Bundesliga

Rapid gegen St. Pölten auf Sieg eingestellt

Rapid bestreitet am Samstag in der Fußball-Bundesliga ein "halbes Geisterspiel" und trifft auf einen Gegner, der mit dem Trainereffekt spekuliert - dennoch wäre alles andere als ein Erfolg eine Enttäuschung. Gegen Schlusslicht SKN St. Pölten mit Neo-Coach Dietmar Kühbauer sind bei den Hütteldorfern drei Punkte eingeplant, um dem Saisonziel Europacup-Teilnahme wieder einen Schritt näher zu kommen.

Wiedergenesener Schwab soll Rapid zum Sieg führen SN/APA (Expa/Pucher)/EXPA/SEBASTIAN
Wiedergenesener Schwab soll Rapid zum Sieg führen

Trainer Goran Djuricin vermied es zwar, von einem Pflichtsieg zu sprechen, stellte aber auch klar: "Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen." Der Tatsache, dass aufgrund der Sektorensperre nur rund 10.000 Zuschauer im Allianz Stadion erwartet werden, maß der Wiener keine allzu große Bedeutung bei.

Lieber beschäftigt sich Djuricin mit den seiner Meinung nach gefährlichen Kontrahenten. "Die werden vielleicht kurz vor dem Spiel noch rohes Fleisch essen. Wir wissen, wie Kühbauer motivieren kann." Die Spielweise der Niederösterreicher werde sich durch den Wechsel von Oliver Lederer zu Kühbauer verändern. "Wir nehmen an, dass der Gegner tief stehen und mit schnellen Spitzen kommen wird."

Dennoch ist nach zuletzt zwei Siegen in Folge die Zuversicht beim Coach des Tabellendritten groß. "Wir spielen richtig guten Fußball. Das machen wir schon seit Monaten, aber es haben Glück und der Killerinstinkt, die letzten zwei, drei Prozent, gefehlt", erklärte Djuricin.

Die jüngsten beiden Erfolge gelangen ohne Philipp Schobesberger, der im Herbst noch Leistungsträger gewesen war. "Er weiß, woran es liegt und arbeitet an sich, das ist das Wichtigste", sagte Djuricin über den aktuellen Reservisten und ergänzte: "Er muss sich genauso wie alle anderen sein Leiberl erarbeiten."

Während Schobesberger wohl wieder auf der Bank Platz nehmen wird, fehlen neben dem gesperrten Dejan Ljubicic auch die rekonvaleszenten Tamas Szanto, Christopher Dibon und Ivan Mocinic. Die beiden Letzteren erlitten nach überstandenen langwierigen Verletzungen wieder Rückschläge und dürften noch einige Zeit nicht für die Kampfmannschaft zur Verfügung stehen.

Dazu kommt der Ausfall von Joelinton wegen eines Außenband-Einrisses im Knie. Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel bedauerte die Verletzung des Brasilianers, sieht darin aber auch eine Chance, dass der von Hoffenheim ausgeliehene Offensivspieler vielleicht doch noch über den Sommer hinaus in Wien-Hütteldorf bleiben könnte.

Auch St. Pölten muss auf einige Profis verzichten, was für Kühbauer derzeit aber kein großes Thema ist. Der Ex-Teamspieler beschäftigt sich lieber damit, nach zuletzt vier Niederlagen in Folge so schnell wie möglich eine Steigerung herbeizuführen. "Wir müssen stabiler werden, speziell in der Abwehrarbeit. Das Zweikampfverhalten muss in allen Zonen besser werden."

Die Begriffe "Kratzen, Beißen, Kämpfen" wollte der Burgenländer allerdings nicht bemühen. "Das sind Floskeln, von denen ich mich trennen will. Kämpfen muss man ja sowieso immer." Kühbauer rechnet sich für das Match gegen seinen Herzensclub, bei dem er im Herbst 2016 Trainer-Kandidat war, durchaus Chancen aus. "Einen ganz klaren Favoriten gibt es nicht. Wir wollen alles dafür tun, dass wir Rapid ärgern können."

Zu möglichen Adaptierungen im taktischen und personellen Bereich hielt sich Kühbauer bedeckt. "Es wird Änderungen geben, aber keine Personalrochaden ohne Ende", sagte der 47-jährige Betreuer des abgeschlagenen Tabellenletzten, dem zehn Punkte auf den Neunten WAC fehlen.

Quelle: APA

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