Bundesliga

Hitziges Topspiel endete mit Unentschieden: Rapid Wien bestrafte Red Bull Salzburg spät

Nach der empfindlichen 2:6-Heimniederlage in der Champions League gegen Bayern München wollte Serienmeister Salzburg in der heimischen Liga bei Rapid Wien in die Erfolgsspur zurückkehren. Und der Anfang sah vielversprechend aus: Die in der Liga noch ohne Punktverlust agierende Mannschaft von Trainer Jesse Marsch führte ab der 29. Minute mit 1:0. Sekou Koita traf nach Zuspiel von Dominik Szoboszlai. Doch fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit glich Christoph Knasmüllner aus. Es blieb beim 1:1.

Andreas Ulmer (rechts) im Vorwärtsgang. SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Andreas Ulmer (rechts) im Vorwärtsgang.

Der große Schlager der Fußball-Bundesliga hat am Sonntag keinen Sieger gebracht. Herausforderer Rapid erreichte zu Hause gegen Serienmeister Salzburg ein 1:1 (0:1). Sekou Koita brachte die Salzburger vor der Pause in Führung (29.), Rapid gelang im Finish durch Christoph Knasmüllner der Ausgleich (85.). Beide Teams sind nach sieben Runden weiter ungeschlagen. Salzburg liegt nach dem ersten Punkteverlust der Saison weiter zwei Zähler vor den Hütteldorfern an der Tabellenspitze.

Geburtstagskind Marsch verzichtete auf Rotation

Deren Coach Dietmar Kühbauer musste unter anderem auf Marcel Ritzmaier (erkrankt), Taxiarchis Fountas (Mittelhandknochenbruch) und Filip Stojkovic (Handverletzung) verzichten. Ercan Kara und Yusuf Demir saßen zunächst auf der Bank. Salzburg-Trainer Jesse Marsch hatte an seinem 47. Geburtstag mit Ausnahme von Patson Daka (Muskelverletzung) keinen namhaften Ausfall zu beklagen und verzichtete nach dem 2:6 in der Champions League gegen den FC Bayern auf große Rotation.

Sekou Koita erzielte das 1:0. SN/gepa pictures/ christian ort
Sekou Koita erzielte das 1:0.

Anfangsphase gehörte Rapid Wien

Dennoch hatten die Mozartstädter in der Anfangsphase leichte Probleme. Rapid stand in der Defensive halbwegs kompakt und setzte in manchen Pressingsituationen Nadelstiche. Zwingende Chancen verzeichneten die Hausherren allerdings nicht. Ein Schuss von Knasmüllner wurde zur sicheren Beute von Salzburg-Goalie Cican Stankovic (11.), Abschlüsse von Kelvin Arase (19.) und Dejan Ljubicic (21.) verfehlten klar das Ziel.

Sekou Koita erzielte Gästeführung

Salzburg wurde erstmals bei einem von Keeper Paul Gartler parierten Drehschuss durch Mergim Berisha gefährlich (23.). Ab diesem Zeitpunkt dominierte der Serienmeister, das Tor in der 29. Minute war die logische Folge. Nach einem weiten Pass von Albert Vallci brachte Dominik Szoboszlai den Ball volley zur Mitte, Koita schloss per Direktschuss ab. Sechs Minuten später vergab Berisha die Chance auf das 2:0 für Salzburg, seinen Schuss entschärften Gartler und Maximilian Ullmann mit vereinten Kräften.

Salzburgs Dominik Szoboszlai (links) wird eng bewacht. SN/gepa pictures
Salzburgs Dominik Szoboszlai (links) wird eng bewacht.

Salzburg vergab höhere Führung

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte musste Rapid den nächsten Rückschlag verdauen - Kapitän Dejan Ljubicic zog sich bei einem Foul an Zlatko Junuzovic eine Knöchelverletzung zu. Danach ließen die Salzburger Ball und Gegner laufen, ein neuerliches Tor schien nur eine Frage der Zeit zu sein, doch Koita (49.) und Andre Ramalho (52.) scheiterten an Gartler.

