Bundesliga

Rapid setzt vor Hartberg-Match auf wiedergewonnene Einheit

Bei Rapid ist vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Hartberg Frustbewältigung angesagt. Das bittere Cup-Out gegen Red Bull Salzburg steckt den Hütteldorfern noch in den Knochen, andererseits bewirkte das 1:2 nach Verlängerung auch eine gewisse Aufbruchsstimmung. Die Art und Weise, wie die Mannschaft nach dem Match von den Fans gefeiert wurde, lässt die Grün-Weißen optimistisch in die Zukunft blicken.

Rapidler müssen bitteres Cup-Ausscheiden verarbeiten SN/APA (Archiv)/HANS PUNZ
Rapidler müssen bitteres Cup-Ausscheiden verarbeiten

So meinte etwa Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic: "Das war die Einheit, nach der wir lechzen, der Startschuss dafür, eine starke Gemeinschaft zu werden, die Rapid in der Vergangenheit immer ausgezeichnet hat." Dieser Aussage schloss sich auch Trainer Dietmar Kühbauer an, und Abwehrchef Christopher Dibon ergänzte: "Was da am Ende abgegangen ist, war Gänsehaut. Es hat uns Spielern gezeigt, dass man mit so einer Leistung, auch wenn wir verloren haben, die Leute zurückholen kann."

Dabei wird es sich allerdings um einen langwierigen Prozess handeln, denn bis Freitagmittag waren nur rund 14.200 Tickets abgesetzt. Vor zwei Wochen gegen die Admira kamen 15.100 Zuschauer ins Allianz Stadion, beim Duell mit Salzburg waren es 20.400. Gegen die "Bullen" machten die grün-weißen Anhänger nicht nur positiv auf sich aufmerksam - der zu Salzburg gewechselte Ex-Rapidler Maximilian Wöber und dessen Familie wurden auf Spruchbändern im Block West beleidigt.

Darüber wollte Barisic keine großen Worte mehr verlieren. "Ich habe mit Wöber schon ein Telefonat geführt, damit ist die Sache erledigt." Der Sport solle im Mittelpunkt stehen, forderte Rapids Sportchef.

Auch Trainer Kühbauer beschäftigt sich lieber mit dem Hartberg-Match als mit den Geschehnissen vom Mittwoch. "Wir müssen das Salzburg-Spiel beiseitelegen. Wichtig ist Hartberg, das wird eine komplett andere Partie", sagte der Ex-Teamspieler. "Der Rhythmus wird von uns bestimmt werden, doch wir dürfen nicht glauben, dass uns Hartberg auch nur ein bisschen was schenken wird. Wir müssen genauso konzentriert zu Werke gehen wie gegen Salzburg und unsere Chancen verwerten."

Allzu viele Personaländerungen wird Kühbauer wohl nicht vornehmen. "Es sind vier Tage zwischen den beiden Partien, das dürften die Spieler schaffen", meinte der Rapid-Coach. Daher kann sich auch der 18-jährige Dalibor Velimirovic wieder Chancen auf die Startelf ausrechnen, obwohl er sich gegen Salzburg eine unnötige Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte.

An Kühbauers hoher Meinung über Velimirovic hat sich trotz dessen Ausschlusses nichts geändert. "Er hat eine 'Scheiß'-ma-nix'-Mentalität, die man als Trainer nicht einimpfen kann. Wenn er am Boden bleibt, hat er eine gute Karriere vor sich."

Velimirovic ist so wie der ebenfalls im Salzburg-Match ausgeschlossene Stefan Schwab gegen Hartberg spielberechtigt, weil beide Gelb-Rot und nicht Rot gesehen haben. Dafür fällt Koya Kitagawa aus, auch der angeschlagene Thomas Murg dürfte nicht zur Verfügung stehen.

Die Hartberger wiederum müssen unter anderem mit großer Wahrscheinlichkeit auf Kapitän Siegfried Rasswalder verzichten, der sich einen Nasenbeinbruch zuzog. Nicht nur deswegen treten die Steirer in Wien als Außenseiter an. "Rapid hat gegen Salzburg eine bemerkenswerte Leistung geboten, aber wir wollen uns nicht verstecken, sondern mutig agieren", betonte Trainer Markus Schopp.

In den vier Liga-Partien der Vorsaison fuhr man mit dieser Taktik nicht schlecht - die Bilanz aus Hartberger Sicht steht bei zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage. Der bisher letzte Auftritt des TSV im Allianz Stadion endete im vergangenen April mit einem 4:3-Erfolg. "Von den Resultaten her hat es meistens gut ausgeschaut, doch das hat nichts mit dem Spiel am Sonntag zu tun. Wir werden gegen eine extrem dominant auftretende Rapid-Mannschaft spielen, die versuchen wird, das Spiel sofort in ihre Richtung zu lenken", prophezeite Schopp.

Quelle: APA

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