Bundesliga

3:1-Heimsieg - auch gegen den LASK legte Red Bull Salzburg einen Blitzstart hin

18 Tore hat Red Bull Salzburg seit Saisonstart in der ersten Viertelstunde erzielt. Diese Stärke spielte der Meister auch gegen den LASK aus. Am Ende wurde es dennoch knapp.

8. Spielminute: Dominik Szoboszlai (Red Bull Salzburg) erzielt gegen Torwart Alexander Schlager (LASK) das 1:0. SN/APA/DANIEL KRUG
8. Spielminute: Dominik Szoboszlai (Red Bull Salzburg) erzielt gegen Torwart Alexander Schlager (LASK) das 1:0.

Red Bull Salzburg nimmt weiterhin Kurs in Richtung Meistertitel. Mit einem 3:1 (2:0)-Heimsieg am Sonntagabend gegen den LASK behaupteten sich die Bullen an der Tabellenspitze, wo der Vorsprung auf den ersten Verfolger Rapid sieben Punkte beträgt.

Die nach dem Grunddurchgang als Titelfavorit gehandelten Linzer hingegen liegen bereits 14 Zähler hinter Salzburg. Darin berücksichtigt sind jene sechs Punkte, die dem LASK nach den verbotenen Mannschaftstrainings während der Coronapause vom Strafsenat abgezogen wurden.

Scheitern die Oberösterreicher mit ihrem Einspruch gegen dieses Urteil, müssen sie sogar noch um einen Europacup-Startplatz für die Saison 2020/21 bangen.

Die Salzburger hingegen setzten ihren bemerkenswerten Erfolgslauf seit dem Wiederanpfiff fort. Die Truppe von Trainer Jesse Marsch gewann als einziges Team alle Ligaspiele sowie auch das Cup-Finale und hält bei einem Torverhältnis von 21:2. Acht Tore erzielten die Bullen seit dem Re-Start in der Anfangsviertelstunde, insgesamt sind es schon 18 seit Saisonstart.

11. Spielminute: Patson Daka erzielte das zweite Tor der Salzburger. SN/apa
11. Spielminute: Patson Daka erzielte das zweite Tor der Salzburger.

Auch gegen den LASK legte Salzburg einen Blitzstart hin. Der entfesselte Dominik Szoboszlai war in den ersten Minuten schon mit einem energischen Tackling aufgefallen, das man von dem 19-jährigen Ungarn in dieser Form viel zu lange nicht gesehen hatte. In der achten Minute schoss Szoboszlai sein Team mit 1:0 in Führung, nachdem ein Querschläger direkt vor seinen Beinen gelandet war und er einen Schritt schneller war als LASK-Torhüter Alexander Schlager.

56. Minute: Marko Raguz (LASK) tankt sich gegen Albert Vallci (Salzburg) durch und macht das 2:1. SN/GEPA pictures
56. Minute: Marko Raguz (LASK) tankt sich gegen Albert Vallci (Salzburg) durch und macht das 2:1.

Das 2:0 drei Minuten später bereitete Szoboszlai mustergültig vor. Sein scharfes Zuspiel fand in Patson Daka den perfekten Abnehmer. Der Bullen-Stürmer, der Petar Filipovic aussteigen ließ, traf damit erstmals in seiner Karriere in fünf aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielen. Die LASK-Abwehr wurde regelrecht überrumpelt und von den schnellen Angriffen der Salzburger immer wieder vor Probleme gestellt.

In der zweiten Hälfte wollten die Bullen mit einer ähnlichen Sturm- und Drangphase beginnen, nur es gelang nicht. Plötzlich waren die Linzer im Spiel - und hatten Pech: Ein Handspiel von Albert Vallci im Strafraum blieb ungeahndet und ein Gewaltschuss von Reinhold Ranftl landete (von Zlatko Junuzovic noch abgefälscht) an der Querlatte. LASK-Stürmer Marko Raguz, von Vallci kurz "vergessen", gelang der Anschlusstreffer zum 1:2 (56.). Für Salzburg war es ein Weckruf. Es galt nachzulegen, diesmal in der Schlussviertelstunde: Vallci traf nach einer Ecke per Kopf zum 3:1-Endstand.

