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Austria spielt gegen Pilsen um "tolle Ausgangsposition"

Austria Wien schreitet am Donnerstag (21.05 Uhr/live Sky) am zweiten Spieltag der Europa League als Gruppe-E-Tabellenführer zur Tat. Nach dem 3:2-Auftakterfolg bei Astra Giurgiu wollen die "Veilchen" im Happel-Stadion gegen den tschechischen Fußballmeister Viktoria Pilsen die Basis für den Aufstieg die K.o.-Phase legen. "Das wär' natürlich eine tolle Ausgangsposition", sagte Trainer Thorsten Fink.

Austria spielt gegen Pilsen um "tolle Ausgangsposition" SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Trainer Thorsten Fink ist zuversichtlich.

Für die Austria ist das Match der erste Heimauftritt in einer Europa-League-Gruppenphase seit mehr als 56 Monaten. Am 15. Dezember 2011 gewannen die Violetten in der Generali Arena gegen Malmö FF mit 2:0. Damals schaffte es die Austria nicht aus der Gruppe - heuer stehen die Chancen nicht schlecht, erstmals seit der Saison 2004/05 im Europacup zu überwintern. Fink scheute sich jedenfalls nicht davor, das Wunschszenario anzusprechen.

"Ich gehe davon aus dass Pilsen eine Mannschaft ist, die wir schlagen müssen, um weiterzukommen", betonte er. "In der Europa League sind wir bekanntlich sehr stark. Von da her bin ich sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen können." Kapitän Robert Almer freute sich auf die schwierige Aufgabe. "Es ist eines von mindestens sechs besonderen Spielen. Es muss aber wie schon zuvor alles zusammenpassen", sagte der Torhüter.

Pilsen arbeite "mit einfachen, aber sehr guten Mitteln", erklärte Fink. Das habe auch die AS Roma beim 1:1 vor zwei Wochen erfahren müssen. Im Stadion habe er den Gegner aus Zeitgründen nicht beobachten können, gab der Deutsche zu Protokoll. Er sei mit dem Fußball in Österreichs Nachbarland aber vertraut. "Ich verfolge die tschechische Liga schon lange, da ich einmal mit Sparta Prag verhandelt habe", erläuterte Fink, der den wegen einer Roten Karten gesperrten Lukas Rotpuller in der Innenverteidigung ersetzen muss und sich dabei wohl zwischen Tarkan Serbest und Patrizio Stronati entscheiden wird.

Mit Viktoria Pilsen landete am Mittwoch der erfolgreichste tschechische Club der jüngeren Vergangenheit in Wien. Der Club aus der viertgrößten Stadt des Landes, der beispielsweise Pavel Nedved und Petr Cech ausbildete, legte nach dem Jahrtausendwechsel das Image als Fahrstuhlmannschaft ab. Von 2010/11 bis 2015/16 gewann Pilsen vier Titel und war ununterbrochen im Europacup vertreten. 2011/12 und 2013/14 spielte man in der Gruppenphase der Champions League, in der Europa League erreichte das Team zweimal das Achtelfinale (2012/13, 2013/14). Aktuell belegt man in der tschechischen Meisterschaft mit einem Punkt Rückstand auf Leader Zlin den dritten Platz.

Viktoria Pilsen tritt gegen Austria Wien fast in Bestbesetzung an. Zuletzt angeschlagene Spieler wie Jan Kopic oder Jakub Hromada seien wieder einsatzbereit, bestätigte Trainer Roman Pivarnik am Mittwoch in Wien. Ob es dadurch zu Änderungen in der Aufstellung kommt, ist fraglich. "Da im letzten Monat alles gut gelaufen ist, ist es nicht unbedingt notwendig, dass wir viel wechseln", sagte Pivarnik.

Es gebe noch ein, zwei Fragezeichen, ansonsten habe er seine Formation im Kopf. "Wir wollen auf jeden Fall viel Ballbesitz haben. Aber Austria ist auch ein sehr dominantes Team", erklärte der frühere Rapid-Legionär zum Matchplan. Die Schwächen der Wiener in der Verteidigung seien Pivarnik nicht entgangen, "aber sie schießen dafür selber immer Tore".

Für Pilsen-Abwehrchef Roman Hubnik gibt es vor dem Duell keinen Favoriten. Dass seine Mannschaft schon seit zehn Spielen in einem internationalen Bewerbspiel auf einen Sieg wartet, sei mental keine Belastung. "Jedes Spiel ist anders. Wir müssen es morgen einfach besser machen", meinte der ehemalige Profi von Hertha BSC. Die 2:3-EL-Niederlage gegen Rapid am 22. Oktober 2015 im Ernst-Happel-Stadion sei innerhalb des Teams kein Thema. "Es ist jetzt ein völlig anderes Match. Das spielt keine Rolle mehr", bekräftigte Hubnik.

In der vergangenen Saison kassierten die Tschechen allerdings zwei Niederlagen gegen einen österreichischen Verein. Gegen Rapid Wien unterlag Pilsen 2:3 auswärts und 1:2 vor eigenem Publikum, wobei Philipp Schobersberger mit seinem kuriosen "Stolpertor" für Aufsehen sorgte. Überhaupt ist die jüngste Bilanz der Tschechen in europäischen Bewerben negativ, wartet man doch schon seit zehn Spielen auf einen vollen Erfolg (fünf Unentschieden, fünf Niederlagen).

Aktueller Trainer der Westböhmen ist seit Juli Roman Pivarnik, der 1996 als Spieler mit Rapid österreichischer Meister war sowie bis ins Finale des Cupsieger-Bewerbs vorstieß. Der gebürtige Slowake muss einen Generationenwechsel vollziehen. "Wir haben viele Spieler über 30 Jahre. Jetzt schauen wir, dass wir mehr Junge einbauen", sagte der 49-Jährige.

Kapitän Roman Hubnik, David Limbersky, Torhüter Matus Kozacik (alle 32) und Stürmer Marek Bakos (33) sind aber immer noch wichtige Leistungsträger, auf die Pivarnik nicht verzichten kann. Die Mittelfeldspieler Jan Kopic und Tomas Horava zählen zum erweiterten Stamm der tschechischen Nationalmannschaft. Der frisurtechnisch auffällige Linksfuß Martin Zeman spielte in der Saison 2011/12 bei Admira Wacker mit dem verletzten Austria-Verteidiger Richard Windbichler in einer Mannschaft.

Pivarnik vertraute auf die Auswärtsstärke - alle vier bisherigen Meisterschaftsspiele in der Fremde hat Viktoria für sich entschieden - seines Teams. "Wir sind in der Meisterschaft sehr gut auswärts. Ich hoffe, dass wir auch bei der Austria mindestens einen Punkt holen", betonte der Ex-Rapidler. "Der Favorit in unserer Gruppe ist AS Roma. Wir sind drei andere Mannschaften, da sind die Chancen circa gleich", ergänzte er.

Bis Mittwochmittag waren laut Austria-Angaben 13.500 Karten für das Spiel verkauft. Ab Donnerstag sind Einzel-Tickets auch direkt an den Kassen beim Happel-Stadion erhältlich. Dreier-Abo-Karten gibt es ebenfalls noch. "20.000 wären eine tolle Marke", sagte Fink, "aber auch wenn es über 15.000 sind, wäre das schon sehr gut."

Quelle: APA

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