Bundesliga

Altach und Admira mit Auswärtssiegen im Abstiegskampf

Mannschaften von Nestor El Maestro gelten als Meister in der Verteidigung einer Führung. Am Sonntag vergab Sturm Graz beim 1:2 zu Hause gegen Altach aber erstmals in dieser Saison eine 1:0-Führung und verspielte die Chance, zum WAC aufzuschließen. Altach feierte einen historischen Erfolg in Graz und holte so wie die Admira (2:1 in Mattersburg) wichtige Auswärtspunkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Altach feierte einen historischen Erfolg in Graz SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Altach feierte einen historischen Erfolg in Graz

Fehlende Konstanz und mangelnde Heimstärke machen Sturm im Herbst zu schaffen. Seit drei Monaten gelangen den Grazern nicht zwei Siege hintereinander und in neun Heimspielen nur vier Siege. "Das war eine extrem enttäuschende Vorstellung", gestand El Maestro, der erstmals mitansehen musste, wie Sturm unter seiner Regie nach einer Führung leer ausging. "Gerade dann, wenn man in Führung geht, erwartet man sich mehr Zusammenhang und Intensität, um das Ergebnis rüberzubringen", monierte er.

Sturm-Sportdirektor Günter Kreissl ärgerte sich, dass der Anschluss nach oben misslungen ist. "Von der Intensität her hatte ich nicht das Gefühl, dass wir unsere Möglichkeiten ausgenützt haben. In jeder erfolgreichen Saison braucht man Erfolgsserien, wir haben diese Chance jetzt zum dritten oder vierten Mal liegen gelassen", so Kreissl. Aufgrund des Remis im Wiener Derby halten die Grazer aber immer noch bei sieben Punkten Vorsprung auf die auf Platz sieben liegende Austria.

Altach, erstmals per Flugzeug nach Graz gereist, hatte eine Heimreise in bester Stimmung. Der SCR steckte den Ausfall von sieben Spielern weg. "Wir hatten eine junge Mannschaft auf dem Platz, die ohne Angst gespielt hat. Das ist gut für die Zukunft von Altach", lobte Alex Pastoor seine Youngster. Nach dem zweiten Sieg hintereinander hat Altach nun fünf Punkte Vorsprung auf das Tabellenende.

Es war nicht nur ein wichtiger, sondern auch ein historischer Sieg, nämlich der erste Auswärtssieg bei Sturm überhaupt. Und laut Sky-Statistik der erste eines Vorarlberger Clubs in Graz gegen Sturm seit 52 Jahren, seit einem 2:1 von SW Bregenz am 18. November 1967. Pastoor freute sich daher, "dass jetzt die Statistik in den Büchern neu geschrieben wird". "Der Fluch ist beendet", sagte Torhüter Martin Kobras nach dem "ganz verdienten Sieg".

Im Kellerduell in Mattersburg verhinderte Sinan Bakis (58., 84./Elfmeter) den Absturz der Admira ans Tabellenende. Dank seiner Saisontreffer Nummer neun und zehn drehten die Südstädter das Spiel und liegen nun drei Punkte vor Schlusslicht Mattersburg. "Bakis ist gefährlich wie eine Klapperschlange. Er braucht nicht viele Chancen, um ein Tor zu schießen", lobte Klaus Schmidt, der den Erfolg bei seinem Ex-Club intensiv bejubelte.

Die gesamte Leistung sah der Trainer aber kritisch. "Es war ein sehr glücklicher Sieg für uns. In der Schlussphase haben wir mit Haut und Haar verteidigt und dank (Torhüter) Andreas Leitner keinen Gegentreffer erhalten", sagte Schmidt und war sich in der Analyse mit seinem Gegenüber einig. "Wir waren klar die bessere Mannschaft. Der gegnerische Torhüter hat sensationell gehalten", erklärte SVM-Coach Franz Ponweiser.

"Es war ein sehr bitterer Nachmittag", meinte er, zeigte sich aber auch überzeugt, dass sein Team am nächsten Sonntag das Tabellenende verlassen wird. "Wir werden bei Wattens die Rote Laterne wieder abgeben", kündigte Ponweiser vor dem Duell mit dem neuen Vorletzten WSG Tirol an.

Quelle: APA

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