Bundesliga

Bundesliga-Clubs hoffen auf rasches Ja zu Geisterspielen

Die Fußball-Bundesliga hat am Freitag Klarheit geschaffen, wie sie sich den Wiedereinstieg in den Ligabetrieb vorstellt. Ob die Geisterspiele wie erhofft ab Mitte Mai durchgeführt werden können, liegt nun in Händen des Sportministeriums und der zuständigen Behörden. Liga-Vorstand Christian Ebenbauer hofft auf eine baldige Reaktion der Behörden.

Nun wartet man auf die Rückmeldung der Behörden SN/APA (dpa)/Roland Weihrauch
Nun wartet man auf die Rückmeldung der Behörden

Signale in die gewünschte Richtung kamen am Abend von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne). Er gab sich in der "ZiB2" vorsichtig positiv zu einer baldigen Aufnahme des Spielbetriebs ohne Zuschauer. "Die Möglichkeiten wollen wir schaffen, dass die Fußball-Bundesliga stattfinden kann", sagte Kogler. Außerdem meinte der Vizekanzler: "Über die Rahmenbedingungen tauschen wir uns intensiv aus und ich denke, dass wir hier zu einem Ergebnis kommen werden."

Die Liga wolle jedenfalls "schnellstmöglich Gewissheit haben, welche Vorgaben das Gesundheitsministerium macht", sagte Ebenbauer in einer Online-Pressekonferenz. Trotz der aktuellen Frist, die Spielzeit bis 30. Juni beenden zu müssen, bestehe die Möglichkeit, "eventuell in den Juli hineinzuspielen", sagte der Wiener. Die dafür nötige Zustimmung von UEFA und ÖFB ist laut Ebenbauer nicht viel mehr als ein Formalakt. Man müsse bei einer Saisonverlängerung allerdings mehrere Punkte wie etwa auslaufende Spielverträge beachten.

Ebenbauer bestätigte erneut, dass die erste Partie nach der Corona-Pause das Cupfinale zwischen Red Bull Salzburg und Austria Lustenau wäre. Die Terminplanungen gehen aber auch schon in Richtung nächste Saison, die nach Angaben des Liga-Vorstands abhängig von den weiteren Entwicklungen "eventuell Ende August oder Anfang September" beginnen könnte. Bei diesem Thema seien allerdings noch viele Fragen offen.

"Wir brauchen zur Umsetzung der Pläne jetzt schnell Klarheit und eine Perspektive", erklärte Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer. Christoph Peschek, Rapids Geschäftsführer Wirtschaft, erklärte: "Der überwiegende Teil der Bundesligisten möchte fertigspielen, ein Abbruch, der nicht behördlich vorgegeben wäre, hätte erhebliche wirtschaftliche und rechtliche Folgen." Peschek sprach von "einer großteils konstruktiven Sitzung, dass wir solidarisch in einem Boot sitzen".

Beschlossen hat die Liga ihr Geisterspiel-Konzept am Freitag im Rahmen einer Video-Clubkonferenz. Dabei hat man sich offenbar auf ein Prozedere für einen baldigen Start des Mannschaftstrainings und in weiterer Folge einen Neustart der Meisterschaft geeinigt. Das Papier wurde dem Sportministerium übermittelt.

Man wolle "in Abstimmung mit den zuständigen Behörden schnellstmöglich Gewissheit haben, unter welchen Bedingungen ein Trainings- und Meisterschaftsbetrieb möglich ist", hieß es. Ebenbauer meinte: "Mit dem fertigen Konzept haben wir einen großen Teil unserer Arbeit erledigt. Nun ist die Politik am Zug, uns mitzuteilen, unter welchen Möglichkeiten eine Wiederaufnahme der Tipico Bundesliga möglich ist."

Das Konzept umfasst die Bereiche Medizin, Sport und Organisation. Beim ersten Thema sei es das Ziel, "das Risiko von Übertragungen über ein engmaschiges Testschema mit PCR-Tests zu minimieren. Diese Tests zeigen, ob ein Spieler aktuell mit Corona-Virus infiziert ist. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Möglichkeit, im Falle eines positiven Tests nur den betroffenen Akteur zu isolieren", wurde in der Mitteilung verlautbart.

Der Bereich Sport umfasst vor allem Termin-Fragen. Aktuell gibt es eine behördliche Genehmigung für Kleingruppentraining, das seit Anfang dieser Woche stattfindet. Für Mannschaftstraining und Spielbetrieb sind behördliche Genehmigungen noch ausständig.

Möglicherweise können Geisterspiele bei einem Meisterschafts-Neustart im Free-TV zu sehen sein. Hier befinde man sich in laufenden Gesprächen mit Hauptlizenzpartner Sky, sagte Ebenbauer. "Wir wollen das österreichische Publikum bestmöglich abholen."

In punkto Organisation der Partien ohne Zuschauer beruht das Konzept auf der Einteilung der bei einem Geisterspiel anwesenden Personen in drei Gruppen. Die Gruppe Rot umfasst Spieler und alle Personen, die direkt Kontakt mit ihnen haben wie Trainer, Betreuer, Schiedsrichter. Diese Personen sollen regelmäßigen Testungen in kurzen Abständen unterzogen werden.

Die Gruppe Orange bewegt sich im Stadioninnenraum und besteht unter anderem aus TV-Produktion, Organisation und teilweise Medienvertretern. Hier wird auf Abstand zur Roten Gruppe sowie allgemeingültige Maßnahmen wie Handhygiene oder tragen des Nasen-Mund-Schutz gesetzt.

Die Gruppe Gelb befindet sich im Tribünenbereich. Sie umfasst Vertreter aus Medien und Organisation. Auch hier wird auf Nasen-Mund-Schutz und Abstand halten gesetzt sowie auf die räumliche Trennung zu den anderen Gruppen.

Quelle: APA

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