Rapid-Joker brachten Umschwung

Nach einer Stunde kamen Demir und Kara auf den Platz und hoben Rapids Offensivspiel schlagartig auf ein neues Level. In der 62. Minute schoss Kara nach Pass von Demir am kurzen Eck vorbei, wenige Sekunden später bändigte Stankovic einen Demir-Schuss. Die Partie war wieder offen, auch Salzburg blieb gefährlich, so etwa bei einer Chance des eingewechselten Masaya Okugawa, die von Gartler zunichtegemacht wurde (74.).

Christoph Knasmüllner glich spät aus

Auf der Gegenseite hatte Kara die Chance auf den Ausgleich, bei seinem Schuss nach Vorarbeit von Srdan Grahovac war Stankovic per Fußabwehr zur Stelle (83.). Keine zwei Minuten später fiel der verdiente Ausgleich. Kara bediente Knasmüllner, der Stankovic mit einem Lupfer überwand. In der Schlussphase wankte Salzburg, verstolperte durch Enock Mwepu aber auch eine gute Konterchance (92.). Es blieb bei einer letztlich gerechten Punkteteilung.

Das sagten sie nach dem Spiel:

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Wir haben unglaublich gut begonnen, Salzburg hat da keinen Zugriff gehabt. Mit dem Tor hat Salzburg dann das Spiel übernommen und kurz nach der Pause auch Chancen auf das 2:0 gehabt. Mit der Einwechslung von Erci (Anm.: Kara) und Yusi (Anm.: Demir) haben wir dann das Spiel übernommen und nicht unverdient den Ausgleich geschossen. Ich muss der Mannschaft ein unglaubliches Kompliment aussprechen. Obwohl wir zwei Tage weniger Regeneration hatten, haben wir frischer gewirkt, das spricht von unglaublichem Charakter und der Mentalität der Mannschaft."
Zur Verletzung von Dejan Ljubicic: "Bei Dejan ist es so, dass der Knöchel nicht gebrochen ist. Er hat eine Bänderverletzung erlitten, Genaueres wird man am Montag wissen. Es ist ein herber Verlust, weil er ein wichtiger Spieler ist. Junuzovic unterstelle ich bei dem Foul null Absicht."

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Es war ein richtiger Kampf. Erste Halbzeit waren wir sehr stark, da waren wir sehr gut im Spiel drinnen. Zweite Hälfte war nicht schlecht, aber wir waren nicht gut genug vor dem Tor. Mit dem zweiten Tor wäre das Spiel vielleicht vorbei gewesen. So haben wir einen Fehler gemacht und ein Tor bekommen. Insgesamt war es nicht schlecht, aber wenn wir ein bisschen schlauer gewesen wären, hätten wir gewinnen können. Man muss auch sagen, dass Rapid gut gespielt hat, sehr intensiv und gut gekämpft. Es war ein Super-Spiel, in meiner Zeit hier in Salzburg eines der besten vom Niveau und guten Fußball her."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten, in die Zweikämpfe zu kommen, nach zehn Minuten haben wir die Kontrolle über das Spiel gehabt. Nach der Führung haben wir leider die Konter, den Platz nicht gut ausgespielt, deshalb hatten wir nur ein, zwei gefährliche Situationen. So lässt du einen Gegner wie Rapid, der Leidenschaft und Mentalität gezeigt hat, am Leben. Sie haben dann gute Spieler eingewechselt und sich den Punkt am Ende verdient, weil sie nie aufgesteckt haben."
Zum Zweikampf mit Ljubicic: "Es war leider sehr unglücklich. Ich hatte zuerst den Ball weitergespielt, er kam von der Seite, ich habe den Kontakt nicht direkt gespürt. Es tut mir leid, das wünscht man keinem Spieler. So etwas ist immer wirklich bitter."

Der Liveticker zum Topspiel:

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.01.2021 um 10:19 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/hitziges-topspiel-endete-mit-unentschieden-rapid-wien-bestrafte-red-bull-salzburg-spaet-95252875

Kommentare

Schlagzeilen