Bundesliga

LASK setzt Serie prominenter Meistergruppen-Abwesender fort

2019 Rapid (Achter), 2020 (Siebenter) und 2021 (Achter) die Wiener Austria und diesmal zumindest der LASK: Die Serie prominenter Abwesender in der Meistergruppe seit Umstellung auf den neuen Modus in der Fußball-Bundesliga setzt sich fort. Den Linzern half auch eine starke Vorstellung bei der Nullnummer gegen den überlegenen Leader Salzburg im Nachtragsspiel der 21. Runde am Mittwochabend nichts, da drei Punkte Pflicht gewesen wären, um die Minichance am Leben zu halten.

Wieland muss mit der Qualifikationsgruppe Vorlieb nehmen SN/APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER/EXP
Wieland muss mit der Qualifikationsgruppe Vorlieb nehmen

"Wir haben die Qualifikation für die Meisterrunde nicht am heutigen Tag verspielt. Wir haben zu viele Punkte im Herbst liegen lassen. Das ist enttäuschend, wir können das Rad der Zeit aber nicht zurückdrehen", sagte LASK-Trainer Andreas Wieland. Nur drei Punkte fehlen dem Achten auf Rang sechs, der kann aber nicht mehr erreicht werden, da bei Punktegleichheit mit Rapid der bessere direkte Vergleich für die Wiener sprechen würde.

Beinahe hätten die Linzer die durch 17 Corona-Fälle unter Spielern stark beeinträchtigte Vorbereitung von Salzburg ausnützen können, es mangelte allerdings am letzten Pass oder der Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. "Gegen Salzburg muss man solche Chancen einfach nutzen", wusste Wieland. Sonst konnte er seinem Team kaum etwas vorwerfen. Sogar eine unnötige Gelb-Rote Karte von Rene Renner (50./Wieland: "Das war nicht schlau") verhinderte nicht, dass die Hausherren im Finish vehement auf den Siegtreffer drängten.

Die Überlegenheit war auch an der Statistik abzulesen, die eine Bilanz von 12:5-Schüssen zeigte, wobei Salzburg keinen einzigen gegenüber sechs der Linzer aufs Tor brachte. Mit 59 Prozent gewonnenen Zweikämpfen hatten die Gastgeber auch da die Nase vorne.

"Wenn die Umstände andere wären, würden wir dasitzen und sagen: 'Wir haben eine hervorragende Leistung gesehen, das Ergebnis geht auch in Ordnung.' Ich denke, dass wir eine unserer besten Saisonleistungen gesehen haben mit einem sehr klaren Spiel gegen den Ball, Balleroberungen und Torchancen, die daraus resultiert sind. Selbst in Unterzahl war viel Mentalität und Wille da, die drei Punkte in Pasching zu lassen. Das ist uns leider nicht geglückt", resümierte Wieland. Sehr wohl geglückt ist eine Partie ohne Gegentreffer und die Tatsache, erstmals seit Februar 2020 in einem Pflichtspiel nicht gegen die "Bullen" verloren zu haben.

"Die Partie stimmt mich extrem positiv, wie generell die Leistungen im Frühjahr" blickte Wieland positiv nach vorne. Sein Team ist fünf Runden ungeschlagen. "Ich bin überzeugt, dass wir diese Serie jetzt fortsetzen werden", ist der 38-Jährige guter Dinge. Gegen den WAC kommt es am Sonntag zum vorerst letzten Liga-Topspiel in dieser Saison. Danach ist die Qualifikationsgruppe das tägliche Brot. "Es tut weh, aber wir haben gezeigt, was wir drauf haben, und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir Siebenter werden", sagte Offensivspieler Sascha Horvath.

Die Liga ist nur ein Teil der Aufgabe in den nächsten Wochen, am Donnerstag steht das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa-Conference-League bei Slavia Prag an. Bis dahin könnte auch Marko Raguz fit werden. Für Salzburg wird der Wettlauf mit der Zeit noch knapper. Nach der Corona-Misere sind einige Akteure noch immer außer Gefecht, zudem gesellte sich Oumar Solet wohl mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel auch noch auf die lange Ausfallsliste. Schon am Dienstag allerdings wartet in München das Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel beim FC Bayern.

Da könnte immerhin mit Maximilian Wöber ein wichtiger Akteur zurückkehren. "Wir hatten eine außergewöhnliche Situation, die für alle eine Herausforderung war. Jetzt gilt es die Spieler, die Corona-positiv waren, an ihr Leistungsniveau zurückzuführen", gab Salzburg-Coach Matthias Jaissle Einblick. Auf wen er dann in München - zuvor steht noch das Samstag-Heimspiel gegen Schlusslicht Altach an - zurückgreifen wird, werde man erst sehen. "Es hängt größtenteils davon ab, wie schwer die Verläufe waren, die waren bei den Spielern unterschiedlich. Wir werden uns ein genaues Bild machen."

In Pasching konnten die Salzburger wenig überraschend an ihre Topform nicht anschließen. Vergangene Woche konnte man zum Teil nur mit vier Spielern trainieren, erst das Abschlusstraining am Dienstag verlief so, wie man sich das vorstellt. "In Anbetracht der Vorbereitung, die sehr besonders war bei uns, können wir mit dem Punkt leben", betonte Jaissle. Bei einem Vorsprung von 16 Punkten auf Sturm Graz kann man sich das Remis leisten. "Es war für viele ein Kaltstart, man hat genau gesehen, dass der eine oder andere Spieler nicht auf 100 Prozent gekommen ist. Ich hoffe, dass das gegen Altach wieder anders sein wird."

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