Bundesliga

Bundesliga-Meistergruppe startet mit Salzburg gegen Austria

Die österreichische Fußball-Bundesliga geht in die entscheidende Phase. Während es für die Teams in der Qualifikationsgruppe am Samstag darum geht, die Chance auf einen Europacup-Platz zu wahren, wird in der Meistergruppe am Sonntag weiterhin um den Titel gespielt. Titelverteidiger Red Bull Salzburg will dabei im Heimspiel gegen die Austria am Sonntag (17.00 Uhr) seinen Krönungszug antreten.

Salzburg ist Topfavorit auf den Meistertitel SN/APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER
Salzburg ist Topfavorit auf den Meistertitel

Der Vorsprung auf den ersten Verfolger LASK schmolz dank Punkteteilung auf vier Punkte, Ausrutscher sollte man sich nicht leisten. "Wir müssen jetzt in diesen Tunnel rein und das bis zum Schluss durchziehen", betonte Salzburg-Coach Marco Rose.

"Unser Ziel ist klar. Wir wollen Meister werden", ergänzte Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund. "Das ist aber nicht selbstverständlich, denn die Ausgangssituation ist spannend." Rose warnte vorsichtshalber vor den "Veilchen", die vor dem zweiten Spiel unter Coach Robert Ibertsberger stehen. "Man merkt die Aufbruchsstimmung. Sie kommen mit einer anderen Spielanlage. Sie haben in Graz und gegen Zenit St. Petersburg (3:0-Sieg im Test/Anm.) mit einer Dreierkette gespielt. Das hat Robert auch mit dem WAC so gemacht, und das erwarten wir auch am Sonntag", meinte Rose. "Die Austria hat gegen St. Petersburg gezeigt, dass sie sich viel vornehmen."

Bleibt Salzburg ungeschlagen, hat man das eigene Stadion in der Liga zum 40. Mal in Folge nicht als Verlierer verlassen. Derzeit teilt man sich die Bundesliga-Bestmarke noch mit dem FC Wacker Innsbruck, dem dies von März 1982 bis September 1984 gelungen war. Die Statistik spricht nicht für ein Ende der Serie. Die Austria hat nur eines ihrer vergangenen 16 Ligaspiele in Salzburg gewonnen - ein 3:2 im September 2014. Von den jüngsten 17 Duellen ging nur der bedeutungslose Saisonabschluss im Mai 2018 mit 4:0 an die Violetten. "Wir rechnen uns schon etwas aus, auch wenn unsere Bilanz jetzt nicht so positiv ist dort", betonte Ibertsberger. "Wir gehen dorthin und wollen auf jeden Fall etwas mitnehmen."

Ein weiteres Duell in der Meistergruppe lautet Sturm Graz gegen SKN St. Pölten. Sturm hat es dorthin nur mit viel Mühe geschafft und möchte am Sonntag (14.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen St. Pölten wohl vieles vergessen machen. Trainer Roman Mählich warnte aber vor Übermut: "Es wäre der größte Fehler zu glauben, dass es jetzt von allein geht. Wir müssen demütig und am Boden bleiben."

Für St. Pöltens Coach Ranko Popovic ist es nicht nur die Rückkehr an die Stätte seiner größten Spielererfolge, zu seiner "großen Liebe" Sturm, sondern auch eine Art Bewährungsprobe. Der Kühbauer-Nachfolger erhielt nach vielen Spekulationen in der Vorwoche die Rückendeckung des Vereins, nun will er die Leistungen auch in Resultate umgemünzt sehen. "Sicher wäre ich mit ein paar Punkten mehr besser drauf. Aber wenn ich sehe, was die Mannschaft geleistet hat, habe ich kein schlechtes Gefühl", gab sich Popovic zuversichtlich.

Das dritte Spiel der Meistergruppe wird zwischen dem LASK und dem WAC bestritten. Für Christian Ilzer, der mit seinem WAC am Sonntag (14.30) die Linzer im Lavanttal empfängt, ist der LASK ein"ernsthafter Titelkandidat". Vier Punkte fehlen dem LASK vor den letzten zehn Partien auf Leader Salzburg, Trainer Oliver Glasner will vom Titel freilich nichts wissen.

"Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir brauchen, um erfolgreich zu sein", so Glasner. Und das sei eben immer das nächste Spiel. "Der WAC ist ein sehr unangenehmer Gegner, spielt sehr aggressiv und macht die Räume sehr eng. Das wird nicht leicht", erklärte der Oberösterreicher, der mit Ausnahme von Oh In-pyo auf alle seiner Kicker zurückgreifen kann.

Ilzer will den Gästen das Leben einmal mehr schwer machen. Auch wenn er sich der LASK-Qualitäten bewusst ist. "Sie haben unglaublich gute Automatismen. Die Formation ist am Papier stets die gleiche, sie sind in sich aber sehr flexibel. Keine andere Mannschaft nützt es so gut aus, wenn du etwas anbietest", meinte der 41-Jährige. Er verwies aber auf die bisherigen Saisonduelle. "Wir haben in beiden Partien in vielen Phasen auf Augenhöhe agiert. Im ersten Spiel war der LASK einfach das effizientere Team."