80. Minute: Albert Vallci (Salzburg) erzielt per Kopf den entscheidenden Treffer zum 3:1. SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
80. Minute: Albert Vallci (Salzburg) erzielt per Kopf den entscheidenden Treffer zum 3:1.
SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Der Meistertitel ist noch nicht fix. Wenn man ein Spiel verliert, sind es vielleicht nur noch vier Punkte Vorsprung auf Rapid
Jesse Marsch, Salzburg-Trainer

Stimmen zum Spiel:

  • Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "In der zweiten Hälfte war der LASK sehr gut, da haben wir ein bisschen Glück gebraucht. Doch ich bin sehr stolz auf meine Jungs, auf ihre Mentalität, aber wir haben noch mehr zu tun. Der Meistertitel ist noch nicht fix. Wenn man ein Spiel verliert, sind es vielleicht nur noch vier Punkte Vorsprung auf Rapid, dann sind sie nicht so weit weg."
  • Valerien Ismael (LASK-Trainer): "Wir haben die Anfangsphase verpennt. Von der 25. Minute bis zum 1:3 waren wir voll im Plan, was wir umsetzen wollten, das stimmt mich positiv. Ich bin stolz auf meine Jungs, sie hauen alles rein. Ich habe unsere vier Spiele gesehen und ich habe keine Mannschaft gesehen, die besser war als wir. Wir hatten sechs Alutreffer in vier Spielen, aber wir lassen uns nicht unterkriegen, am Mittwoch geht es weiter. Wir waren nahe am 2:2 dran. Unsere Leistungen stimmen, darauf können wir aufbauen, auch wenn die Ergebnisse nicht gut sind."
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Ich habe unsere vier Spiele gesehen und ich habe keine Mannschaft gesehen, die besser war als wir
Valerien Ismael, LASK-Trainer
  • Zlatko Junuzovic (Salzburg-Spieler): "In den letzten Spielen hatten wir immer einen guten Start. Wenn man dann schnell in Führung ist, gibt das das nötige Selbstvertrauen. In der zweiten Hälfte sind wir kurz ins Schwimmen gekommen, da waren die ersten 20 Minuten nicht gut. Wir wollen Meister werden, und mit den ersten Spielen haben wir einen Schritt getan. Wir ziehen es jetzt durch."
  • Dominik Szoboszlai (Salzburg-Spieler): "Das war der größte Schritt Richtung Titel, den wir machen konnten. Wir sind richtig gut gestartet, das ist unser Ziel für jedes Spiel. Ich spiele bis Saisonende bei Salzburg, dann werden wir sehen."
  • Marko Raguz (LASK-Torschütze): "Wir haben unsere Tugenden gut auf den Platz gebracht, sind losmarschiert wie die Feuerwehr, aber wir dürfen nicht so einfache Tore bekommen. Derzeit fehlt auch das Quäntchen Glück, doch wir bleiben trotzdem dran und versuchen, am Mittwoch die ersten Punkte einzufahren. Es ist schwierig, wenn man nach vier Spielen nur einen Punkt hat, aber wir sind mental so stark, dass wir immer dran bleiben. Ich bin davon überzeugt, dass es in den nächsten Wochen wieder bergauf geht mit den Ergebnissen."
  • Alexander Schlager (LASK-Tormann): "Bis auf die ersten Minuten war es ein sehr gutes Spiel von uns, wir haben richtig gefightet und Chancen erspielt. Beim 0:1 war es eine 50:50-Chance für mich, es war vielleicht in dem Moment die falsche Entscheidung, auch beim dritten Tor hätte ich zum Ball kommen können. Ich bin froh, dass solche Szenen passieren, weil ich daraus lernen kann."

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen:

Aufgerufen am 19.09.2020 um 03:24 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/31-heimsieg-auch-gegen-den-lask-legte-red-bull-salzburg-einen-blitzstart-hin-88788010

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