ÖFB-Cup

Nach Cup-Sieg gegen Rapid kam für Red Bull Salzburg eine bittere Nachricht

Red Bull Salzburg setzte sich nach 120 Minuten mit 2:1 gegen Rapid durch. Ohne Wöber und Haaland wurde Takumi Minamino zum Helden. Aber es war ein teuer erkaufter Sieg.

Obwohl Red Bull Salzburg letztlich doch auf einen Einsatz von Maximilian Wöber, den Ex-Rapidler im Bullen-Trikot, verzichtet hatte, fehlte es dem Schlagerspiel der zweiten ÖFB-Cuprunde nicht an Würze.

Nach einem wahren Krimi über 120 Spielminuten hatte Salzburg gegen die durch zwei Ausschlüsse geschwächten Hütteldorfer schließlich das bessere Ende für sich und siegte mit der letzten Aktion in der Verlängerung mit 2:1.

Rapid hatte engagiert begonnen und die Salzburger vor einige Probleme gestellt. Zusätzlich erschwert wurde den Bullen die Aufgabe im Hexenkessel Allianz-Stadion, weil Antoine Bernede nach einem Schwab-Foul bereits nach 15 Spielminuten mit einer Schienbeinverletzung vom Platz musste. Er wurde zur Untersuchung umgehend ins Krankenhaus gebracht.

Schienbeinbruch bei Bernede

Dort erfolgte die niederschmetternde Diagnose: Der 20-jährige Franzose erlitt einen Schienbeinbruch und wird vermutlich einige Monate ausfallen. Wie kam es zu dieser Verletzung? Es waren genau 12 Minuten und 41 Sekunden gespielt: Andre Ramalho passte den Ball von der rechten Abwehrseite in Richtung Mittelfeld auf Bernede, der lässt mit einer Körpertäuschung Rapid-Stürmer Koya Kitagawa ins Leere fahren. Dann will Bernede den Ball in die Spitze weiterspielen, er zieht mit dem rechten Bein durch. In diesem Moment will Rapid-Kapitän Stefan Schwab den Ball wegspitzeln, verfehlt den Ball, trifft dabei aber mit seinem rechten Knie den rechten Unterschenkel von Bernede. Der Franzose windet sich vor Schmerzen am Boden und muss mit der Trage abtransportiert werden. Schwab sieht für sein ungestümes Einsteigen Gelb, das sollte später für ihn auch noch Folgen haben.

Kabinenpredigt von Marsch

Es brauchte nach dem Halbzeitpfiff allerdings schon eine Kabinenansprache von Trainer Jesse Marsch, der mehr Tempo und mehr Passgenauigkeit im Spielaufbau einforderte, bis Salzburg die Partie in den Griff bekam. Den Knoten sollte in der 50. Minute schließlich ein Zaubertor von Dominik Szobszlai lösen. Der Mittelfeldspieler versenkte einen Freistoß aus rund 25 Metern zentimetergenau im Rapid-Tor. Doch die Salzburger wähnten sich nur kurz als Sieger. Sechs Minuten später stellte Koya Kitagawa mit seinem ersten Treffer für die Hütteldorfer nach einem Fountas-Zuspiel auf 1:1. Danach gab es Elfmeter-Alarm, als Salzburgs Takumi Minamino im Strafraum im vollen Lauf von Filip Stojkovic gelegt wurde, doch die Pfeife von Referee Rene Eisner blieb sehr zum Ärger auf der Red-Bull-Trainerbank stumm.

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Aber auch Rapid hatte die Möglichkeit zum Siegtreffer: Dalibor Velimirovic fehlte in der 65. Minute bei einem Stangenschuss das Glück des Tüchtigen. Im Gegenstoß versuchte Rapid-Kapitän Stefan Schwab den Konter zu unterbinden - und sah nach einem rüden Foul an Zlatko Junuzovic Gelb-Rot. Weil am Ende auch noch Velimirovic vom Platz musste, kippte die Partie endgültig zu Gunsten der Salzburger, die ihr Powerplay in der Verlängerung mit dem Siegtreffer zum 2:1 krönten. Minamino avancierte zum großen Cup-Helden.

Und obwohl der neue Superstürmer der Bullen, der 19-jährige Erling Haaland, gegen Rapid krankheitsbedingt passen musste und vorzeitig zurück nach Salzburg gereist war, gehörten am Mittwoch auch ihm die Schlagzeilen. Der Serientorschütze wurde in die Shortlist des begehrten "Golden Boy"-Awards für U21-Spieler gewählt.

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Die Stimmen nach dem Spiel:

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Es war ein wichtiger Sieg für uns, viel Emotion. Aber unsere Jungs haben gut gespielt. Ich denke, dieser Sieg ist ganz verdient. Das ist wichtig für uns."

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Die Jungs haben es gut umgesetzt in Anbetracht dessen, dass wir am Ende zwei Mann weniger waren. Es ist sehr schade, wenn man das Elferschießen quasi im Kopf hat, wo alles möglich gewesen wäre, und dann noch das Tor bekommt. Es tut mir sehr leid für die Burschen, aber der Fußball geht weiter. Wir haben am Sonntag wieder ein wichtiges Spiel und müssen schauen, dass wir die Köpfe freibekommen."

