Bundesliga

"Okay, aber ungewohnt" - so startete Red Bull Salzburg nach Coronapause in das Training

Am Dienstagvormittag trafen sich die Kicker von Fußball-Serienmeister Red Bull Salzburg zum ersten gemeinsamen Training nach der Corona-Zwangspause. Im Trainingszentrum Taxham wurde in Kleingruppen gearbeitet.

Pünktlich um zehn Uhr begann am Dienstag die erste Übungseinheit von Red Bull Salzburg nach fünfwöchiger Pause. Und es war ein ungewöhnlicher Auftakt.

Die Spieler gingen im Gänsemarsch zu ihrer Arbeitsstätte, trugen dabei Schutzmasken, jeder der Bullenprofis brachte seine eigene Trinkflasche mit, der Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen jedem Kicker und Betreuer wurde penibel genau eingehalten, zumindest wurde es versucht. Und Trainer Jesse Marsch dirigierte wie ein Feldherr zwischen den beiden Übungsgruppen stehend.

"Alle sind fit, haben zu Hause sehr gut trainiert. Das Training ist zwar speziell, aber besser als nichts", sagte Marsch. "Ich hoffe, dass wir in zwei Wochen in das Mannschaftstraining einsteigen können und in weiteren zwei bereit für die Ligaspiele sind."

Die ersten beiden Trainingsgruppen, die am Vormittag das Trainingsgelände in Taxham betraten, sahen folgendermaßen aus: Rasmus Kristensen, Andre Ramalho, Majeed Ashimeru, Masaya Okugawa, Karim Adeyemi sowie Torhüter Cican Stankovic. In nötiger Entfernung übte die Gruppe mit Andreas Ulmer, Maxi Wöber, Antoine Bernede, Dominik Szoboszlai und Patson Daka.

Die dritte und vierte Trainingsgruppe absolvierte ihre Einheit am Nachmittag. Dabei standen verschiedene Ballübungen ohne Zweikämpfe aber auch Krafteinheiten auf dem Programm.

Die Bullen wollen fit und gerüstet sein, sollte die Saison doch Mitte Mai wieder aufgenommen werden können. Für Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund ist klar: "Wir müssen so schnell wie möglich wieder spielen, dann können wir auch mit Einnahmen planen. Das geht nur, wenn über den Fußball wieder berichtet und diskutiert wird."

Um fit zu sein, wenn es soweit ist, gaben die beiden Co-Trainer Rene Aufhauser und Franz Schiemer als Gruppenchefs klare Anweisungen - aus der nötigen Distanz zu den Profis. Marsch überwachte und dirigierte zwischen den beiden Trainingsplätzen aus der Entfernung das Programm.

Der US-Amerikaner hatte auch viel zu erklären und musste aufgrund der großen Distanz zu seinen Spielern auch schon einmal lauter werden und seine Stimme strapazieren. Aber es war in jeder Aktion deutlich zu erkennen: Alle freuten sich darüber, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Abwehrroutinier Andre Ramalho drückte es auf dem Rasen knieend mit einem Gebet Richtung Himmel schauend auch aus.

Um 12.30 Uhr folgte eine Online-Pressekonferenz mit Jesse Marsch und Sportdirektor Christoph Freund.

Das sagten sie in der Pressekonferenz:

Verteidiger Max Wöber: "Es war ein super Gefühl, die Jungs wieder zu sehen, auch wenn es nur auf Distanz war. Alle haben den Fußball vermisst. Sehnsucht nach dem Home Office hat keiner mehr. Das ist jedem schon auf die Nerven gegangen. Aber es musste sein, damit wir fit bleiben. Wir haben große Ziele vor uns. Das Training in kleiner Gruppe ist natürlich komisch. Auch, dass man nicht jubeln zusammen darf. Die Freude überwiegt, dass wir wieder am Platz stehen."

Trainer Jesse Marsch: "Ich denke, es war okay, aber sicher ungewohnt. Es funktioniert relativ gut. Die Spieler haben eine gute Einstellung, und es herrschte eine gute Stimmung. Klar sind wir alle glücklich, wieder zusammen zu sein. Man muss ein bisschen kreativ sein in dieser Situation. Es war ein guter erster Tag."

Sportdirektor Christoph Freund: "Die Rückkehr auf den Platz war sehr, sehr wichtig. Es geht um das Gefühl, mit seinen Kollegen Spaß zu haben. Auch wenn es eine besondere Situation, ein erster wichtiger Schritt zurück zur Normalität. Auch für den Verein, auch für die Gesellschaft, dass es Step by Step zur Normalität zur Normalität zurückgeht. Fußball ist ein wichtiger Part dabei, Spaß und Emotionalität zu vermitteln. Wir hoffen uns, sukzessive steigern zu können. Wir haben alle Spieler und Betreuer getestet. Alle Tests waren negativ, das war positiv für uns. In der Liga werden auch Konzepte erarbeitet, damit nicht positive Tests bei einzelnen Beteiligten gleich zum Abbruch des Spielbetriebs führen."

Hinter Gittern: Trainingsauftakt bei Red Bull Salzburg.  SN/APA/BARBARA GINDL
Hinter Gittern: Trainingsauftakt bei Red Bull Salzburg.
Kennen Sie den? Es ist Majeed Ashimeru.  SN/APA/BARBARA GINDL
Kennen Sie den? Es ist Majeed Ashimeru.
Einmal ohne, einmal mit: Dominik Szoboszlai und Torhütertrainer Herbert Ilsanker.  SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Einmal ohne, einmal mit: Dominik Szoboszlai und Torhütertrainer Herbert Ilsanker.
Maskenmann: Torhüter Cican Stankovic.  SN/APA/BARBARA GINDL
Maskenmann: Torhüter Cican Stankovic.
Trainerduo: Rene Aufhauser und Jesse Marsch.  SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Trainerduo: Rene Aufhauser und Jesse Marsch.
Zaungäste: Von hier aus verfolgten Fotografen und Kamerateams das Geschehen.  SN/APA/BARBARA GINDL
Zaungäste: Von hier aus verfolgten Fotografen und Kamerateams das Geschehen.
Redentor: Andre Ramahlo.  SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Redentor: Andre Ramahlo.

Aufgerufen am 23.09.2020 um 12:50 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/okay-aber-ungewohnt-so-startete-red-bull-salzburg-nach-coronapause-in-das-training-86532592

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