ÖFB-Cup

Red Bull Salzburg besiegt den LASK mit 1:0 und steht im Cupfinale

Aufatmen bei den Bullen: Nach fünf sieglosen Spielen fand der Serienmeister am Donnerstag zurück in die Erfolgsspur und zog mit einem 1:0-Sieg gegen den LASK zum siebten Mal in Folge ins Cupfinale ein.

Fünf Spiele in Serie hatte Red Bull Salzburg nicht gewonnen und damit für eine Art Ausnahmezustand gesorgt. An schwache Leistungen ist man in Salzburg nicht gewöhnt, schon gar nicht an Niederlagen. Der Meister und Cupsieger in der Krise? Die Antwort darauf gaben die Bullen am Donnerstag selbst.

Mit einem 1:0-Sieg im ÖFB-Cup gegen den LASK zog Salzburg nicht nur ins Finale des heimischen Pokalbewerbs ein, sondern beendete auch die sportliche Talfahrt und damit fürs Erste auch die zahlreichen öffentlichen Diskussionen über taktische Mängel, fehlende Qualität und falsche Transferpolitik. Generell präsentierte sich das Team von Trainer Jesse Marsch gegen den LASK nicht wie ein Krisenclub, sondern versuchte der Partie vor 10.000 Zuschauern in der Red-Bull-Arena von Beginn an seinen Stempel aufzudrücken.

Mutig, aber nicht übermütig suchten Hwang, Daka und Co. das gegnerische Tor und kamen in der ersten Halbzeit so auch klar zu einem Chancenplus. Marsch hatte auf ein 4-3-3 gesetzt. Vielleicht, weil er einfach ein Signal setzen wollte im Vergleich zur blamablen 2:3-Niederlage am Montag in Altach, vielleicht aber auch, weil mit Zlatko Junuzovic (Verletzung wieder akut) und Mohamed Camara (Todesfall in der Familie) zwei Mittelfeldspieler fehlten. Dominik Szoboszlai (4.), Patson Daka (10.), Max Wöber (30.) und noch einmal Szoboszlai (38.) fanden entweder im überragenden LASK-Keeper Alexander Schlager ihren Meister oder schossen knapp am Tor der Linzer vorbei. Ein vermeintlicher Treffer von LASK-Stürmer Marko Raguz (31.) wurde zurecht wegen Abseits aberkannt.

In der zweiten Hälfte fiel dann das verdiente, weil überfällige Bullen-Tor: Daka bediente Hee-Chan Hwang mit Übersicht und der Südkoreaner erzielte in der 50. Minute das Goldtor zum 1:0. Wermutstropfen: In der Schlussphase humpelte Hwang mit einem dicken Verband am Oberschenkel vom Feld. Es brauchte keinen Propheten, um zu sehen, dass ihm wohl eine längere Verletzungspause droht. Zuvor rettete Salzburgs Torhüter Cican Stankovic noch bei einem Kopfball des eingewechselten Joao Klauss (57.). Ansonsten ließ die in den vergangenen Wochen so löchrige Bullen-Abwehr trotz der hektischen Schlussphase mit der einen oder anderen Unsportlichkeit des LASK sowie Ausschlüssen für Enock Mwepu (Gelb-Rot) und Reinhold Ranftl (Rot) nach einer Notbremse nichts mehr zu - und wurde mit dem ersten Zu-null-Sieg nach einer gefühlten Ewigkeit belohnt.

Der Jubel im Lager von Red Bull Salzburg fiel nach dem Einzug ins Cupfinale, wo übrigens Austria Lustenau wartet, überschwänglich aus. "Wir haben einen schwierigen Monat hinter uns und haben heute die Leistung gebracht, die in so einem Spiel notwendig ist", sagte Bullen-Trainer Jesse Marsch. Und mit einem Lächeln fügte er hinzu: "Wir haben zu null gespielt. Das ist beinahe ein komisches Gefühl."

Jubel bei den Salzburgern. SN/APA/KRUGFOTO
Jubel bei den Salzburgern.

Stimmen nach dem Spiel:

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Es war ein schwieriger Monat für uns, aber wir haben immer gut miteinander gearbeitet. Der Erfolg ist ein bisschen teuer erkauft, weil Hwang verletzt ist, aber wir sind im Finale und können uns jetzt einmal auf die Meisterschaft konzentrieren. Die Führung gegen den LASK ist immer wichtig, denn wenn sie aggressiver von hinten heraus spielen müssen, können wir umschalten. Das war unser bestes Spiel seit der Winterpause und eines der besten in dieser Saison."

Cican Stankovic (Salzburg-Tormann): "Es war eine schwierige Phase für uns, aber keine Krise. Wir sind richtig happy. Der LASK hat uns das Leben gemacht, wir hätten den Sack früher zumachen können, aber Alexander Schlager hat sehr gut gehalten."

Valerien Ismael (LASK-Trainer): "Wir haben heute nicht auf unserem Niveau gespielt, das hat man von der ersten Minute an gespürt. Wir hatten viel Nervosität und Abspielfehler und haben keine gefährlichen Szenen kreiert. Von daher ist der Sieg von Salzburg verdient. Wir sind sehr enttäuscht. Insgesamt war es zu wenig, deswegen haben wir verdient verloren. Den Elfmeter beim Duell zwischen Ramalho und Goiginger kann man pfeifen. Es war interessant zu sehen, dass Salzburg viel Respekt vor uns hat. Das gibt uns Zuversicht für die Meistergruppe in der Bundesliga."

Alexander Schlager (LASK-Tormann): "Wir waren heute nicht mutig genug und haben zu viele Eigenfehler gemacht, deswegen hatte Salzburg auch viele Torchancen. Mir geht es nicht um meine Leistung, sondern darum, dass wir das nicht so umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten."

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