Rekordmeister Rapid spielt nach einer bisher verpatzten Saison in der Fußball-Bundesliga nur noch im "Konzert der Kleinen" mit. Zum Auftakt der Qualifikationsgruppe kommt am Samstag (17.00 Uhr) die Admira ins Allianz Stadion. Die Südstädter liegen nach der Punkteteilung statt sechs nur noch drei Zähler hinter den Wienern und treten nach einem starken Jahresstart mit viel Selbstvertrauen an.

"Wir glauben nicht, dass nur weil wir Rapid sind, die Gegner vor Ehrfurcht erstarren. Wir müssen schon unsere Arbeit verrichten und werden keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen", sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer im Hinblick auf die Premiere im neuen unteren Play-off. Ein Punkt fehlt den Hütteldorfern auf den SV Mattersburg, der im Kampf um den "Quali-Meistertitel", der die Chance auf einen Europacup-Platz fix am Leben hält, in der Pole Position ist.

"Wir werden alles daran setzen, dass wir am Schluss unten ganz oben stehen", gab Offensivspieler Christoph Knasmüllner die Marschroute vor. Dafür soll ein Start nach Maß her. "Wenn wir das Spiel mutig und gelassen angehen, dann bin ich guter Dinge, dass wir als Sieger vom Platz gehen", betonte der frühere Admiraner.

Die Niederösterreicher wollen ihr Punktekonto weiter aufstocken und 2019 weiter ungeschlagen bleiben. "Uns erwartet sicher keine leichte Aufgabe, aber wir wollen den Lauf aus den letzten Spielen fortsetzen", sagte Abwehrspieler Sebastian Bauer. Lukas Malicsek sah es ähnlich. "Wenn wir, wie in den letzten Spielen, defensiv kompakt stehen und offensiv eiskalt vor dem Tor sind, bin ich guter Dinge, dass wir drei Punkte mitnehmen", sagte der 19-jährige Innenverteidiger.

Mit breiter Brust darf Altach am Samstag (17.00 Uhr) ins Auswärtsspiel beim SCR Altach gehen. Nur knapp verpassten die Burgenländer den Einzug in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga, selbst nach der Punkteteilung ist man vom Nachzügler durch fünf Punkte getrennt. "Es ist aber ein Neustart", warnte SVM-Coach Klaus Schmidt, dessen Konterpart Alex Pastoor bei den Hausherren seinen Einstand gibt.

Welches Spiel die Gäste am Samstag erwartet, bleibe abzuwarten, erklärte Schmidt. "Aufgrund des Trainerwechsels in Altach ist es extraschwierig, sich auf den Gegner vorzubereiten. Holländer sind in der Regel eher risikofreudige Trainer, sehr offensiv denkende Trainer. Aber das muss genau gar nichts heißen", meinte der Steirer, der mit dem gesperrten Andreas Gruber sowie Florian Hart, Michael Lercher, Michael Perlak, Alois Höller und Nedeljko Malic (alle verletzt) zahlreiche Spieler vorgeben.

"Es macht keinen Sinn, auf die Tabelle zu schauen. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und dann löst sich das Problem von selber", meinte Pastoor im Hinblick auf das magere Neun-Punkte-Konto. Nur einen Zähler liegt man vor Schlusslicht Wacker Innsbruck. Der 52-jährige einstige Altach-Spieler präsentierte sich in der Rolle als Motivator. "Man muss sich die Unterstützung der Fans verdienen und das geht nur, wenn wir 'schaffen wie Sau'. Das sind für mich Dinge, die über Taktik- oder Systemfragen stehen."

Der TSV Hartberg will von einem Favoritenstatus vor dem Heimspiel gegen Schlusslicht FC Wacker Innsbruck nichts wissen. "Ich bin der Erste, der liebend gerne sagen würde, dass wir Favorit sind. Aber unsere generelle, auch budgetäre Situation, lässt das nicht zu", sagte Hartberg-Trainer Markus Schopp vor dem Start in die Qualifikationsrunde der Fußball-Bundesliga am Samstag (17.00 Uhr).

Mit einem "guten Herbst" und "interessanten Frühjahr", wie Schopp erklärte, hat sich Hartberg inmitten einer Konkurrenz "mit ganz anderen Möglichkeiten" 13 (geteilte) Zähler und damit fünf mehr als Innsbruck erarbeitet. "Wir müssen höllisch aufpassen", mahnte der Trainer der Steirer jedoch vor dem Auftakt. "Wir haben zehn extrem spannende Endspiele vor uns. Da ist ein kleiner Vorsprung, wie bei uns, wenig bis gar nichts wert."

Beide Teams haben gemeinsam, dass sie mittlerweile acht Runden sieglos sind. Bei Wacker kommt negativ hinzu, dass es zuletzt vier Niederlagen am Stück gab und zudem fünfmal en suite keinen Torerfolg. "Wir versuchen den Jungs ein gutes Gefühl zu geben vor dem Tor - in dem Bewusstsein, dass Tore grundsätzlich eine Entstehung haben. Dazu braucht es Räume und Lösungen, und daran haben wir gearbeitet", gab Neo-Trainer Thomas Grumser Einblick. Ein Testspiel gegen Regensburg konnte am Freitag mit 3:1 gewonnen werden. "Alle drei Tore waren sehr gut herausgespielt. Wenn wir die Prinzipien Schritt für Schritt umsetzen, sind Tore für mich die logische Konsequenz", blickte Grumser positiv nach vorne.

Quelle: APA

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