Fußball

Austria-Keeper Robert Almer stellt sich auf "langen Weg zurück" ein

Am Tag danach ist Robert Almer die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben gestanden. "Es ist ein Gefühl, wie wenn ein Messer ins Knie fährt."

Das habe er bei seiner folgenschweren Aktion in der 22. Minute des Europa-League-Spiels bei der AS Roma gespürt, berichtete der Austria-Torhüter vor dem Abflug aus Rom. Sein Kreuzband ist gerissen, die Zwangspause wird zumindest sechs Monate betragen.

"Das ist die schwerste Verletzung meiner bisherigen Karriere", sagte Almer, der den Heimflug nach Wien Freitagmittag mit Krücken antrat. "Es wird ein langer Weg zurück." In Österreich sollte es für Österreichs Teamkeeper gleich zu einer genauen Untersuchung der Verletzung weitergehen. Fix sei, dass das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen ist. Auch das Innenband scheint nach einer ersten Diagnose teilweise eingerissen.

"Je nachdem was kaputt ist, sind es aber zumindest sechs Monate Pause", meinte Almer. Auf die Spekulationen über ein vorzeitiges Karriereende angesprochen winkte der 32-Jährige ab. "Aufgrund dessen, dass ich in meiner Karriere immer wieder Verletzungen hatte, weiß ich, was jetzt wartet. Aber ich weiß, dass ich immer wieder den Weg zurück geschafft habe." So alt sei er insbesondere für einen Torhüter auch noch nicht, scherzte der Steirer.

"Der Oktober ist offenbar nicht mein Monat", nahm Almer sein Unglück mit einer Prise Humor. Am 25. Oktober des Vorjahres zog sich der Torhüter im Derby gegen Rapid bei einem Zweikampf einen Teilabriss des Kreuzbands zu, fehlte danach vier Monate und schaffte noch den Sprung zur EM-Endrunde. "Ich kenne das schon genau. Ziemlich genau vor einem Jahr ist es links passiert, jetzt rechts in meinem eigentlich guten Knie. Es ist bitter, aber es geht weiter", sagte Almer nun.

Sein Vertrag bei der Austria verlängerte sich aufgrund einer Option zuletzt bis 2018. Die Austria wird den langjährigen Torhüter laut Vorstand Markus Kraetschmer jedenfalls sicher nicht fallen lassen. Einser-Schlussmann ist somit wieder Osman Hadzikic. Der 20-Jährige vertrat Almer bereits zu Saisonbeginn kurzfristig. Zweiter Goalie ist mit dem 19-jährigen Patrick Pentz ebenfalls ein Talent aus der eigenen Akademie.

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller zeigte sich betrübt über die Verletzung Almers. "Die schwere Verletzung von Robert ist sehr bitter für ihn und natürlich auch für uns. Er muss jetzt Ruhe bewahren und nach der Operation konsequent dranbleiben. Ich bin überzeugt, dass er diese schwere Zeit gut meistern wird und wünsche ihm eine gute wie schnellstmögliche Genesung", wurde Koller am Freitag in einer ÖFB-Aussendung zitiert.

Almer fehlt dem Nationalteam am 12. November in der WM-Qualifikation gegen Irland und drei Tage später ebenfalls in Wien im Testmatch gegen die Slowakei. Außerdem verpasst der Steirer wohl auch das WM-Quali-Heimspiel 24. März gegen die Republik Moldau sowie das Länderspiel vier Tage darauf gegen Finnland. Sein wahrscheinlicher Ersatzmann ist Leverkusen-Reservist Ramazan Özcan.

Quelle: APA

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