Fußball

Bullen sehen trotz Liga-Sieg Verbesserungspotenzial

Fußball-Meister Red Bull Salzburg kommt langsam auch in der Bundesliga in die Gänge.

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Munas Dabbur (M.) gelang sein erstes Tor für Salzburg.

Beim ersten Saisonsieg am Samstag gegen St. Pölten (2:0) offenbarte der Titelverteidiger aber weiterhin Verbesserungspotenzial - vor allem im Hinblick auf das in etwas mehr als einer Woche startende Champions-League-Play-off gegen Dinamo Zagreb. Trainer Oscar Garcia bastelt dafür noch am richtigen Spielsystem.

Von seinem eigentlich bevorzugten 4-3-3 ist der Spanier abgekommen. Im 4-2-3-1, das bereits in der zweiten Hälfte gegen Partizani Tirana (2:0) und nun auch gegen den Aufsteiger praktiziert wurde, scheinen sich viele Akteure wohler zu fühlen - unter anderem Munas Dabbur. Der Israeli, als Schweizer Torschützenkönig je nach Darstellung für vier bis sechs Millionen Euro von Grasshoppers Zürich gekommen, durfte anstelle des linken Flügels im Zentrum hinter Jonatan Soriano agieren.

"Es war schon ein bisschen einfacher", sagte Dabbur über die neue Rolle. Der gelernte Stürmer belohnte sich im siebenten Pflichtspiel für Salzburg auch mit seinem Premierentreffer. "Das Tor hat mir sehr große Freude bereitet, weil auch mein Bruder hier war", sagte der 24-Jährige aus Nazareth. Für die Grasshoppers hatte er in der vergangenen Saison 19 Ligatore erzielt, für Salzburg angeblich auch mehrere Angebote aus der deutschen Bundesliga ausgeschlagen.

Oscar will den neuen Millionenmann nicht als reinen Mittelstürmer abstempeln. "Er kann mehrere Positionen spielen, auch auf der Seite", meinte der Spanier, der an vorderster Front ohnehin auf Landsmann Jonatan Soriano vertraut. Der Kapitän bereitete gegen St. Pölten beide Treffer vor, hält nach sieben Pflichtspieleinsätzen in dieser Saison bereits bei vier Toren und ebenso vielen Assists.

Bei Dabbur steht für Oscar nicht dessen Spielposition im Mittelpunkt. "Es geht mehr um seine Verfassung, weil er das Offensivpressing noch nicht so gewohnt ist", erklärte der Salzburg-Trainer. "Er braucht noch Zeit, aber er hat sicher seine Qualität." Der erste Treffer im Bullen-Dress könnte ihm einen Selbstvertrauensschub geben. Oscar: "Ich bin froh und glücklich über sein Tor."

Zumal es in den kommenden Wochen für die Salzburger um sehr viel geht. Am 16. August wartet das Hinspiel in Zagreb, am 24. August folgt zu Hause die Entscheidung über den Einzug in die Champions League. Davor geht es am Samstag noch nach Ried. "Die Chancenverwertung muss besser werden", sagte Oscar nach dem Erfolg gegen St. Pölten. "Wir dürfen auch nicht so viele Chancen zulassen." Ob ihm die zahlreichen gefährlichen Szenen des Aufsteigers zu denken geben? "Nein, nach einem Systemwechsel kann so etwas passieren."

Die Abstimmung im Salzburger Defensivverbund, der in vier Europacup-Spielen bisher keinen Treffer zugelassen hat, stimmte noch nicht zu 100 Prozent. "Das Spiel mit und ohne Ball wird aber immer besser", meinte Außenverteidiger Andreas Ulmer. Potenzial sah er gegen den Aufsteiger auch in der Vorwärtsbewegung. "Da wurde teilweise zu hektisch agiert."

Raum für ihre Kombinationen fanden die Salzburger nur sehr wenig vor - ein Szenario, mit dem sie sich in dieser Saison noch öfter konfrontiert sehen dürften. "Es hat sich angefühlt, als ob wir gegen eine Wand spielen würden", sagte der zum dritten Mal in Folge eingewechselte Wanderson, in den Oscar große Hoffnungen setzt. Einer seiner Konkurrenten auf den Flügelpositionen ist Valentino Lazaro. "Wir hätten mehr Tore machen müssen", gab sich dieser selbstkritisch.

Quelle: APA

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