Bundesliga

Red Bull Salzburg - "Die Kraft hat nachgelassen, aber das Tor war hohe Qualität"

Red Bull Salzburg konnte diesmal nicht brillieren und feierte gegen Altach dennoch einen 1:0-Heimsieg - weil Takumi Minamino als "Zehner" einen besonderen Torinstinkt entwickelt.

Am Ende war es so wie immer in den vergangenen zwei Jahren: Fußballmeister Red Bull Salzburg ging mit einem Erfolgserlebnis aus dem Heimspiel. Zum 54. Mal (!) in Serie blieben die Bullen vor eigenem Publikum ungeschlagen. Und dennoch war diesmal alles anders: Salzburg siegte im Sonntag-Spiel gegen Altach zwar mit 1:0 (1:0), zeigte dabei allerdings nicht wie gewohnt eine Klasseleistung und hatte in der Schlussphase damit zu tun, den Sieg heimzubringen.

Der SCR Altach, der mutig und so gar nicht wie ein Abstiegskandidat spielte, kam zu mehreren guten Möglichkeiten und hatte in der Statistik bei den Torschüssen schließlich sogar die Oberhand (5:4). Dass die Salzburger trotzdem als Sieger vom Platz gehen konnten, hatten sie Takumi Minamino zu verdanken. In der 18. Minute erzielte der Japaner mit dem nagelneuen Bundesliga-Ball, dem knallbunten "Context 19" von Adidas, nach einem Kabinettstückerl das Goldtor. Minamino übernahm ein Zuspiel von Abwehrchef André Ramalho über das halbe Spielfeld volley und traf eiskalt zum 1:0.

Weitere Torchancen waren, zumindest auf Salzburger Seite, Mangelware. Abermals Minamino (34.), Munas Dabbur (53./nach uneigennützigem Minamino-Zuspiel) und Xaver Schlager (60.) versuchten auf 2:0 zu erhöhen. Letztlich war Altach dem 1:1 aber näher als Salzburg dem zweiten Tor. Cican Stankovic, der Bundesliga-Keeper der Bullen, parierte einen Schuss von Kristijan Dobras mit einem starken Reflex. Und auch beim Versuch von Emir Karic in der letzten Spielminute war Stankovic mit einer tollen Parade zur Stelle. "Das war ganz klar ein Arbeitssieg", sagte der Torhüter, der von einem "schwierigen Spiel gegen einen starken Gegner" sprach.

Bullen-Trainer Marco Rose, der seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Prestigeerfolg vergangene Woche in der Europa League gegen RB Leipzig an sechs Positionen veränderte, resümierte: "Wir haben gut angefangen, hatten das Spiel im Griff. Hintenraus hat man uns dann aber angemerkt, dass die Kraft nachlässt. Wir mussten uns diesen Sieg erarbeiten. Und Cican hat zum Glück herausragend gehalten." Beim Tor von Minamino schnalzte Rose mit der Zunge: "Das war Intuition, Technik und hohe Qualität. Aber auch das Zuspiel von André (Ramalho) war richtig stark."

Für Takumi Minamino war es das elfte Saisontor bei 23 Einsätzen. Interessant: Weitaus mehr Treffer, nämlich sieben an der Zahl, erzielte der japanische Teamstürmer, wenn er bei Red Bull Salzburg im offensiven Mittelfeld spielte. Als Sturmpartner von Munas Dabbur gelangen ihm bei ebenso vielen Einsätzen wie als "Zehner" nur drei Tore. Als Linksaußen erzielte er einen Treffer. Sein Goldtor gegen Altach war quasi eine Kopie seines spektakulären Treffers beim 5:2-Sieg in der Europa League gegen Rosenborg Trondheim. Extra trainiert werde dies nicht, betonte Coach Rose. Es habe vielmehr mit der Gabe von Ramalho und Minamino zu tun, freie Räume zu erkennen.

Apropos Training: Zwar haben die Salzburger die erste spielfreie Woche ohne ÖFB-Cup oder Europa League seit Langem, frei haben sie deshalb nicht: Heute und morgen gilt es, die noch vorhandenen Kraftreserven zu mobilisieren: Es stehen Leistungstests auf dem Programm.

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

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