Bundesliga

Druck im Abstiegskampf steigt - "Jedes Spiel ist ein Krieg"

Das waren es nur noch vier. Der SV Mattersburg (18 Punkte), SKN St. Pölten (16), die WSG Tirol (15) und Admira (14) kämpfen in den verbleibenden drei Runden bis zum 4. Juli um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Der SCR Altach (23) darf dagegen nach dem 1:1 am Dienstagabend gegen Mattersburg noch auf die Europacup-Quali hoffen, die Wiener Austria (28) steht bereits fix im Play-off.

Schon am Samstag könnte eine Entscheidung fallen SN/APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER
Schon am Samstag könnte eine Entscheidung fallen

Schon am kommenden Samstag (Spiele ab 17.00 Uhr) könnte eine weitere Entscheidung fallen: Sollte Mattersburg im eigenen Stadion die Admira schlagen, dann wären auch die Burgenländer alle Abstiegssorgen vorzeitig los. "Dieser Punkt war Goldes wert, weil nun können wir gegen die Admira den Klassenerhalt fixieren", betonte SVM-Trainer Franz Ponweiser deshalb unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Altach.

Das Remis hatten die Burgenländer in erster Linie ihrem Schlussmann Markus Kuster zu verdanken, der einen ungerechtfertigten Foulelfmeter von Sidney Sam parierte (73.). "Kompliment an Kuster, der den gut geschossenen Elfmeter noch besser pariert hat", lobte Ponweiser seinen Goalie.

St. Pölten war nach einer 1:0-Pausenführung bis zur 83. Minute punktegleich mit Mattersburg, musste sich aber am Ende noch mit einem 1:1 gegen das bisherige Schlusslicht WSG Tirol begnügen. Deshalb hat der SKN nun nicht vier, sondern nur zwei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrang. "Wir haben eine riesengroße Chance liegen gelassen. Wir haben einen toten Gegner zum Leben erweckt", ärgerte sich Trainer Robert Ibertsberger auf Sky über vergebene Konterchancen.

Noch mehr wurmte ihn aber der Ausschluss von Nico Gorzel, der sich binnen zehn Minuten eine Gelb-Rote Karte (68.) wegen wiederholten Foulspiels abgeholt und dadurch das Konterfeuerwerk seines Teams zum Erliegen gebracht hatte. "Durch eine dumme Aktion bringen wir uns in Unterzahl, dann rennt das in eine komplett falsche Richtung. Dass man dort so reingrätscht, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das hat der Mannschaft extrem geschadet", kritisierte Ibertsberger den Deutschen deutlich.

Gorzel selbst gab sich einsichtig. "Das war einfach dumm", gestand der 21-Jährige, erklärte seinen übertriebenen Einsatz aber auch mit dem unheimlichen Druck: "Jedes Spiel ist ein Krieg, es geht um alles."

Für seinen Trainer war es trotzdem "unerklärlich", dass man das Spiel so aus der Hand gegeben habe. "Wir können da nicht zur Tagesordnung übergehen, wir müssen das intern klar ansprechen, jetzt ist richtig Feuer am Dach. Jetzt heißt es einfach, die Spiele so gut wie möglich über die Bühne zu bringen. Aber es wird jetzt schwieriger", weiß Ibertsberger um das harte Restprogramm seiner Mannschaft, die zunächst zur Austria und Admira muss, bevor sie zum Abschluss Altach empfängt.

WSG-Tirol-Coach Thomas Silberberger konnte dagegen mit der Punkteteilung besser leben, ärgerte sich aber ebenso über den Gelb-Rot-Ausschluss von Abwehrchef Bruno Soares (73.). Auch der 47-Jährige nahm dabei das Wort "Dummheit" in den Mund. "Wenn wir elf gegen zehn spielen, wären wir als Sieger vom Platz gegangen. Das muss ich der Mannschaft ankreiden." Wie für den SKN war es auch für die WSG der bereits vierte Ausschluss in den bisher sieben Quali-Gruppe-Runden.

"Oberstes Gebot im Abstiegskampf ist, Ruhe zu bewahren, und das mache ich sicherlich. Wir sind letztes Jahr aufgestiegen, weil wir bis zum letzten Spieltag cool und clever waren, und das brauchen wir jetzt auch. Ich sage, wir bleiben hundertprozentig drin", versicherte Silberberger. Sein Tormann Ferdinand Oswald weiß, dass dies ein hartes Stück Arbeit wird: "Diese zehn Spiele in fünf Wochen sind extrem anstrengend, es ist ein extremer Abnützungskampf, auch mental."

Die Tiroler starten am Samstag mit einem Heimspiel gegen Altach in die letzte Phase der Meisterschaft, müssen dann am Dienstag nach Mattersburg, ehe es vielleicht am 4. Juli zum alles entscheidenden Showdown in Innsbruck mit der Admira kommt. Diese gastiert davor noch in Mattersburg und spielt zu Hause gegen St. Pölten. "Wir haben jetzt drei Endspiele vor uns. Es wird bis zuletzt spannend bleiben", versprach Admira-Coach Zvonimir Soldo, dessen Team nun schon vier Runden (je zwei Remis und Niederlagen) und damit am längsten sieglos ist.

Quelle: APA

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