ÖFB-Cup

Beim GAK blühen wieder die Träume

Der Halbfinalgegner von Red Bull Salzburg im ÖFB-Cup hat eine stolze Geschichte, will aber auch in Zukunft wieder zu den Großen gehören.

So jubelten die GAK-Spieler nach dem Viertelfinal-Triumph über Austria Wien.  SN/gepa
So jubelten die GAK-Spieler nach dem Viertelfinal-Triumph über Austria Wien.

35.000 Euro Prämie erhält der GAK für den Einzug ins Semifinale des ÖFB-Cups, dazu klingelt die Kasse dan einer gut gefüllten Merkur-Arena. "Diese Einnahmen werden nicht ins Budget fließen", betonte Vereinsobmann Harald Rannegger. "Wir nehmen die liquiden Mittel ins nächste Jahr mit, wir brauchen ein Sicherheitsnetz."

Während beim übermächtigen Gegner Red Bull Salzburg auch schon einmal mit siebenstelligen Transfererlösen gerechnet wird, gibt man sich beim Spitzenreiter der Regionalliga Mitte mit kleineren Brötchen zufrieden. Dabei wurde auch beim GAK einmal von den Millionen geträumt.

"Was wäre gewesen, wenn…?", fragen sie sich bis heute in Graz. Im August 2004 schnupperte das Team unter Trainer Walter Schachner gegen den FC Liverpool an der Sensation, scheiterte an der legendären Anfield Road dann aber doch trotz 1:0-Auswärtssiegs wegen des 0:2 vom Hinspiel. Statt ins Plus dank Champions-League-Millionen rutschte der Kontostand des Traditionsvereins in der Folge ganz tief ins Minus.

Es folgten bittere Jahre für die Fans der Roten: Vier Insolvenzen, stetiger sportlicher Abstieg, vergebliche Anläufe zur Rückkehr nach oben, schließlich 2012 die Einstellung des Spielbetriebs. Seit der Neugründung aber geht es nur noch bergauf. Begleitet von einer treuen Anhängerschar, marschierte der GAK von ganz unten durch die Klassen. Und so stehen für den Club in den vergangenen fünf Jahren ebenso viele Meistertitel zu Buche wie für Kontrahent Red Bull Salzburg, nämlich fünf.

Die Protagonisten der jüngeren Geschichte waren durchaus namhaft, wie Gernot Plassnegger als Trainer oder Gerald Säumel als Dauerbrenner auf dem Platz. An der Schwelle zum Profifußball spielen Kapazunder wie die Ex-Grödiger Thomas Zündel, Dieter Elsneg (derzeit verletzt) und Marco Perchtold im Kader von Trainer Enrico Kulovits. Dazu kommt mit Mittelfeldspieler Dominik Hackinger ein früherer Jungbulle, dem 2008/09 unter Trainer Niko Kovac der Durchbruch versagt geblieben ist.

Das 2:1 im Viertelfinale gegen Austria Wien macht Mut. "Wir werden wieder alles geben, kämpfen und dagegenhalten so gut es geht", versprach Coach Kulovits. "Im Fußball ist immer etwas möglich, er schreibt lässige Geschichten."

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