Bundesliga

Corona: Red Bull Salzburg verzichtet auf Trainingslager - sechs Profis infiziert

Österreichs Fußballmeister Red Bull Salzburg muss seine Frühjahrsvorbereitung umkrempeln: Wegen der hohen Zahl an Coronainfektionen in Europa verzichten die Salzburger auf ihr Trainingslager in Marbella - und mussten zudem sechs Profis in Quarantäne schicken.

Auch in Taxham lässt es sich trainieren: Start in die Frühjahrssaison bei Meister Red Bull Salzburg am Samstag, 8. Jänner 2022. SN/gepa pictures/ david geieregger
Auch in Taxham lässt es sich trainieren: Start in die Frühjahrssaison bei Meister Red Bull Salzburg am Samstag, 8. Jänner 2022.

Aufgrund der generell stark ansteigenden Zahl an Coronainfektionen in ganz Europa verzichtet Red Bull Salzburg auf das Ende kommender Woche (15. bis 22. Jänner) geplante Trainingslager im spanischen Marbella. Das gaben die Salzburger am Samstagvormittag zum Start des Mannschaftstrainings in Taxham bekannt.

Das Team von Trainer Matthias Jaissle bleibt stattdessen in Salzburg und bereitet sich hier auf die anstehende Frühjahrssaison vor. Für die beiden in Spanien geplanten Testspiele wird aktuell nach Ersatzgegnern gesucht. Die Testspielpartner im "Marbella Football Center" wären die Young Boys Bern sowie Sparta Prag gewesen. Coach Jaissle sah in der Trainingscamp-Absage keinen großen Nachteil. "Wir haben hier überragende Bedingungen und das wollen wir bestmöglich nutzen."

LASK, Rapid und dann die Bayern

In einem Monat soll Red Bull Salzburg binnen weniger Tage drei schwierige Spiele bestreiten: Am 6. Februar steht das Viertelfinale im ÖFB-Cup gegen den LASK auf dem Programm. Salzburg startet danach am 11. Februar mit dem Auswärtsspiel bei Rekordmeister Rapid Wien in das Bundesligajahr 2022. Fünf Tage später ist das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Bayern München angesetzt.

Sportdirektor Christoph Freund erklärt dazu: "Wir haben sehr ausführlich über die Vor- bzw. Nachteile der Abhaltung dieses Trainingslagers diskutiert. Letztlich sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir jedes Risiko vermeiden wollen und uns deshalb in Salzburg vorbereiten. Hier haben wir die größtmögliche Planungssicherheit und sind nicht abhängig von Ein- und Ausreiserichtlinien bzw. Quarantänebestimmungen anderer Länder. Am Elan und an der Motivation für die Vorbereitung ändert sich durch die Absage bei uns absolut nichts."

Sechs positive Tests

Beim heutigen ersten Mannschaftstraining am Platz fehlten den Bullen sechs Spieler wegen positiver Coronatests. Diese Gruppe befindet sich bereits in Quarantäne, die betroffenen Akteure haben keine bzw. milde Symptome.

Kein Trainingslager in Marbella: Salzburg-Trainer Matthias Jaissle. SN/GEPA pictures
Kein Trainingslager in Marbella: Salzburg-Trainer Matthias Jaissle.

"Wir können sie ja nicht einsperren"

Welche sechs Spieler von den positiven Tests betroffen sind, wollte der Club mit Hinweis auf deren Privatsphäre nicht nennen. Dass sich die Urlaubspläne der Profis über Weihnachten und Neujahr womöglich nicht so gut mit der Pandemie vertragen haben, wollte die sportliche Leitung nicht als Anlass zur Kritik sehen. "Es gibt keine strikten Vorgaben für Urlaube. Wir können sie ja nicht einsperren. Das ist das Leben, mit dem wir alle leben müssen. Ich glaube es war wichtig für die Jungs, einmal wegzukommen und auf andere Gedanken zu kommen nach diesen intensiven Wochen und Monaten, meinte Freund. Und Jaissle fügte hinzu: "Der Virus macht auch in der Gesellschaft nicht halt, deswegen gibt es da keinen Vorwurf."

Wöber und Vallci wieder dabei

Neben dem "Corona-Sextett" und den Langzeitverletzten Zlatko Junuzovic, Bryan Okoh, Sekou Koita und Bernardo fehlten auch die angeschlagenen Karim Adeyemi und Nicolas Seiwald beim Trainingsauftakt. Dafür meldete sich Maximilian Wöber wieder zurück - ebenso wie Albert Vallci, der individuell trainierte. Jaissle zeigt sich nach der Übungseinheit zufrieden: "Das war ein richtig guter Auftakt heute, noch nicht mit dem kompletten Kader. Trotzdem hat man schon gesehen, wo die Reise hingeht, dass die Jungs wieder voll bereit sind, sich weiterzuentwickeln."

Große Chance für junges Trio

Mit Amankwah Forson (19), Roko Simic (18) und Lukas Wallner (18), der kurz vor Weihnachten seinen ersten Profivertrag unterzeichnet hat, absolvieren zudem drei Youngsters des FC Liefering die Vorbereitung beim Meister. "In der Vorbereitung können sie sich zeigen, wir werden dann sehen, wie weit sie schon sind. Jetzt haben sie mal die Chance, dass sie dabei sind. Sie werden die nächsten Wochen bei der ersten Mannschaft im Training dabei sein und die Testspiele mitbestreiten", erklärte Freund, der keine großen Transferpläne wälzt, sondern den Kader so belassen möchte.

Aufgerufen am 20.05.2022 um 07:21 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/corona-red-bull-salzburg-verzichtet-auf-trainingslager-sechs-profis-infiziert-115161829

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