Fußball

Borussia Dortmund wird zum Chaosclub

Schwache Ergebnisse und die eigenen Fans bringen den BVB vor dem Champions-League-Duell mit Benfica Lissabon unter Druck.

Kommt Dortmund nicht bald in Fahrt, dann steht Trainer Thomas Tuchel eine ungewisse Zukunft bevor. SN/gepa
Kommt Dortmund nicht bald in Fahrt, dann steht Trainer Thomas Tuchel eine ungewisse Zukunft bevor.

Trotz einiger namhafter Abgänge im vergangenen Sommer wollte Borussia Dortmund wieder ganz vorn in der deutschen Fußball-Bundesliga mitspielen. Nach drei Früh jahrspartien ist aber sogar das Minimalziel, die direkte Champions-League-Qualifikation, in Gefahr. Als Tabellenvierter haben die Schwarz-Gelben bereits 15 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München, auf den Zweiten RB Leipzig fehlen acht Zähler.

Während beim Clubboss Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc die Alarmglocken schrillen, versteht Trainer Thomas Tuchel die Aufregung nicht. Nach der 1:2-Pleite beim Schlusslicht Darmstadt machte Tuchel klar, dass er die interne Erwartungshaltung für zu hoch hält: "Wir sind hier gnadenlos durchgefallen. Es muss ein Umdenken stattfinden. Wir sind nicht nur das, was wir gegen Leipzig und Bayern zeigen, sondern auch das, was wir gegen Darmstadt zeigen. Es wäre hilfreich, wenn das mal durchsickern würde. Ich dachte, das ist intern schon angekommen." Diese Aussage bestätigt auch, was schon seit Längerem angenommen wird: Das Verhältnis zwischen Tuchel und den Vereinsbossen ist nicht das allerbeste.

Um sportlich wieder Ruhe in den Verein zu bekommen, ist das Weiterkommen im Champions-League-Achtelfinale gegen Benfica Lissabon Pflicht. Dafür wollen Marco Reus und Co. heute, Dienstag, in Lissabon eine gute Ausgangsposition schaffen. "Wir wissen alle, dass wir es in Darmstadt verbockt haben, aber das darf jetzt keine Rolle mehr spielen", betonte Kapitän Marcel Schmelzer vor dem Abflug. Am Montag ließ Tuchel, der schon seit einiger Zeit für so manche Personalentscheidung kritisiert wird, erneut aufhorchen: Mario Götze steht gegen Lissabon nicht im Kader. Dabei wäre der Weltmeister nach überstandener Verletzung wieder einsatzfähig.

Doch Dortmund hat auch abseits des Rasens mit Problemen zu kämpfen. Wegen der Verfehlungen der eigenen Fans im Spiel gegen RB Leipzig wurde der Verein am Montag hart bestraft. Das DFB-Sportgericht hat Dortmund zur Sperrung der Südtribüne für ein Bundesliga-Spiel und zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Bereits am kommenden Samstag gegen Wolfsburg wird die größte Stehplatztribüne der Welt (24.500 Zuschauer) gesperrt sein.
Champions League, Achtelfinale: Dienstag (20.45): Benfica Lissabon - Dortmund, Paris St. Germain - Barcelona; Mittwoch (20.45): Real Madrid - Napoli, FC Bayern - Arsenal.

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