Bundesliga

In fünf furiosen Minuten stürmte Red Bull Salzburg dem Titel entgegen

Bundesliga-Tabellenführer Red Bull Salzburg drehte ein verloren geglaubtes Spiel gegen den WAC durch drei Tore in der Schlussphase. Nach dem 3:1 können die Bullen den Champagner einkühlen. Lesen Sie das Match auch im Liveticker nach!

Die Sensation lag in der Luft, aber wie so oft waren es am Ende die Salzburger, die für eine weitere Attraktion in der Red-Bull-Arena sorgten. Nach dem 3:1-Sieg am Mittwochabend gegen den WAC sind die Bullen von der Tabellenspitze kaum noch zu verdrängen. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger LASK (1:2 gegen Sturm Graz) beträgt fünf Runden vor Saisonschluss komfortable, praktisch uneinholbare zwölf Punkte. Theoretisch könnte Red Bull Salzburg die sechste Meisterschaft in Folge bereits am Sonntag beim Gastspiel gegen den WAC holen, spätestens dann aber eine Woche später wiederum auswärts gegen die derzeit kriselnde Wiener Austria.

Um so weit zu kommen, mussten Kapitän Andreas Ulmer und Co. gegen den WAC allerdings lange zittern. Zwischendurch war sogar Salzburgs Superserie von 41 ungeschlagenen Bundesliga-Heimspielen in Gefahr. Der taktisch clevere Wolfsberger AC führte bis zur 88. Minute in der Bullen-Arena mit 1:0. Den Treffer hatte ausgerechnet die Salzburger Leihgabe Sekou Koita erzielt. Der 19-jährige Malier reagierte nach einem Ausschuss von WAC-Torhüter Alexander Kofler am schnellsten und ließ beide Innenverteidiger, Jerome Onguene und Albert Vallci, stehen. Im Abschluss zeigte sich Koita, der in der Herbstsaison in neun Spielen für den FC Liefering auf ein Tor und drei Assists kam, dann eiskalt. Und beinahe hätte Koita zum Doppelschlag angesetzt, doch diesmal reagierte Alexander Walke, der anstelle von Cican Stankovic Spielpraxis im Hinblick auf das ÖFB-Cupfinale gegen Rapid sammeln sollte, mit einem tollen Reflex und parierte.

Die Bullen kamen vor eher schütterer Kulisse (6100 Zuschauer) nur schwer ins Spiel. Munas Dabbur verzeichnete in der ersten Hälfte die beste Chance, doch der WAC rettete auf der Linie. Nach dem Seitenwechsel ließen Hannes Wolf und Jerome Onguene die besten Möglichkeiten aus. Als die Fans schon mit der ersten Heimniederlage seit mehr als zwei Jahren rechneten und Jungstar Wolf bei seiner Auswechslung für seinen glücklosen Auftritt gnadenlos auspfiffen, setzte Salzburg plötzlich zu einem unwiderstehlichen Schlusssprint an. Drei Tore innerhalb von fünf Minuten durch Jerome Onguene per Kopf (88./nach Szoboszlai-Ecke), Munas Dabbur per Traumtor aus 20 Metern (90.) und Takumi Minamino (93.) bescherten den Bullen doch noch eine Verlängerung ihrer Superserie von mittlerweile 42 ungeschlagenen Liga-Heimspielen.

"Ich bin glücklich über das Ergebnis, auch wenn wir sicher besser spielen können", bilanzierte Marco Rose. Für den scheidenden Trainer und sein Team ist der Titelgewinn nun zum Greifen nahe. Und der Meisterchampagner schon eingekühlt?

Das Match im Liveticker:

Aufgerufen am 22.10.2020 um 02:46 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/in-fuenf-furiosen-minuten-stuermte-red-bull-salzburg-dem-titel-entgegen-69248347

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