Bundesliga

"Anspruch" Meistergruppe erreicht: WAC will nun angreifen

Nach dem Erreichen eines internen Minimalziels will der WAC wieder angreifen, um auch in der kommenden Saison wieder Europacup-Abenteuer ins Auge zu fassen. Das zum Frühjahr passende, turbulente 5:3 bei der Austria beförderte die Wolfsberger am Sonntag auf souveräne Art und Weise in die Meistergruppe. Während in Innsbruck und Hartberg gezittert wurde, agierten die Lavanttaler trotz raschem Rückstand souverän und gehen als Fünfte in die entscheidende Phase.

WAC packte in Wien fünfmal den Torjubel aus SN/APA/GEORG HOCHMUTH
WAC packte in Wien fünfmal den Torjubel aus

Während Peter Stöger seine geschlagenen Austrianer noch am Spielfeld zum obligatorischen Kreis nach Schlusspfiff bat, wurden in der Kabine der Gäste bereits Pläne geschmiedet. "Die Jungs sind hungrig und bissig, haben in der Kabine schon Ziele ausgegeben. Die heißt es verfolgen", berichtete Roman Stary. Der 47-Jährige hatte davor eine starke Offensivleistung seiner "Wölfe" gesehen. Thorsten Röcher, Dejan Joveljic und Michael Liendl trafen, Eli Peretz bereitete zwei Treffer vor. Der eingewechselte Dario Vizinger besorgte den Schlusspunkt.

Der Interimscoach der Wolfsberger gab seinem Team erst einmal zwei Tage frei. "Jetzt heißt es durchschnaufen", meinte Stary. Nach einigen Trainingstagen wird dann auch das Wochenende vor dem Start in die Meistergruppe noch einmal frei gegeben, um mit vollem Elan in die entscheidenden zehn Runden zu starten. Auf die Frage, ob Platz drei wie zu Saisonschluss 2019 und 2020 wieder machbar sei, nickte Stary. Fünf Zähler fehlen dem WAC auf den Dritten LASK, sechs sind es auf den Zweiten Rapid.

Stary wird den WAC vorerst auch weiter betreuen. Der Sportkoordinator rückte nach dem Abgang von Ferdinand Feldhofer an die Seitenlinie. Seine drei Partien dürfen als durchaus unterhaltsam bezeichnet werden. Einem 4:0 in Ried folgte ein 3:5 gegen die WSG Tirol und auch acht Treffer in Wien. "Nach drei Spielen 20 Tore, das ist ein guter Schnitt", scherzte Stary. Am wichtigsten seien aber freilich die sechs Punkte. Der Einzug in die Meistergruppe, so hielt Liendl fest, sei auch der "Anspruch", den die Mannschaft an sich selbst stelle.

Dieser Anspruch ist bei der Austria derzeit erloschen. Die Leistung bis zum Vierfachwechsel von Peter Stöger in der 57. Minute beim Stand von 1:4 war mehr als schwach. Dies musste auch der Austria-Coach zugeben. Stöger sah es als verdient an, dass sein Team wie im Vorjahr in der Qualifikations-Gruppe um die letzte Chance auf einen Europacup-Platz kämpfen muss.

Immerhin habe die Austria kein Spiel gegen einen Vertreter von oben gewonnen, führte Stöger an. "Deshalb hat es Berechtigung, dass wir uns diese zehn Spiele unten verdient haben." Zwar gelang einmal bei der sechstplatzierten WSG Tirol (4. Runde) ein Sieg, jedoch hat die Austria gegen den vermeintlich härtesten Konkurrenten "unten" ebenfalls eine negative Bilanz: Der TSV Hartberg hat beide Saisonspiele gegen die Violetten gewonnen.

Dass der schon vor dem WAC-Spiel verpasste Einzug in die Meistergruppe schuld am laschen Auftritt war, wollte Stöger so nicht stehen lassen. "Selbstmitleid ist ein schlechter Begleiter im Spitzensport", meinte er. Er habe bis zu einem gewissen Grad auch Verständnis für die Enttäuschung "weil für viele die Zukunft nicht klar ist".

Christoph Monschein, Manprit Sarkaria, Erik Palmer-Brown, aber auch Christoph Schösswendter oder Alexander Grünwald - bei allen läuft der Vertrag im Sommer aus. Über zehn Profis sind es im ganzen Kader. Laut Stöger muss die Austria in der Länderspielpause Nägel mit Köpfen machen. "Man muss in die ersten Gespräche reingehen, um Klarheit zu schaffen. Klarheit bedeutet auch zu signalisieren, wenn es vielleicht schwierig wird. Das habe ich im Club deponiert", meinte Stöger. Auch sein Vertrag läuft im Mai aus. Eine Entscheidung soll noch im März fallen.

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