Bundesliga

Djuricin zu "Gogo raus": "Frage, ob das dem Team hilft"

Mit einem Tag Abstand hat Rapid-Trainer Goran Djuricin noch einmal zu den von der organisierten Fanszene der Hütteldorfer erhobenen Rücktrittsforderungen Stellung genommen. Beim 3:1 am Donnerstag im Play-off-Hinspiel zur Fußball-Europa-League gegen Steaua Bukarest war "Gogo raus" im Allianz Stadion sowohl zu hören als auch zu lesen gewesen, was dem Wiener naturgemäß sauer aufstieß.

Trainer Djuricin versucht, konzentriert zu bleiben SN/APA/HANS PUNZ
Trainer Djuricin versucht, konzentriert zu bleiben

Er habe "vollstes Verständnis" für Proteste, wenn die Mannschaft so auftrete wie beim 0:0 gegen den WAC. "Unser Auftreten danach war in jedem Spiel anders. Aber so etwas wie gestern - tut mir leid, da fehlt mir jegliches Verständnis, wie so etwas kommt, wenn man 2:0 führt und noch zwei, drei Topchancen hat. Es ist die Frage, ob das der Mannschaft hilft oder kontraproduktiv ist", sagte Djuricin am Freitag.

Dabei hätten die Anhänger ihren Beitrag zu einer "typischen geilen Europacup-Nacht bei Rapid" geleistet, sagte Djuricin. "Unsere Fans können richtig geile Fans sein, doch bei der einen oder anderen Geschichte muss man das hinterfragen."

Der Coach spürt nach eigenen Angaben die Unterstützung von Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel, der über die Fan-Aktion ebenfalls verwundert war. "Klar fragt man sich hin und wieder, was passiert da eigentlich genau. Wenn man genauer hinsieht, weiß man vielleicht auch, wieso das eine oder andere Resultat zustande gekommen ist. Wenn von außen analysiert wird, dass es von einer Person abhängt, ist das eine Meinung, die ich nicht teilen kann", erklärte der Schweizer. Die Proteste seien "wenig nachvollziehbar".

Nun gehe es darum, Spannungen abzubauen. "Wir brauchen Resultate, dann wird sich das Ganze hoffentlich beruhigen." Über die kritischen Rapid-Anhänger meinte Bickel: "Die Fans helfen uns so viel, sie sind so oft im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Aber zwischendurch hast du dich auch mit anderen Dingen von ihnen auseinanderzusetzen."

Bickel nimmt sich nach eigenen Angaben die Unmutsäußerungen des Anhangs zu Herzen, lässt sich von ihnen aber nicht leiten. "Es ist eine klare Vorgabe für mich, dass ich meinen Weg gehe und mich nicht von außen beeinflussen lasse."

Richard Strebinger erzählte, er habe von der "Gogo raus"-Kampagne gar nichts mitbekommen. "Ich habe davon erst nach dem Spiel erfahren. Aber ich bin immer in meinem eigenen Tunnel und kriege auch selten mit, wer die Tore schießt", sagte der Goalie.

Unterdessen meldete sich auch Rapid-Präsident Michael Krammer im "Kurier" zu Wort. "Allen Rapidlern muss klar sein: Es entscheiden ganz andere Parameter über den Trainer als Transparente und Rufe." Außerdem fragte sich der Clubchef: "Es soll jeder für sich entscheiden: Hilft das Rapid? Oder wird dadurch unnötig Unruhe erzeugt?"

Quelle: APA

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