Bundesliga

Hartberg tanzte nach "absolut verdientem" Klassenerhalt

"Doppelpacker" Dario Tadic hat Aufsteiger Hartberg in einem Herzschlagfinish den Klassenerhalt beschert. Mit dem 3:1 über die Admira gaben die Steirer Innsbruck das Nachsehen und krönten eine Saison, zu deren Beginn sie noch als erster Abstiegskandidat gehandelt worden waren. "Schöner kann man die Geschichte nicht abschließen", jubelte Tadic nach den zwei wichtigsten seiner sieben Saisontore.

Die Ausgangslage beim "Dorfverein" (6.700 Einwohner) war klar: Ein Remis könnte bei einem Sieg von Innsbruck über Mattersburg nicht reichen. Dass die Burgenländer, die am Dienstag das Play-off gegen Rapid bestreiten, am Tivoli mit einer B-Elf aufkreuzen würden, machte die Angst nicht kleiner. Und die frühe 2:0-Führung von Wacker nach nur 12 Minuten schien die Befürchtungen zu bestätigen. Doch Hartberg zeigte von Beginn an seinen Siegeswillen und belohnte sich schließlich auch. "Wir wollten von der ersten Minute an bissig und aggressiv sein", erklärte Coach Markus Schopp auf "Sky". "Die Mannschaft hat das mit genau dieser Intensität umgesetzt, wie wir uns das vorgestellt haben."

Tadics Doppelpack (25., 60.) bedeutete die Entscheidung, die weiteren Tore durch Kresimir Kovacevic (91.) und Admiras Sinan Bakis (93.) hatten nur noch kosmetischen Charakter. "Die letzten Wochen waren nicht einfach", ächzte Tormann Rene Swete nach getaner Arbeit. "Was es wirklich ausmacht, ist diese mentale Geschichte, das abzurufen." Schopp, der die Steirer im vergangenen Sommer übernahm, hatte vor der Partie daran nicht gezweifelt: "Die Mannschaft hat gelernt, dass sie über einen sehr langen Zeitraum mit Druck umgehen muss."

Für den ehemaligen ÖFB-Teamspieler stand fest, dass man sich den Klassenerhalt über die gesamte Saison gesehen "absolut verdient" habe. Schließlich kratzte man im Grunddurchgang lange an der Meistergruppe, ohne die Punkteteilung hätte man sechs Zähler mehr als Wacker Innsbruck am Konto. So waren es am Ende nur deren zwei, die aber reichten, um die Oststeirer in Ekstase zu versetzen. Nicht zu vergessen ist, dass der Club vor fast genau einem Jahr seine Oberhaus-Lizenz erst nach dem Gang vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht in Händen hielt.

Die Niederösterreicher, mit Goalgetter Sasa Kaljdzic zu Beginn nur auf der Bank, mussten in der Profertil-Arena zehn starke Anfangsminuten der Gastgeber überstehen, bei der vorerst besten Chance der Hausherren wurde Rajko Rep im letzten Moment von Pascal Petlach gestoppt (7.). Dann aber fand die Truppe von Reiner Geyer besser ins Spiel und wäre nach weitem Ball auf Patrick Schmidt fast zur Führung gekommen, der Stürmer scheiterte aber erst an Goalie Rene Swete, schließlich an Michael Blauensteiner (11.).

So als hätte man die frühe 2:0-Führung Innsbruck gespürt, schlug Hartberg in der 18. Minute nach einem schnellen Konter über Zakaria Sanogo und Florian Flecker eiskalt zu: Tadic verwertete den Stanglpass aus Kurzdistanz ideal. Die Admira ging in der Folge zwar durchaus engagiert und mit klar mehr Ballbesitz zu Werke, konnte sich gegen die kompakte Abwehr der Gastgeber vor der Pause aber keine weitere Chance mehr erarbeiten. Vielmehr war es Goalie Andreas Leitner, der in der 25. Minute gegen Reps Versuch aus Kurzdistanz mit einer Glanzparade das 0:2 vereitelte.

Nach Wiederbeginn gab die Admira, nun mit dem eingewechselten Kalajdzic, weiter den Ton an, kam aber neuerlich nicht in die gefährliche Zone. Hartberg hingegen bemühte sich weiter um Konter und schaffte nach einer Blauensteiner-Flanke tatsächlich auch die Vorentscheidung: Tadic köpfelte zu seinem siebenten Saisontor aus gut sechs Metern zum 2:0 ein. Als an der Seitenlinie bereits die "Klassenerhalt"-Leibchen verteilt wurden, erhöhte erst der eingewechselte Kovacevic auf 3:0, Bakis' Treffer hatte nur noch kosmetischen Charakter.

Am Samstag tanzte Club-Präsidentin Brigitte Annerl also fahnenschwingend über den Rasen und versprach ihren Kickern einen zünftigen Mallorca-Urlaub. Sie selbst sei freilich nicht mit von der Partie: "Einer muss die Kohle verdienen für die Reise." Ihr Lob galt hauptsächlich dem Trainer. "Es war ein bisschen die Krone nach dieser tollen Saison, wir nennen es das Schopp-Häubchen", meinte die Unternehmerin, die zugleich bekräftigte, Coach unbedingt weiter an Bord halten zu wollen: "Er passt 100 Prozent zu uns, wir wollen ihn halten, und es wird gelingen." Schopp selbst, dessen Vertrag ausläuft, hielt sich noch bedeckt. "Es war ein extrem schönes Jahr", sagte der Steirer. Ob er aber auch 2019/20 an der Seitenlinie stehe, sei "sehr schwer zu beurteilen". Eine Entscheidung werde aber "in den nächsten Tagen fallen".

Quelle: APA

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