ihn auch nicht hergeben", meinte Baumeister. "Ich bin sehr glücklich bei der Admira", sagte Lederer selbst.

Quelle: APA

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