Bundesliga

Austria sehnt Auszug aus Happel-Stadion herbei

Das 326. Wiener Fußball-Derby am Sonntag markiert eine gewisse Zeitenwende. Das Duell zwischen der Austria und Rapid wird wohl für lange Zeit zum letzten Mal im Happel-Stadion ausgetragen, danach sollten Aufeinandertreffen der beiden Erzrivalen im Prater nur noch in Sonderfällen - etwa bei einem Cupfinale zwischen Violett und Grün-Weiß - stattfinden.

Vorfreude auf die Generali Arena ist groß SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Vorfreude auf die Generali Arena ist groß

Grund dafür ist Austrias im Sommer anstehende Rückkehr in die um 42 Millionen Euro erneuerte Generali Arena. Das Comeback am Verteilerkreis wird von den Favoritnern schon herbeigesehnt, schließlich gab es in der knapp 50.000 Zuschauer fassenden Arena gegen Rapid praktisch keinen Heimvorteil.

Zudem waren generell die Besucherzahlen bei Heim-Auftritten der "Veilchen" dürftig, wie auch Club-Vorstand Markus Kraetschmer zugab. "Die Zuschauerzahlen waren nicht so wie erhofft. Wir haben im Happel-Stadion einen gewissen Heimvorteil verloren. Das betrifft nicht nur das Derby, sondern alle Heimspiele. Der wird aber in der neuen Generali Arena zurückkehren und größer werden", sagte Kraetschmer der APA.

Das Prater-Oval, wo die Austria seit Beginn der Vorsaison einläuft und nach dem Derby noch zwei Partien absolviert, brachte noch weitere Nachteile mit sich. So bezifferte der Austria-Vorstand die Kosten für die zweijährige Übersiedlung ins Happel-Stadion plus die Verlegung des Trainingsbetriebs nach Steinbrunn mit 1,5 bis 2 Millionen Euro pro Saison. Diese Zahlungen fallen ab kommender Spielzeit weg. Außerdem geht Kraetschmer dank des generalüberholten Stadions von einem zusätzlichen Deckungsbeitrag von 2,5 bis 3 Mio. Euro pro Saison aus. Eine mögliche Europacup-Teilnahme ist in dieser Rechnung noch nicht inkludiert.

Allerdings beginnen für die Austria nun auch die Kreditrückzahlungen für den Umbau der Generali Arena. Deshalb werde es im Sommer keine allzu kostspieligen Investitionen in neue Spieler geben, kündigte Kraetschmer an. "Wir wissen, dass wir den Kader verändern müssen, aber wir sind weit davon entfernt, teure Spieler zu holen." Zwar werde auch die Profi-Abteilung von den mittelfristigen Mehreinnahmen profitieren, doch auch Bereiche wie Scouting oder Akademie sollen aufgestockt werden.

Trotz des Einzugs ins neue "Schmuckkästchen" (Kraetschmer) wird man von der Austria vor Beginn der kommenden Saison keine großen Töne hören. "Ich kann schon jetzt sagen, dass wir im ersten Jahr im neuen Stadion nicht so weit sein werden, dass wir um den Meistertitel spielen", sagte der 46-Jährige. Die Vorgabe für die kommende Saison laute, einen Europacup-Startplatz zu ergattern.

Auch in punkto Zuschauerzahl hat sich Kraetschmer ein Ziel gesetzt, und zwar einen Schnitt von knapp über 10.000 Besuchern pro Match. Bisher wurden für die kommende Saison exklusive VIP-Bereich rund 3.000 Jahreskarten abgesetzt.

Welcher Trainer die Ehre hat, die Austria in der erneuerten Arena zu betreuen, ist noch offen. Der Kontrakt von Thomas Letsch läuft nach derzeitigem Stand mit Saisonende aus. Ein klärendes Gespräch soll es laut Kraetschmer im Mai noch vor Liga-Ende geben. "Sein Vertrag verlängert sich nicht automatisch, wenn wir den Europacup erreichen. Er kann aber auch verlängert werden, wenn wir den Europacup nicht erreichen", meinte Krateschmer.

Für Letsch gab es nach vier Siegen aus den jüngsten fünf Partien Lob vom Austria-Vorstand. "So wie sich die Mannschaft in den letzten Wochen entwickelt hat, ist das sehr positiv", erklärte Kraetschmer, merkte aber auch an, dass Sportdirektor Franz Wohlfahrt derzeit Gespräche mit weiteren Trainerkandidaten führt.

Quelle: APA

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