Bundesliga

Keine Aufstockung der höchsten österreichischen Liga

Die SV Ried und Austria Klagenfurt haben im Kampf um einen Platz in der Fußball-Bundesliga in der kommenden Saison einen Rückschlag erlitten. Der Antrag der beiden Vereine auf Aufstockung des Oberhauses von 12 auf 14 Clubs wurde am Donnerstag bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Liga mit "fast 80 Prozent der Stimmen" abgelehnt, wie Liga-Vorstand Christian Ebenbauer danach berichtete.

Antrag von Ried und Austria Klagenfurt verfehlte Mehrheit SN/APA (AFP)/TOBIAS SCHWARZ
Antrag von Ried und Austria Klagenfurt verfehlte Mehrheit

"Somit ist eine Aufstockung der Bundesliga derzeit auf jeden Fall vom Tisch", ergänzte der Wiener. Er hofft nun darauf, dass im besten Fall beide Ligen sportlich zu Ende gebracht werden können. "Wenn das nicht möglich ist, gehe ich davon aus, dass es Rechtsstreitigkeiten geben wird", ist sich Ebenbauer bewusst. Das untermauerten die beiden Clubs in der Folge via Aussendung. Die 2. Liga auf sportlichem Wege zu Ende zu spielen, sei nach wie vor die bevorzugte Variante für Ried und Klagenfurt. Sollte dies nicht möglich sein, würde nur noch die Möglichkeit bleiben, eine Entscheidung vor Gericht herbeizuführen, verlauteten die Innviertler.

Sie kritisierten auch, dass ein weiterer eingebrachter Antrag, den Vorstand der Liga zu beauftragen, eine bessere Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Aufstockung zu evaluieren, nicht zugelassen wurde. "Alle Versuche, sportliche Solidarität und ein gemeinsames Vorgehen der Vereine zu erreichen, fanden keine Unterstützung", schrieben die Rieder.

Alles deutet also daraufhin, dass die Causa erst abseits des grünen Rasens entschieden wird. "Wir leben in einem Rechtsstaat, wenn es rechtskräftige Urteile oder einstweilige Verfügungen gibt, sind die auch umzusetzen. Man wird natürlich alle Rechtsmittel verteidigen in so einem Fall, die dem Schutz des Wettbewerbs dienen", sagte Ebenbauer.

Unbestritten sei, dass dies dem Image der Liga nicht dienlich sei. "Niemand will Klagsandrohungen vor allem in einer Gemeinschaft, die bestmöglich versuchen muss zusammenzuhalten. Aber wenn es so ist, muss man sich dieser Problematik stellen und die Herausforderung annehmen", meinte der Liga-Vorstand, für den ins Spiel gebrachte Entschädigungszahlungen für Clubs "immer das letzte Mittel" sind.

"Das Ergebnis zeigt, dass bei einem Großteil der Vereine in der aktuellen Situation die wirtschaftlichen Zwänge offenbar zu groß sind, um mit der nötigen Weitsicht eine Entscheidung für die langfristige Attraktivität des österreichischen Fußballs zu treffen", sagte Klagenfurts Sportlicher Leiter Matthias Imhof.

Man sei enttäuscht darüber, dass sich der österreichische Fußball auch in sportlicher Hinsicht nicht solidarisch zeige. "Es wäre die einzig faire Lösung gewesen, beide Mannschaften für ihre Leistungen bis zum Abbruch der Saison zu belohnen", so Imhof. Mit einer Fortsetzung der 2. Liga rechnet er nicht wirklich. "Der SV Ried und uns wird es kaum möglich sein, das Aufstiegsrennen auf dem Platz auszufechten", schätze der Deutsche die Situation realistisch ein.

Auch deshalb werden sich die Führungsgremien der Klagenfurter in den kommenden Tagen hinsichtlich weiterer Schritte beraten. "Wir werden uns nun intern besprechen, den Dialog mit unseren Kollegen aus Ried sowie auch mit der Bundesliga suchen und behalten uns wie bereits angekündigt vor, mit juristischer Hilfe für unser Recht zu kämpfen", stellte der 51-Jährige klar.

Nächsten Dienstag könnte es auf der Clubkonferenz der 2. Liga Klarheit über die Zukunft geben. Ebenbauer wollte über "Prozentzahlen" bezüglich einer möglichen Fortsetzung der 16er-Liga "nicht mutmaßen". Problematisch ist vor allem, dass die Zweitligisten mit Ausnahme von Cup-Finalist Austria Lustenau noch nicht einmal mit dem Kleingruppentraining beginnen durften und auch erst 19 von 30 Runden absolviert wurden. "Es würde wohl einen Kaltstart mit normalem Mannschaftstraining benötigen. Das ist eine größere Herausforderung als in der Bundesliga, aber nichtsdestotrotz werden wir alles versuchen", so Ebenbauer.

Dem von Ried für nächste Woche angekündigten Antrag, die Saison eventuell mit weniger Mannschaften zu Ende zu spielen und die "Ausgeschiedenen" nicht zu sanktionieren, konnte Ebenbauer nichts Positives abgewinnen. "Das geht aus meiner Sicht überhaupt nicht. Meisterschaftsbewerbe werden dazu gespielt, Lizenzen und Zulassungen erteilt, dass auch gespielt wird", erläuterte der 44-Jährige. Einem Club, der dreimal hintereinander zu einem Spiel nicht antritt, drohen neben der jeweiligen Strafverifizierung harte Sanktionen. "Diese Sanktionsmöglichkeit ist richtig und wichtig, um die Sicherheit der Bewerbe zu gewährleisten", betonte Ebenbauer.

Mit TV-Partner Sky wurde übrigens "noch nicht im Detail" über eine mögliche Liga-Aufstockung gesprochen. Zuerst wollte man da die Entscheidung der Clubs abwarten.

Quelle: APA

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