Bundesliga

Red Bull Salzburg: Für Müdigkeit ist es zu früh

Wenige Tage vor dem Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad wollen die Salzburger in der Bundesliga bei Altach nicht zu viele Kräfte lassen.

Takumi Minamino bestreitet in Altach sein 100. Bundesligaspiel für Red Bull Salzburg.  SN/gepa
Takumi Minamino bestreitet in Altach sein 100. Bundesligaspiel für Red Bull Salzburg.

Es ist eine Art Quadratur des Kreises, die Marco Rose als Trainer von Red Bull Salzburg schaffen soll. Einerseits soll sein meisterliches Fußballteam am Mittwoch auf den Punkt genau topfit ins wichtigste Spiel des Jahres gegen Roter Stern Belgrad gehen. Andererseits müssen die Bullen aber auch das Alltagsgeschäft der Bundesliga ordentlich erledigen, konkret am Samstag (17 Uhr/live in Sky Sport Austria) beim Tabellenletzten SCR Altach, verbunden mit einer 700-Kilometer-Auswärtsfahrt.

Nach der Vorsaison mit 62 Pflichtspielen in 46 Wochen sind die Salzburger wohl die größten Experten in Sachen Belastungssteuerung, Schonung und Rotation. Marco Rose sagt: "Die Jungs wollen immer spielen. Es ist aber wichtig, hier viel und auch offen und ehrlich miteinander und mit der medizinischen Abteilung zu reden. Sonst rennen wir in etwas rein, was wir nicht brauchen." Jüngere Spieler bräuchten seiner Erfahrung nach öfter einmal den Fingerzeig vom Trainer, um sich nicht überzubelasten. Erfahrene Akteure wie Kapitän Andreas Ulmer wiederum hörten auch von sich aus mehr in ihren Körper hinein und signalisieren, wenn es zu viel wird.

Nach bislang acht gespielten Partien gehe noch keiner aus dem Bullenkader am Zahnfleisch, wie Rose unterstreicht: "Wir sind gut drauf und voller Energie, wir haben Bock auf viele Spiele." Gute Vorzeichen also, nicht ausgerechnet beim Schlusslicht in Vorarlberg die ersten Punkte in der Liga abgeben zu müssen. Auf die leichte Schulter sei Altach dennoch nicht zu nehmen: "Sie haben bei Rapid gepunktet und auch bei Sturm Graz mit der Chance auf noch mehr. Und mit Hannes Aigner haben sie einen Stürmer, der weiß, wo das Tor steht."

Einige personelle Änderungen wird es bei der Mission in Altach sicher geben. Ähnlich wie in der Vorwoche gegen Hartberg, als Smail Prevljak die Chance, sich zu zeigen, dankbar annahm und beide Tore beim 2:0-Heimsieg erzielte.

Wieviel Rotation ist sinnvoll in Zeiten starker Beanspruchung? Ein Radikalrezept schwebt Leipzig-Trainer Ralf Rangnick vor, sollte sein Team die Europa-League-Gruppenphase erreichen: Zwei mehr oder weniger getrennte Kader für Liga und für Europa, so kündigte er im "Kicker" an, sollen das Dilemma der vielen Spiele lösen. Marco Rose ist skeptisch: "In der Praxis kannst du nicht verhindern, dass etwas passiert und man dann Überschneidungen hat."

In jedem Falls stehen für die Salzburger in Altach zwei runde Jubiläen bevor. 999 Tore wurden bisher in der Red-Bull-Ära erzielt, der erste Treffer im Ländle macht den Tausender voll. Ein Kandidat dafür ist Takumi Minamino. Der Japaner steht vor seinem 100. Bundesligaspiel, und von seinen 31 Toren für Red Bull Salzburg fielen immerhin 20 in Auswärtsspielen.

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