Bundesliga

Lustenau fiebert "Riesen-Geschichte" Cup-Finale entgegen

Das zweite ÖFB-Cup-Finale der Vereinsgeschichte rückt für Fußball-Zweitligist Austria Lustenau immer näher. "Es herrscht einfach nur Vorfreude", berichtete Mittelfeldspieler Christoph Freitag zwei Tage vor dem Duell mit Titelverteidiger Red Bull Salzburg am Freitag (20.45 Uhr/live ORF eins) in Klagenfurt. Der Respekt der Vorarlberger vor dem sechsfachen Double-Gewinner ist sehr groß.

Lustenau-Coach Roman Mählich SN/APA/DIETMAR STIPLOVSEK
Lustenau-Coach Roman Mählich

"Es ist für uns eine Riesen-Geschichte das Cup-Finale gegen die Mannschaft in Österreich bestreiten zu können", sagte Lustenau-Coach Roman Mählich. Der Ex-ÖFB-Teamspieler hatte auch aufgrund der Corona-Pause viel Zeit, den "fast übermächtigen" Gegner genauestens zu analysieren. In der Theorie habe er dabei Möglichkeiten gefunden, wie man den "Bullen" wehtun könne.

"Wir versuchen mit allem, was in uns drinnensteckt, uns auf das Spiel der Salzburger einzustellen. Das ist in der Theorie, oder wenn ich es auf Video zeige, oder auf dem Flipchart vorzeichne, oder mit den Clips auf dem Board herumfahre, relativ einfach, aber in der Praxis wird es wahrscheinlich schwieriger", erläuterte der 48-Jährige.

Das haben in der Vergangenheit nicht nur die nationalen Konkurrenten miterleben müssen. Diese Saison gaben die "Bullen" in der Champions League ein beachtliches Debüt, 2018 war erst im Halbfinale der Europa League Endstation. "Salzburg dominiert den österreichischen Fußball mindestens schon ein Jahrzehnt und war auch in den internationalen Bewerben ganz schwer zu bespielen für große Mannschaften, und die haben eine Gruppe von Analysten und trotzdem Probleme gehabt", erinnerte Mählich.

Auch seine Spieler wüssten genau, was auf sie im Wörthersee-Stadion zukommen wird. "Wenn man sich die Stärken von Salzburg anschaut, wird man nicht fertig. Es ist nicht nur die individuelle Qualität, sondern wie sie als Mannschaft das Programm über 90 Minuten durchziehen und dem Gegner keine Luft zum Atmen geben", erläuterte Freitag. Es wartet also eine extrem große Herausforderung auf den Tabellensiebenten der 2. Liga. "Wir brauchen uns keinen Druck machen. Wir sind nicht in der Situation, wo jeder erwartet, dass wir das Spiel gewinnen werden", gab der 30-Jährige Einblick.

Faktum ist, dass das Cup-Finale das erste Pflichtspiel im österreichischen Fußball nach der Corona-Pause ist. "Bei 100 Prozent kann man jetzt nicht sein, Match-Fitness kriegst du nur durch Spiele", sagte Freitag. Im Vorfeld gab es mit dem 1:3 gegen Altach nur einen Test. Durch die besondere Situation genießt das Endspiel jedenfalls eine enorm hohe Aufmerksamkeit. "Das ist eine Plattform, eine super Gelegenheit", betonte Freitag. Vor allem jüngere Spieler, bei denen der Vertrag im Sommer ausläuft, könnten sich im Endspiel für einen Transfer zu Bundesligisten, die in Corona-Zeiten den finanziellen Gürtel enger schnallen müssen, empfehlen.

Auf Fan-Unterstützung muss wegen der Coronavirus-Pandemie verzichtet werden. "Die Zuschauermassen werden uns nicht erdrücken", sagte Mählich schmunzelnd. Mit der Thematik Geisterspiele hat er sich zuletzt via TV-Konsum der deutschen Bundesliga beschäftigt. "Überraschend ist, dass, was die Unterschiede betrifft, wirklich viel oft nur am Akustischen und am Optischen liegt. Du hast ja im TV die Möglichkeit, auch Fans dazuzuschalten und glaubst es ist ein super Spiel und dann nimmst du nur den Ton weg und glaubst, es ist die reinste Freundschaftspartie. Das ist interessant."

Mählich rechnet zudem mit "vielleicht nicht so hochkochenden" Emotionen in den Partien ohne Publikum. Seine Startelf für das "Riesen-Ereignis" am Freitag hat er laut eigenen Angaben bereits im Kopf. Details verriet er nicht.

Quelle: APA

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