Bundesliga

Red Bull Salzburg gewinnt Schlager gegen Rapid mit 2:0

Fußballmeister Red Bull Salzburg setzte seinen Höhenflug fort, gewann auch sein achtes Bundesliga-Spiel, verlor jedoch Innenverteidiger Oumar Solet mit einer schweren Knieverletzung.

Selten zuvor waren die Favoritenrollen im Bundesliga-Klassiker zwischen Red Bull Salzburg und Rapid Wien so klar verteilt wie am Sonntag. Die Bullen spielten daheim, hatten gegen die Hütteldorfer in den jüngsten 24 Duellen nur eine Niederlage kassiert, führten in der Tabelle mit dem Maximum von 21 Punkten und genossen nach ihrem glanzvollen Champions-League-Einstand in Sevilla (1:1) darüber hinaus eine längere Pause als die Wiener, die in der Liga erst bei acht Zählen hielten und in der Europa League gegen Genk ein Last-Minute-0:1 verdauen mussten. Das spiegelte sich auch in den Wettquoten wider: Für einen Sieg der Salzburger gab es von den Buchmachern eine mickrige Quote von 1,20, ein voller Rapid-Erfolg jedoch hätte das knapp Zehnfache gebracht.

Die Partie begann vor 17.200 Zuschauern wie gewohnt mit dem Rainermarsch und mit Ehrungen für den "Spieler des Monats" Nicolas Seiwald und Kapitän Andreas Ulmer, der vor Kurzem sein 500. Pflichtspiel für Red Bull Salzburg absolviert hatte. Aber auch mit einem echten Schock für die Bullen: Der seit Wochen in Hochform spielende Oumar Solet zog sich bei einem langen Schritt eine schwere Knieverletzung zu und musste vom Roten Kreuz vom Feld gefahren werden. Die schlimme Befürchtung: ein neuerlicher Kreuzbandriss beim 21-jährigen Franzosen, der sich nach langer Reha gerade von einem solchen erholt hatte. An seine Stelle im Abwehrzentrum trat Jérôme Onguéné, Max Wöber fehlte gegen seinen Ex-Club laut Vereinsangaben krankheitsbedingt.

Spielerisch hatte Salzburg dennoch alles unter Kontrolle, so richtig gefährlich wurde man gegen die extrem tief stehenden Rapidler jedoch nicht. Die beste Chance verbuchte Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen, dessen abgefälschter Schuss an die Außenstange donnerte. Die Gäste aus der Bundeshauptstadt versuchten es mit Konterfußball, doch ernsthafte Gefahr ging auch von Rapid nicht aus.

An dem Bild änderte sich in der zweiten Hälfte wenig. Karim Adeyemi hatte das 1:0 auf dem Fuß, rutschte nach einem tollen Haken aber aus und schoss Rapid-Keeper Paul Gartler an die Brust. Ansonsten spielte sich viel zu viel im Mittelfeld, weit weg von den Gefahrenzonen, ab. Bullen-Trainer Matthias Jaissle reagierte, brachte Fanliebling Seiwald und Benjamin Šeško.

Im Mittelpunkt stand schließlich aber einmal mehr Adeyemi. Der Führende der Bundesliga-Torschützenliste kam in der 74. Minute im Strafraum zu Fall, Rapid-Verteidiger Kevin Wimmer traf den schnellen Bullen-Stürmer unglücklich von hinten. Doch war das Foul elfmeterwürdig? Referee Markus Hameter und die Videoschiedsrichter benötigten ganze vier Minuten, ehe die Entscheidung unter großen Protesten von der Rapid-Bank auf Strafstoß fiel. Als wäre das Missgeschick in Sevilla nie passiert, griff Adeyemi nach dem Ball - und verwertete eiskalt zum 1:0 (79.). In der Schlussminute fixierte Brenden Aaronson nach perfekter Vorarbeit und einem Supersprint des eingewechselten Noah Okafor über das halbe Spielfeld den 2:0-Endstand.

Salzburg setzte damit seine Rekordserie fort, gewann auch das achte Ligaspiel in dieser Saison und traf zum 41. (!) Mal in einem Bundesliga-Heimspiel in Folge. Damit hat man den Allzeitrekord von Rapid (1983 bis 1986) egalisiert.

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

Aufgerufen am 29.11.2021 um 06:35 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/red-bull-salzburg-gewinnt-schlager-gegen-rapid-mit-20-109506856

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