Bundesliga

Paradoxon Tabelle: Zuversicht und Glaube bei FAK vor Derby

Eigentlich sollte eine Bilanz von fünf Spielen, null Siegen und der letzte Tabellenplatz Grund zur Sorge bieten, doch in Favoriten ist dem nicht so. Vor dem 333. Wiener Derby gegen Rapid am Sonntag (17.00 Uhr/live Sky) sprüht man bei der Austria nur so vor Optimismus. Trainer Manfred Schmid merkt "von Woche zu Woche, dass die Zuversicht und das Selbstvertrauen steigen" und sieht einen Aufwärtstrend. Vor allem auf der Leistung beim Remis in Graz wolle man aufbauen.

Austria-Trainer Manfred Schmid glaubt fest an den ersten Sieg SN/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIA
Austria-Trainer Manfred Schmid glaubt fest an den ersten Sieg

"Es ist kurios", kommentierte FAK-Trainer Schmid den Kontrast zwischen Tabellensituation und Leistungen. "Wir haben wirklich - und besonders zuletzt gegen Sturm - gute Leistungen gebracht." In der Tabelle schlägt sich das bisher jedoch nicht nieder. Der 50-Jährige schätzte die Defensivarbeit seiner Truppe gut ein, bemängelte aber die schwache Chancenverwertung. Sportdirektor Manuel Ortlechner spüre ob der vergangenen Auftritte gar "eine gewisse Grundgelassenheit", bezeichnete den Blick aufs Tableau aber ebenfalls als "paradox".

Trotz ausbleibender Erfolge bläst man am Verteilerkreis keineswegs Trübsal. Schmid merke "die Zuversicht und das Vertrauen" seiner Akteure im täglichen Training, "die Spieler glauben an den Erfolg", so der Wiener. "Was mich positiv stimmt, ist dass die Mannschaft das Spiel unbedingt gewinnen wollte - vom Körperlichen und von der Einstellung her", bezog Schmid sich noch einmal auf vergangene Woche. "Ich habe das Gefühl, da entwickelt sich etwas, die Stimmung ist gut. Von daher habe ich ein richtig gutes Gefühl."

Was passieren müsse, damit man sich in Zukunft für den Aufwand belohnt? "Diese Konzentration, diesen Fokus, den wir in Graz in der ersten Halbzeit hatten, müssen wir länger halten." Effizienz und letztlich Punkte wären die logische Konsequenz. So allerdings geht man wie zuletzt vor vier Jahren als Schlusslicht ins 300. Bundesliga-Derby, das damals mit einem 2:2-Remis geendet war. Es war der Startschuss zu einer Serie von acht ungeschlagenen Partien gewesen.

"Die Findungsphase zwischen Mannschaft und Trainerteam - man muss noch mal erwähnen, dass personell rund um die Spieler wirklich alles neu ist - hat eine gewisse Zeit gebraucht, geht aber jetzt in die Endphase", rief Ortlechner in Erinnerung und skizzierte zugleich die aktuelle Leistungsdichte: "Von Platz drei bis zwölf kann fast jeder jeden schlagen." Zeit also, eine ähnliche Serie wie 2017 zu starten?

Für Schmid ist es das erste Derby als Cheftrainer. Nachdem er als Akteur zahlreiche Schlachten geschlagen hatte, gab er offen zu: "Der Umgang zwischen Didi und mir am Platz war nicht jugendfrei. Trotzdem war immer Respekt dabei, nach dem Schlusspfiff sowieso." In seinen 283 Partien für die Violetten habe er, wie Gegenüber Kühbauer, stets alles für seine Farben gegeben. Als Trainer ist der Burgenländer ihm aber voraus: "Didi hat sich wirklich gut entwickelt, hat Riesen-Erfolge gefeiert. Dafür habe ich großen Respekt."

Wie Schmid Kühbauer an der Taktiktafel bezwingen möchte, bleibt naturgemäß ein Geheimnis. "Bei Sturm hat das mit den zwei Stürmen und dem System sehr gut gepasst. Das bedeutet aber nicht, dass wir am Sonntag genauso einlaufen." Man werde der hohen Qualität der Hütteldorfer im Umschaltspiel mit einem der vielen in dieser Saison praktizierten Systeme begegnen oder dieses je nach Spielverlauf adaptieren.

Wer sich von nur einem Erfolg aus den letzten neun Derbys in Favoriten nicht abschrecken lässt und die Begegnung live im Stadion sehen möchte, muss übrigens Austria-Mitglied oder Abonnent sein, um fünf bzw. sieben Tickets erwerben zu dürfen. Einen freien Verkauf wird es nicht geben. Weit über 10.000 Karten gingen Stand Freitagmittag über die Ladentheke.

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