Bundesliga

Rapid steuert auf turbulente Zeiten zu

Rapid muss sich wohl auf turbulente Zeiten einstellen - und das nicht nur wegen der Präsidiumswahl am 25. November mit allen dazugehörigen Begleiterscheinungen. Auch in sportlicher Hinsicht herrscht seit der 0:1-Heimniederlage am Samstag gegen den SKN St. Pölten Unruhe. "Jetzt kommt wieder Druck. Die Stimmung war bis heute gut, jetzt kippt sie ein bisschen", sagte Kapitän Stefan Schwab.

Sportlich verlief das Wochenende für Rapid nicht nach Wunsch SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Sportlich verlief das Wochenende für Rapid nicht nach Wunsch

Rapids Bilanz aus den bisherigen acht Saison-Pflichtspielen vor eigenem Publikum steht bei zwei Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen. Als Tabellenvierter liegen die Hütteldorfer nach 13 Runden schon 14 Punkte hinter Spitzenreiter Red Bull Salzburg, selbst der Dritte WAC ist bereits sechs Zähler entfernt.

Obwohl die Teilnahme an der Meistergruppe derzeit nicht in Gefahr zu sein scheint, lässt der Auftritt gegen St. Pölten keine große Hoffnungen auf eine Aufholjagd in der Bundesliga aufkommen. "Das war von jedem Einzelnen zu wenig", gestand Schwab und ortete Mängel im Kreativbereich und im Zweikampfverhalten.

Als "niederschmetternd" bezeichnete Innenverteidiger Christopher Dibon die Leistung gegen den SKN. "Wir waren im Offensivspiel als Mannschaft nicht vorhanden, die Bewegung ohne Ball war ganz schlecht", stellte der Innenverteidiger fest.

Dass der Treffer der Niederösterreicher irregulär war - Goalie Richard Strebinger wurde beim Schuss von Husein Balic durch zwei im Abseits stehende SKN-Profis die Sicht verstellt - wollten die Wiener gar nicht mehr groß thematisieren. "Man kann über das Tor diskutieren, aber Strebinger hätte den Ball nicht mehr gefangen, das muss man zugeben", meinte Trainer Dietmar Kühbauer.

Diesen Standpunkt vertrat auch Schwab. "Wir brauchen nicht irgendwelche Ausreden zu suchen, sondern müssen unsere Fehler analysieren", meinte der Mittelfeldspieler. So wie die Rapidler erwischte auch Manuel Schüttengruber einen schwarzen Tag, der Referee ließ die eine oder andere elferreife Szene ungeahndet. "Es waren auf beiden Seiten knifflige Situationen, doch das ist nicht der Grund, warum wir verloren haben", betonte Schwab.

Die Ursachen lagen laut Kühbauer in anderen Bereichen. "Wir haben offensiv nicht das abgerufen, was man abrufen muss, und wir haben es St. Pölten im Offensivspiel zu leicht gemacht. Wir haben nicht die Breite gesucht, die wir gebraucht hätten, haben oft falsche Entscheidung getroffen. Fußball ist Zweikampf, das haben wir nicht abgerufen", erklärte der 47-Jährige.

Die triste Heimbilanz wollte Kühbauer nicht überbewerten, immerhin hätten seine Kicker im Allianz Stadion zumeist gute Darbietungen hingelegt, die des Öfteren unbelohnt blieben. "Da etwas reininterpretieren zu wollen, zu diesen Trainern gehöre ich nicht", sagte der Burgenländer.

Mehr Kopfzerbrechen bereitet Kühbauer die lange Ausfallsliste vor allem in der Offensive - gegen St. Pölten fehlten Taxiarchis Fountas, Koya Kitigawa und Philipp Schobesberger. "Ohne etwas beschönigen zu wollen, aber irgendwann muss man erkennen, dass das Rapid nicht Woche für Woche gut machen kann. Über Wochen und Monate sehr gute Offensivspieler nicht zu haben, wird wahrscheinlich bis auf Salzburg keiner verkraften", vermutete der Rapid-Coach.

Sein Gegenüber beim SKN, Alexander Schmidt, jubelte über den erst zweiten Bundesliga-Sieg in dieser Saison und den zumindest vorläufigen Sprung vom letzten auf den zehnten Tabellenplatz. Von einer Euphorie ist man aber in St. Pölten weit entfernt. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", prophezeite Schmidt.

Quelle: APA

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