Bundesliga

Austria bleibt trotz guter Vorbereitung am Boden

Sieben Spiele, sieben Siege: Die Austria durfte in der Vorbereitung auf das Bundesliga-Frühjahr in den Tests durchwegs reüssieren. Dass erfolgreiche Probeläufe nicht immer ein gutes Omen für den Erstfall sind, mussten die "Veilchen" in der jüngeren Vergangenheit freilich auf die harte Tour erfahren. "Wir müssen es schaffen, dass das auch einmal sichtbar wird", war sich Ralf Muhr bewusst.

Sportdirektor Ralf Muhr will den Ball flach zu halten SN/APA (Archiv)/BARBARA GINDL
Sportdirektor Ralf Muhr will den Ball flach zu halten

Der Sportdirektor weiß, wovon er spricht. Vor zwölf Monaten setzte es im Cup eine Blamage gegen den damaligen Regionalligisten GAK, beim Auftakt in die laufende Saison lief es dann bei Aufsteiger Wattens gründlich schief. Die Tiefschläge waren Startschüsse in verunglückte Monate. Heuer läuft die Austria Platz sechs hinterher. Am Samstag in Altach muss ein Sieg her, um die nur noch theoretische Chance auf den Sprung in die Meistergruppe zu wahren.

Muhr wollte sich wenige Tage vor dem Frühjahresstart auf Rechenspiele nicht einlassen. Natürlich wolle man die Chance noch nutzen, jedoch: "Genauso wichtig ist die Entwicklung der Mannschaft, die künftig für ein gutes Austria-Spiel stehen soll." Zwar mag es im violetten Lager keiner aussprechen, bei sieben Zählern Rückstand auf den Sechsten Hartberg wird der Blick aber schon weiter nach vorne gerichtet sein als auf die vier Runden bis zum Ende des Grunddurchgangs. Ende Mai winkt immerhin noch die Chance, über das Play-off den Sprung in den Europacup zu schaffen.

Personell bewegte sich in Wien-Favoriten im Winter wie erwartet nur wenig. Stürmer Alon Turgeman (leihweise Wisla Krakau) und Mittelfeldspieler Tarkan Serbest (zu Kasimpasa) verließen den Club, von Mönchengladbach kam der dänische Linksverteidiger Andreas Poulsen auf Leihbasis bis Sommer. Weitere von den Fans erhoffte Verstärkungen blieben aus. "Es ist kein Geheimnis, dass wir aufgrund unserer finanziellen Lage keine Transfers tätigen werden", erklärte Muhr. Richten sollen es Akteure, die im Spätherbst zumindest für kleine Hoffnungsschimmer sorgten.

Benedikt Pichler, Manprit Sarkaria und Dominik Fitz sollen auch 2020 das Austria-Spiel beleben. Zwar fiel Pichler in der Vorbereitung aufgrund der Nachwirkungen einer Fuß-Operation länger aus und zwickten auch Fitz die Bauchmuskeln, nun soll das Duo aber fit sein. Trainer Christian Ilzer kündigte einen "heißen Kampf um die Plätze in der Startelf" an. So hat sich als Alternative auf einer Position am Flügel neben U19-Teamspieler Patrick Wimmer auch der als Linksverteidiger geholte Caner Cavlan positioniert. Vorne soll es wieder Christoph Monschein richten. Ein Wechsel des 13-fachen Saisontorschützen im Winter war nicht wirklich Thema.

Gearbeitet wurde bei der Austria auch hinter den Kulissen. So stand Muhr beim offiziellen Pressetermin der Liga deshalb Rede und Antwort, weil Sport-Vorstand Peter Stöger bei Sponsor-Gesprächen weilte. Die Suche nach Investoren und einem damit verbundenen Geldfluss beschäftigt die Club-Verantwortlichen weiter. Dem Vernehmen nach ist man bereit, bis zu 49 Prozent der Club-Anteile abzugeben. "Wir arbeiten an zusätzlichen wirtschaftlichen Kontakten und suchen einen strategischen Partner. Ich bin in diesen Bereichen sehr zuversichtlich, dass wir mit großen Schritten vorankommen", sagte Stöger dazu Mitte Jänner.

Wie Stöger weiter meinte, wolle man sich im Sommer dann "mehr bewegen". Muhr rief dahin gehend noch einmal in Erinnerung, dass vom aktuellen Kader nur die Verträge von Dominik Prokop und Florian Klein auslaufen. "Einen radikalen Umbruch kann man nicht erwarten", urteilte Austrias Sportdirektor.

Quelle: APA

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