Bundesliga

Ibertsberger kann sich bis Sommer bei Austria empfehlen

Die Wiener Austria gibt ihrem beförderten Neo-Trainer Robert Ibertsberger in der am Sonntag beginnenden Meisterrunde der Fußball-Bundesliga die Chance, sich längerfristig für den Cheftrainerposten zu empfehlen. "Er ist jetzt sozusagen 'in the lead', um diese Position auch länger ausführen zu können", sagte Sportdirektor Ralf Muhr am Freitag in einer Pressekonferenz.

Ibertsberger könnte sich empfehlen SN/APA/EXPA/DOMINIK ANGERER
Ibertsberger könnte sich empfehlen

Der bisherige Assistenztrainer Ibertsberger hatte vor drei Wochen vorerst interimistisch die Nachfolge des beurlaubten Thomas Letsch angetreten, am Donnerstag wurde er bis Saisonende im Amt bestätigt. "Der Schutz des Interimstrainers fällt jetzt einmal weg. Er ist ganz klar unser Cheftrainer in der Meistergruppe", betonte Muhr. "Und es kann natürlich darüber hinaus auch eine längerfristige Geschichte sein."

Der Sportchef hält viel vom 42-Jährigen, der im Vorjahr bereits den Ligarivalen WAC betreut hat. "Ich bin absolut überzeugt davon, dass Robert noch eine große Trainerkarriere machen kann", sagte Muhr. "Er ist noch sehr jung in dem Geschäft und auch in der ersten Reihe. Er hat beim WAC bewiesen, dass er es kann. Und er hat auch hier gleich das Gefühl vermittelt, dass er absolut befähigt ist, die Mannschaft in der ersten Reihe zu führen."

Ibertsberger habe den Vorteil, Struktur, Mannschaft und auch die Zielsetzungen genau zu kennen. Man werde sich allerdings auch mit anderen Kandidaten befassen, erklärte Muhr. Das sei sein Auftrag, "normal in dieser Phase" und auch mit Ibertsberger so abgesprochen. Muhr: "Er geht in diese Meistergruppe und hat alle Möglichkeiten, sich da bestens zu präsentieren." Erst danach werde eine Entscheidung getroffen, wie man über den Sommer hinaus plane.

Die Chance für Ibertsberger kam etwas unvermittelt. Das Ziel, bei einem Club Cheftrainer zu werden, sei nach Absolvierung der UEFA Pro-Lizenz natürlich vorhanden. "Dass das dann so in dieser Geschichte passiert, war nicht der Plan, das ist auch klar", sagte der Salzburger. "Eigentlich war der Plan, das in zwei oder drei Jahren einmal anzugehen und nicht in so kurzer Zeit. Aber jetzt ist die Situation so, und ich werde es genauso professionell annehmen."

Über seine eigene Zukunft und die Chance auf den Cheftrainerposten will sich Ibertsberger derzeit ohnehin noch nicht den Kopf zerbrechen. An seiner Situation habe sich durch die Bestätigung bis Sommer wenig verändert. "Ich muss schauen, dass wir Woche für Woche das abliefern, was wir vorhaben", erklärte der frühere ÖFB-Teamspieler. "Ich denke jetzt nicht, was in der neunten oder in der zehnten Runde ist."

Ibertsberger hat der Austria ein neues System mit Dreierkette verordnet, das auch auf defensive Stabilität abzielt. "In diesen zehn Spielen entscheidet die Defensive", meinte Ibertsberger. "Es war wichtig, dass wir nach dem Trainerwechsel etwas ändern. Es ist ein Zeichen, auch diese Seite zu stabilisieren." Wenn sein Konzept aufgehe, komme das andere - ein längerfristiger Vertrag als Cheftrainer - eventuell von selbst.

Mit dem Szenario, sich im Sommer dann eventuell von einem erfolgreichen Jungtrainer trennen zu müssen, wollte sich Muhr noch nicht beschäftigen. Man suche primär einen Trainer, "der einen erfolgreichen Fußball spielt". Neben Punkten zählt bei den Violetten aber immer auch die Spielweise. "Wir stehen auch für einen Fußball, der attraktiv ist", bekräftigte Muhr. Nachsatz: "Das kann mit dem Ball sein, aber auch gegen den Ball."

Das Ziel sei unverändert ein internationaler Startplatz. "Das Potenzial haben wir auf jeden Fall", sagte Ibertsberger über den angestrebten dritten Ligarang, mit dem man sich ein nervenaufreibendes Play-off um Europa ersparen würde. Die Austria startet punktegleich mit den Konkurrenten Sturm, WAC und St. Pölten in die Meisterrunde. "Das wird eine extrem spannende Geschichte", meinte Muhr. "Es warten gefühlt zehn Endspiele auf uns."

Quelle: APA

Aufgerufen am 29.09.2020 um 01:18 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/ibertsberger-kann-sich-bis-sommer-bei-austria-empfehlen-68003257

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