Bundesliga

Aufsteiger Klagenfurt startet trotz VAR-Chaos mit Punkt

Erst wurde ein umstrittener Elfmeter bestätigt, später gab es nach minutenlangem Check eine Rote Karte: Der Video Assistant Referee hat am Sonntag im ersten Kärntner Fußball-Bundesliga-Derby seit 36 Jahren zwischen Austria Klagenfurt und dem WAC für viel Gesprächsstoff gesorgt. Während der Aufsteiger das Remis am Ende als gerecht erachtete, trauerten die Wolfsberger einem schon fast sicher geglaubten Sieg nach.

Der Einsatz des VAR bereitete auch Trainer Pacult Kopfzerbrechen. SN/APA/GERT EGGENBERGER/GERT EGGENB
Der Einsatz des VAR bereitete auch Trainer Pacult Kopfzerbrechen.

Gleich zweimal kam der VAR am Sonntag im Wörthersee-Stadion zum Einsatz. Zunächst, als Matthäus Taferner im Strafraum der Klagenfurter nach einem Zweikampf mit Kosmas Gkezos zu Boden ging. Trotz nur leichten Kontakts entschied Schiedsrichter Christopher Jäger auf Elfmeter - und wurde vom Video-Referee nicht overrult. Die Szene sorgte einmal mehr für Diskussionen über die Sinnhaftigkeit des VAR, da dieser nur bei groben Fehlentscheidungen korrigierend einschreiten dürfe. Elferschütze Michael Liendl schlug daraus jedenfalls Kapital.

Wesentlich skurriler war dann eine Aktion in der Schlussphase, bei der es an der Strafraumgrenze zu einem Klärungsversuch durch Klagenfurt-Spieler Maximiliano Moreira kam. Der Uruguayer bekam den Ball dabei an die Hand. Zunächst wurde überprüft, ob es sich um einen Strafstoß handeln könnte. Nachdem dies negiert worden war, folgte ein Check auf eine etwaige Rote Karte. Dabei kam man offenbar zum Schluss, dass das Vergehen für einen Platzverweis ausreichend sei.

Klagenfurt-Coach Peter Pacult war trotz oder gerade wegen der Querelen rund um den VAR stolz auf seine Truppe: "Großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat sich das Unentschieden sehr hart erarbeitet und auch nicht von einigen sehr umstrittenen Entscheidungen aus der Bahn werfen lassen." Dass man in Unterzahl noch den Ausgleich geschafft habe, zeige die "tolle Moral" der Mannschaft.

Ganz anders lautete der Tenor bei den Lavanttalern. Torschütze Liendl sprach nach Schlusspfiff von "verlorenen Punkten". Trainer Robin Dutt, der erstmals in der Bundesliga auf der Bank saß, konnte mit dem Remis ebenfalls nicht zufrieden sein. Für uns fühlt es sich wie eine Niederlage an. Wenn du nicht nachlegst, läufst du immer Gefahr, nicht siegreich zu Ende zu spielen." Der Deutsche glaube aber daran, dass in der Mannschaft noch ausreichend Steigerungspotenzial stecke.

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