Bundesliga

"Frustrierte" Altacher hoffen auf versöhnliches Jahresende

Werner Grabherr bekommt am Sonntag die vielleicht letzte Chance, den verfahrenen Karren des SCR Altach aus dem Dreck zu ziehen. Im Heimspiel der 18. Runde der Fußball-Bundesliga gegen Aufsteiger TSV Hartberg zählt für den Vorletzten nur ein Sieg. Erst zweimal durften die Vorarlberger diese Saison über einen Erfolg jubeln, auch deshalb liegt man punktgleich mit der Admira am Tabellenende.

Altach will aus dem Tabellenkeller SN/APA/EXPA/DOMINIK ANGERER
Altach will aus dem Tabellenkeller

"Elf Punkte sind frustrierend, eine Katastrophe für das, was jeder einzelne dafür getan hat, um aus dem Tief wieder herauszukommen", sagte Altachs Coach. Das 1:2 in St. Pölten vergangene Woche war die vierte Niederlage in Folge. "Mir ist es in der letzten Woche nicht gelungen, den Druck von der Mannschaft zu nehmen", gab sich Grabherr selbstkritisch. Alles andere als ein Sieg am Sonntag würde wohl fix das Ende seiner Amtszeit in der ersten Reihe bei Altach bringen.

Hannes Aigner kann dabei wegen seiner Sehstörungen weiter nicht mitwirken, steht dem Team aber mit Rat zur Seite. "Wir müssen die Situation so nehmen, wie sie ist, müssen sie analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Wir sitzen alle im selben Boot", erläuterte der Stürmer-Routinier. Von der Qualität des Teams ist der 37-jährige Tiroler nach wie vor überzeugt. "Alle gemeinsam werden wir das hinkriegen, da bin ich mir sicher", betonte Aigner.

Dafür ist auf jeden Fall eine Steigerung in der Offensive nötig, in den jüngsten vier Partien traf der Ländle-Club nur einmal. Gegen Hartberg gab es am 15. September auswärts eine bittere 1:2-Niederlage, die Philipp Siegl erst in der 92. Minute fixierte. Zu Hause gewann Altach aber die jüngsten sechs Pflichtspiele gegen den TSV. "Hartberg hat mit Diarra einen wichtigen Spieler im Zentrum verloren, trotzdem haben sie die letzten Spiele gepunktet. Wir wollen ihnen nichts anbieten und am Ende ein Tor mehr schießen als der Gegner. So einfach wäre es", verlautete Grabherr.

Die Obersteirer kassierten in den jüngsten acht Spielen nur gegen den unangefochtenen Leader Salzburg eine Niederlage, zuletzt wurden mit dem LASK (3:3) und Innsbruck (2:2) die Punkte geteilt. "Wir fahren mit einem guten Gefühl hin. Wir haben relativ viele Punkte gesammelt und sind interessiert daran, dass wir uns punktemäßig noch weiterentwickeln. Das heißt, wir wollen in Altach sicher was mitnehmen", gab Hartberg-Trainer Markus Schopp die Marschroute vor.

Der Nachzügler wird nicht auf die leichte Schulter genommen. "Wir treffen auf einen Gegner, der über extrem viel Qualität verfügt, das aber in den Punkten momentan nicht sichtbar ist", warnte der 44-Jährige. In die Favoritenrolle ließ er sich nicht drängen. "Ich bin einfach realistisch und weiß, mit welchen Möglichkeiten Altach arbeitet. Als Hartberg zu sagen, wir sind Favorit, würde nicht den Tatsachen entsprechen, auch wenn die Tabelle was anderes aussagt", erläuterte der TSV-Coach.

Da liegen die auswärts vier Partien unbesiegten Steirer nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses im Vergleich zu Sturm Graz hinter den Top Sechs. "Wir werden aber nicht den Fehler machen, uns künstlich unter Druck zu setzen", betonte Schopp. Vordergründiges Ziel bleibt der Klassenerhalt, dafür will man den Abstand zum Tabellenende zum Jahresabschluss weiter vergrößern. Ein wichtiger Faktor könnte einmal mehr Rajko Rep sein. Der Slowene spielte sich mit sechs Toren und sechs Assists in den Vordergrund. "Unsere große Qualität ist aber das Kollektiv", betonte Schopp.

Quelle: APA

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