Bundesliga

Rieds Matchplan ging auf, LASK machte "alles falsch"

Das OÖ-Derby der Fußball-Bundesliga hat am Samstag dank verrückten ersten 20 Minuten beste Unterhaltung und Ried ein 2:0 samt Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe einen Punkt vor dem LASK gebracht. Die Linzer ließen sich zu Beginn völlig überrumpeln, kassierten zwei Gegentreffer samt Eigentor und standen schon nach 14 Minuten in Unterzahl am Platz. Man habe vor der Pause "fast alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", klagte LASK-Coach Andreas Wieland.

Wenn der Matchplan aufgeht: Ried-Coach Ibertsberger im Glück SN/APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER
Wenn der Matchplan aufgeht: Ried-Coach Ibertsberger im Glück

Ried-Coach Robert Ibertsberger freute sich hingegen über die ersten Punkte in der zweiten Saisonphase, die für sein Team in letzter Sekunde statt der Meister- die Qualigruppe gebracht hatte. Den Schock darüber schienen die Rieder spätestens mit dem Anpfiff vor ausverkauftem Haus in Pasching überwunden zu haben. "Unser Matchplan ist zu hundert Prozent aufgegangen, speziell zu Beginn des Spiels", resümierte Ibertsberger.

Das mehrfache Fehlverhalten der umgekrempelten LASK-Defensive - so agierte Oumar Sako erstmals von Beginn an - erleichterte das Vorhaben enorm. Yannis Letard steuerte nicht nur ein Eigentor bei (4.), sondern holte sich wenig später für ein Foul an Dorgeles Nene im Strafraum auch Rot ab (13.). Dass Julian Wießmeier vom Elferpunkt zweimal - inklusive Wiederholung wegen eines zu früh einlaufenden LASK-Spielers - an Alexander Schlager scheiterte, änderte nichts daran. Marcel Ziegl köpfelte nach einem Freistoß schließlich zum 2:0 und der Vorentscheidung ein (19.).

"Wir haben gewusst, dass der Gegner auf Standards und Aktionen im Umschaltspiel lauern wird. Wir haben dann sowohl aus dem Umschaltspiel ein Tor kassiert wie auch aus einem Standard und zur Draufgabe noch die Rote Karte", ächzte Wieland. Da half es ihm auch wenig, dass sein Team nach Seitenwechsel "sehr bemüht" agierte, "aber auch nicht die richtigen Lösungen" fand. Ried verlegte sich aufs Verwalten und spielte die eine oder andere Kontermöglichkeit nicht gut genug aus. "Wir haben es relativ trocken heruntergespielt. Warum hätten wir auch aufmachen sollen?", stellte Ibertsberger fest.

Nun ist Platz sieben wieder in den Rieder Fokus gerückt, er scheint durchaus realistisch. "Es herrscht ein anderer Druck. Aber wir haben gezeigt, dass wir damit umgehen können", war sich Ibertsberger sicher. Die nächste Aufgabe lautet Hartberg zuhause.

Für Turbulenzen in Pasching sorgten nach dem 2:0 aber auch einige Besucher, deren Verhalten in einer fünfminütigen Spielunterbrechung gipfelte. Einer der auf die Rieder Jubeltraube fliegenden Becher traf Stefan Nutz am Kopf, wie die TV-Bilder zeigten. "Ich weiß nicht, was den Leuten einfällt, wenn sie sowas machen. Wenn mich der blöd trifft, schaut es vielleicht schlecht aus", meinte der Mittelfeldmann der SVR gegenüber "Sky".

Ibertsberger war auch mit den Unparteiischen nicht ganz zufrieden. "Nutz hat über Kopfweh geklagt, das habe ich den Schiedsrichtern kundgetan. Aber sie haben kaum drauf reagiert, das ist für mich schon ein bisschen skandalös", meinte er in Richtung von Christian-Petru Ciochirca und seines Teams. "Ich habe ihn (Nutz, in der 75. Minute, Anm.) aufgrund dessen auch auswechseln müssen, weil ihm schwindlig wurde. Das ist kein gutes Zeichen für den Fußball. Ich hoffe, dass man den Verantwortlichen auch ausforscht."

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