Bundesliga

Aufstiegsposse - Bundesliga appelliert an Vernunft bei St. Pölten und Wr. Neustadt

Sieben Wochen vor Beginn der neuen Fußball-Bundesliga-Saison ist unklar, welche Teams in der neuen Zwölferliga spielen werden. Wie die groteske Situation gelöst wird, ist noch völlig offen.

Es begann auf dem grünen Rasen, es endet auf dem grünen Tisch: Relegations-Rückspiel zwischen St. Pölten und Wr. Neustadt am 3. Juni. SN/gepa pictures/ walter luger
Es begann auf dem grünen Rasen, es endet auf dem grünen Tisch: Relegations-Rückspiel zwischen St. Pölten und Wr. Neustadt am 3. Juni.

"Den Fußball vom grünen Tisch wieder auf den grünen Rasen zu bringen ist die oberste Prämisse", meinte Bundesliga-Präsident Christian Ebenbauer angesichts des brodelnden Relegationsstreit zwischen dem SKN St. Pölten und dem SC Wiener Neustadt bei "Sky Sport Austria".

Der SKN hatte am Mittwoch angekündigt, den in der Relegation unterlegenen Wiener Neustädtern entgegen ursprünglicher Vereinbarungen die NV-Arena nicht als Ausweichstadion zur Verfügung zu stellen. Es war die Reaktion auf eine als unfair empfundene Verlautbarung seitens des SCWN, den (sportlich verpassten) Aufstieg auf juristischem Weg erkämpfen zu wollen.

Mit dem Einsatz von (Torschütze) David Atanga hätte St. Pölten einen Spieler eingesetzt, der entgegen der FIFA-Regularien für drei statt zwei Clubs pro Saison aufgelaufen war.

Eigentor von Wiener Neustadt?

Es scheint, als säße St. Pölten derzeit am längeren Hebel: Wie Ebenbauer erklärte, darf Wiener Neustadt kein anderes Ausweichstadion als die NV-Arena nennen - ansonsten droht der Lizenzentzug.

Mit Blick auf die Lizenzbestimmungen sei, so Ebenbauer, "ein Wechsel eines einmal genannten Ausweichstadions nach rechtskräftiger Lizenzerteilung innerhalb der Lizenzzeit nicht mehr möglich".

Derzeit wartet die Bundesliga auf die geforderte Stellungnahme der Wiener Neustädter. "Je nach Stellungnahme wird der Senat 5 ein Verfahren eröffnen und kann dann natürlich sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen in einem Disziplinarverfahren und das könnte auch bis zum Lizenzentzug gehen", sagte Ebenbauer.

Der Präsident appellierte am Donnerstag an die beteiligten Clubs, die Rechtsmittelfristen kürzestmöglich auszunutzen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass vielleicht Vernunft einkehrt und wir schneller zu einem Ergebnis kommen - spätestens in den nächsten zwei Wochen."

Auslöser des Protestes war der Einsatz von David Atanga (hier gegen Stefan Hager).  SN/gepa pictures/ walter luger
Auslöser des Protestes war der Einsatz von David Atanga (hier gegen Stefan Hager).

Die Aufstiegsposse beschäftigt mittlerweile auch die niederösterreichische (Landes-)Politik: "Ich plädiere an Wiener Neustadt sehr heftig, dass sie sich an die Werte des Sportlandes Niederösterreich halten und auch daran orientieren", sagte etwa Niederösterreichs Sportlandesrätin Petra Bohuslav am späten Mittwochabend.

Übrigens: Jener Spieler, dessen Einsatz für St. Pölten den Protest bei Wiener Neustadt ausgelöst hatte, wird kommende Saison vermutlich gar nicht mehr in Österreich spielen. David Atanga wird mittlerweile mit den deutschen Bundesligisten Hoffenheim beziehungsweise Mainz in Verbindung gebracht.

Quelle: APA

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