Bundesliga

LASK-Renaissance ohne Druck: Europacup 2019 kein Muss

Für Siegmund Gruber ist der jüngste Europa-League-Erfolg des LASK eine "riesengroße Nummer". Der Präsident, der vor viereinhalb Jahren beim darniederliegenden Traditionsclub einstieg, erlebt mit den Linzern derzeit eine Renaissance, die nun Duelle mit Besiktas Istanbul beschert. Das heiße Datum aber lautet 2022: Dann will man mit dem eigenen Stadion "in eine andere Größe vorstoßen".

LASK überzeugte beim Europacup-Comeback SN/APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER
LASK überzeugte beim Europacup-Comeback

Konkret bedeute das, etwa auf ein ähnliches wirtschaftliches Level wie Sturm Graz zu kommen, so Gruber. Die neue Arena, die am Linzer Stadtrand nahe der Westautobahn ab Sommer 2020 gebaut werden soll ("alles ist auf Schiene"), würde rund 17.000 Zuschauer fassen und verspricht damit klare Einnahmenssteigerungen im Vergleich zur aktuell bespielten 6.000er-TGW-Arena in Pasching.

Das am 16. August auf der Linzer Gugl ausgetragene Duell mit dem klaren Favoriten Besiktas ("Wir werden versuchen, sie so lange wie möglich zu ärgern") böte hingegen keine schwindelerregenden finanziellen Aussichten: "Natürlich werden wir mehr Zuschauer haben, das bedeutet aber auch mehr Security, mehr Polizei. Dazu kommen die Reisekosten. Bis zur Gruppenphase ist der Europacup keine riesengroße Einnahmequelle."

Es ist freilich der Umstand der Europacupteilnahme an sich, der so bemerkenswert scheint. Vor sechs Jahren noch hätten wohl nur besonders optimistische Fans des damaligen Drittligisten darauf gewettet. "Ich erinnere mich daran, wie wir von Regionalligaplatz zu Regionalligaplatz gefahren sind", erinnerte sich Gruber, der im Dezember 2013 gemeinsam mit den "Freunden des LASK", einem Investoren-Konsortium, das Ruder übernahm und seit September 2016 als Mann an der Spitze fungiert.

Dass sich der LASK, der 1999 zum bis dato letzten Mal im Europacup spielte, innerhalb weniger Jahre vom Dauerpatienten zum Vorzeigeschüler entwickelt hat, sei auch der eingekehrten Kontinuität geschuldet. "Man hat den LASK schon oft totgesagt. Nachdem wir den Aufstieg nicht geschafft haben, hat man gemeint, dass alles auseinanderbrechen wird. Wir haben aber Ruhe und Übersicht bewahrt", betonte der 44-Jährige.

Derzeit erntet Gruber, seit kurzem auch im Aufsichtsrat der Bundesliga vertreten, die Früchte seiner Arbeit. Gratulationen nimmt er entgegen, mehr aber nicht. "Ich bin nur ein Rad. Nichts ist größer als der Club", wiegelte er ab und mahnte einmal mehr zur Demut. Übermut gebe es in der Führungsetage "auf keinen Fall. Wir schauen von Spiel zu Spiel und haben das obere Play-off (Meistergruppe) als Ziel. Wir machen keine Husarenstücke." Druck wollte er dem Team keinen machen: "Wir müssen im kommenden Jahr nicht international spielen."

Quelle: APA

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