Bundesliga

Admira will nach Qualigruppen-Traumstart "am Boden bleiben"

Die Admira kann es auch in der BSFZ Arena noch: Nach sechs Heimniederlagen in Folge kehrten die Südstädter mit dem Start der Qualifikationsgruppe der Fußball-Bundesliga am Samstag mit einem hochverdienten 2:0 gegen Ried zum besten Zeitpunkt auf die Siegerstraße zurück. Mit nur einem Punkt Rückstand ist das Europacup-Play-off näher als der Abstiegskampf, in dem Schlusslicht Altach mit einem 0:0 gegen Hartberg mit Neo-Trainer Klaus Schmidt kein echter Befreiungsschlag gelang.

Kerschbaum war der gefeierte Held SN/APA/EXPA/THOMAS HAUMER/EXPA/THOM
Kerschbaum war der gefeierte Held

Die Admiraner ließen erstmals seit 2. Oktober 2021 - einem 2:0 gegen Altach - wieder einmal die drei Punkte im eigenen Stadion. "Dass uns endlich einmal wieder zu Hause ein Sieg gelungen ist, war enorm wichtig", betonte Admira-Trainer Andreas Herzog. Dass dieser gegen den Tabellenführer des "unteren Play-offs" gelang, machte das Ganze noch erfreulicher. "Die Leistung war sowohl kämpferisch als auch fußballerisch sehr gut", meinte Herzog.

Zu bekritteln galt es allerdings die Chancenverwertung. Die einzigen Tore fielen nach Hands-Elfmetern von Roman Kerschbaum (11., 71.), obwohl sich die Hausherren aus dem Spiel heraus mehr als zehn Topchancen herausgearbeitet hatten. Die damit verbundene Zitterpartie hätte sich der Admira-Coach gerne erspart. "Im Abschluss müssen wir einfach kaltschnäuziger werden", forderte der ÖFB-Rekord-Nationalspieler. "Dass wir unsere Chancen nicht verwerten, zieht sich durch die ganze Saison."

Vor allem Marlon Mustapha und Stefano Surdanovic hätten für klare Verhältnisse sorgen können. So blieb es aber Kerschbaum vorbehalten, wichtige Treffer für seinen Club zu erzielen. Nach seinem zweiten Elfmeter-Doppelpack in dieser Saison hat der Ex-Deutschland-Legionär bereits sechs Mal vom Punkt (einmal via Nachschuss) getroffen. Hinzu kommt noch ein Freistoßtor, weshalb ihm nur eines seiner acht Tore aus dem Spiel gelang. "Es ist brutal eng, geht um alles in jedem Spiel. Wir müssen jetzt einfach am Boden bleiben", verlautete der 28-jährige Kapitän.

Herzog sieht es jedenfalls als gutes Zeichen. "Es ist eine coole Geschichte, dass wir mit drei Punkten in das Abstiegsszenario reingestartet sind. Wenn wir die Leistung in den nächsten Spielen wiederholen können, brauchen wir keine Sorgen haben", sagte der Ex-Israel-Teamchef. Bei Ried ist die Situation umgekehrt. Das knappe Verpassen der Meistergruppe scheint Spuren hinterlassen zu haben. Fehlende Aggressivität, zahlreiche individuelle Fehler und fast völlig fehlende Impulse nach vorne machten die Sache für die Admira sehr leicht.

"Wir waren von der ersten Sekunde an nicht am Platz, die Grundtugenden haben komplett gefehlt. So kann man in die Qualifikationsgruppe nicht reinstarten, das geht so nicht, ich bin extrem enttäuscht und sauer", gab Trainer Robert Ibertsberger zu Protokoll. Seine Spieler bekamen in der Pause und nach der Partie eine "Kabinenpredigt" zu hören. "Vielleicht war die Partie als Wachrütteln für die nächsten Wochen gut", hoffte der Ried-Coach.

Sein Team hat als Leader noch immer einen beruhigenden Polster von sieben Punkten auf Altach. Die Vorarlberger beendeten auch ohne den wegen einer Nieren-OP fehlenden Chefcoach Ludovic Magnin eine zehn Partien andauernde Niederlagenserie. Im Kampf um den Klassenerhalt half der Punkt aber nicht wirklich weiter.

Dennoch blickt man im Ländle mit neuem Optimismus in die Zukunft, wie Assistenz-Trainer Manu Hervas berichtete. "Der Punkt ist eine Bestätigung dafür, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist." Nach der Roten Karte für Manuel Thurnwald mussten die Vorarlberger über eine Stunde lang in Unterzahl agieren. "Aber die Jungs haben das taktisch und disziplinär überragend gemacht", meinte Hervas.

Weit weniger groß war die Freude über die Punkteteilung bei den Hartbergern. Mit einem Sieg hätte man den Fokus vom Abstiegskampf auf das Europacup-Play-off legen können, nun beträgt der Vorsprung auf den letzten Platz weiterhin lediglich fünf Zähler. "Wir hätten es uns leichter gemacht, wenn wir drei Punkte mitgenommen hätten", stellte Schmidt nach seiner Premiere auf der TSV-Trainerbank fest.

Der Steirer ärgerte sich darüber, dass man aus der langen numerischen Überlegenheit kein Kapital schlagen konnte. "Wir haben viel zu wenig Chancen herausgespielt", sagte der 54-Jährige und sprach von einem "kleinen Genickschlag. Aber nichtsdestotrotz wollen wir uns nach oben orientieren." Weiter geht es für die Hartberger am kommenden Wochenende daheim gegen den LASK, Altach reist nach Ried und die WSG Tirol empfängt die Admira.

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