Richard Strebinger (Rapid-Torhüter): "Ich glaube, ärger kann es einen nicht treffen. Wenn du 40 Minuten mit zwei Mann weniger gegen die beste Mannschaft kein Tor bekommst und dann in den eineinhalb Minuten Nachspielzeit - es ist ein Wahnsinn. Aber wir können uns jetzt nichts drum kaufen. Es war natürlich ein Kampf. Wenn du nicht kämpfst, bist du sowieso fehl am Platz. Jetzt können wir uns richtig ärgern, aber es hilft nichts."

Andreas Ulmer (Salzburg-Kapitän): "Wir haben echt viel investieren müssen über 120 Minuten, damit wir da eine Runde weiterkommen. Rapid hat es ganz ordentlich gemacht. Sie haben die Räume eng gemacht, sind gut gestanden. Wir haben teilweise zu lange gebraucht im Passspiel, waren auch von der Positionierung nicht optimal. Im Großen und Ganzen haben wir probiert, Druck auszuüben und Chancen zu kreieren."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Wir haben zwar sehr viel Ballbesitz gehabt, sind aber nicht in die gefährliche Zone gekommen, weil Rapid zwei Blöcke aufgestellt hat. Im Umschaltspiel waren sie sehr gefährlich. Wir sind schwer reingekommen, tiefe Läufe haben gefehlt. Wir haben es nicht so erzwungen, dass wir vorne freien Platz haben, wo wir reinspielen können. Wir haben es uns heute selbst schwer gemacht. Aber durch unsere Mentalität haben wir in der letzten Sekunde das Tor gemacht. Das Happy End ist da. Es war ein geiler Cup-Fight."

Stefan Schwab (Rapid-Kapitän): "Es war eine richtig gute Leistung. Unglaublich, was wir da auf den Platz gebracht haben. Mit einem Mann weniger, dann mit zwei - wir haben richtig gut verteidigt. Ich weiß nicht, ob Salzburg schon einmal in dieser Saison so wenige Chancen gehabt hat."

ÖFB-Cup, 2. Runde, Dienstag

Spiel Ergebnis Torschützen
Austria Lustenau - FAC Wien 2:1 n.V. (1:1, 1:1) Feyrer (5.), Ronivaldo (98.); Okungbowa (23.)
GAK - Wacker Innsbruck 1:2 (0:2) Richard (73.); Satin (13.), Ibrimsimovic (37.)
Ebreichsdorf - FC Admira 2:1 (2:0) Peinsipp (14.), Düzgün (23.); Kadlec (90.)
Union Gurten - SV Horn 2:0 (0:0) Reiter (68.), Wimmleitner (84./E)
FC Gleisdorf - FC Juniors OÖ 3:0 (0:0) Wagnes (75.), Weiss (93., 94./E)
SKU Amstetten - Blau Weiss Linz 4:1 n.V. (1:1,0:1) Maderner (90.+4./E, 99./E, 104.), Peham (105.); Kreuzriegler (38./E)
Mannsdorf-Großenzersdorf - Kapfenberg 1:2 (0:2) Markic (49.); Hernaus (20.), Jeftenic (26./ET)
USV St. Anna am Aigen - FC Dornbirn 2:0 (1:0) Ramminger (7.), Kobald (55.)
St. Pölten - Mattersburg 2:1 (0:0) Gartler (56., 61.); Kvasina (71.)

ÖFB-Cup, 2. Runde, Mittwoch

Spiel Ergebnis Torschützen
WSG Tirol - Austria Wien 5:2 (2:1) Yeboah (10., 54., 58., 70.), Prantner (42.); Monschein (13., 88)
Wiener Viktoria - LASK 1:4 (0:1) Rotter (65.); Michorl (13.), Goiginger (46., 60.), Raguz (76.)
Austria Klagenfurt - Sturm Graz 2:4 n.V. (2:2, 1:1) Zubak (44.), Markoutz (76./Elfer) bzw. Röcher (6.), Jantscher (85./Elfer), Dominguez (100.), Ljubic (111.)
ATSV Wolfsberg - Wolfsberger AC 0:6 (0:2) Weissman (15., 29., 55.), Baumgartner (75.), Niangbo (83.), Schmerböck (86.)
Vorwärts Steyr - SV Ried 3:4 (0:2) Bibaku (49.), Kirschner (71.), Prada (90.) bzw. Grüll (4.), Grubeck (15.), Ziegl (78.) Kerhe (95.)
WSC Hertha Wels - SCR Altach 1:4 (0:1) Poljanec (89.) bzw. Thurnwald (5.), Berisha (39.), Tartarotti (59.), Gschweidl (86.)
Rapid Wien - Red Bull Salzburg 1:2 n.V. (1:1,0:0). Kitagawa (56.); Szoboszlai (50.), Minamino (121.).

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