Bundesliga

"Kein Ultimatum" für Rapid-Coach Goran Djuricin

Nach dem enttäuschenden Auftritt von Fußball-Rekordmeister Rapid beim Liga-Heim-0:0 gegen den WAC am Sonntag hat es bei den Wienern viele Gespräche und Diskussionen gegeben. Auch die Position von Trainer Goran Djuricin wurde thematisiert, mit dem Ergebnis ihm vorerst den Rücken zu stärken. "Wir wollen zusammen auskommen. Es gibt kein Ultimatum", sagte Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel.

Auf Goran Djuricin wartet viel Arbeit SN/APA/HANS PUNZ
Auf Goran Djuricin wartet viel Arbeit

Es sei "falsch, auf Einzelne zu zeigen". Dass er sich mit einem möglichen Rauswurf seines Coaches aber durchaus beschäftigt, konnte der Schweizer nicht verneinen. "Jetzt abzustreiten, dass du dir nicht auch diese Frage stellst, das ist 'Gogo' bewusst, das weiß jeder, der sich im Fußball auskennt. Wir sind aber im gesamten Verein nicht so blauäugig, dass wir das Gefühl haben, nur dort liegt der Fehler, sondern, dass auch andere Dinge besprochen werden müssen", erläuterte Bickel in der TV-Sendung "Talk und Tore - Die Sky-Fußballdebatte" am Montagabend.

Die Hütteldorfer müssen am Donnerstag (20.30 Uhr) im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Slovan Bratislava einen 1:2-Rückstand wettmachen. Das würde den Einzug ins Play-off sichern, das auch noch überstanden werden muss, um das Saisonziel Gruppenphase zu erreichen. "Wir glauben zu hundert Prozent an 'Gogo'. Aber es ist klar, die Resultate müssen auch stimmen. Man kann nicht immer alles aufhalten", gab Bickel, der auch eine längere Unterredung mit Präsident Michael Krammer hatte, preis.

Rapid ist vor der Europacup-Partie im Allianz Stadion drei Pflichtspiele sieglos, erzielte dabei nur zwei Tore. "Ich habe in den ersten drei Spielen gewisse Anzeichen gesehen, aber nicht große Alarmzeichen. Dass gestern von A bis Z alles in die Hose gegangen ist, das habe ich so nicht geahnt. Das hat uns alle geweckt. Da musst du eine Bremse ziehen und das klar intern ansprechen und wissen, wo du auch gemeinsam weiter willst", erklärte der 53-Jährige.

Bickel gab sich zudem selbstkritisch. "Vielleicht habe auch ich diese ersten drei Spiele unterschätzt", sagte Rapids Sportchef. Er war für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich, die Zugänge konnten bisher aber noch nicht richtig überzeugen. "Wir wollten mehr fußballerische Qualität holen. Das ist relativ schwierig mit Budgets wie sie österreichische Vereine haben. Da musst du dir andere Wege überlegen. Wir haben Spieler geholt, die sicher Qualität mitbringen, aber das Handicap haben, dass sie fehlende Spielpraxis haben. Das war uns bewusst", gab der Ex-Sportchef von Bern Einblick.

Insgesamt sei er aber noch immer überzeugt, dass der Kader besser aufgestellt sei als in der Vergangenheit. "Momentan fehlen allerdings auch sieben Spieler verletzt, davon vier Leistungsträger", erinnerte Bickel. Er ist seit Dezember 2016 bei Rapid im Amt. Sein Vertrag läuft bis Ende Juni 2019. Klarheit über seine eigene Zukunft will er noch "im Herbst" haben. Von Krammer gab es jedenfalls ein "glattes Sehr gut" für die Arbeit des Schweizers. "Er ist ein Musterschüler", betonte der Rapid-Präsident.

Quelle: APA

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