Bundesliga

"Riesengeschichte" rückt für Hartberg näher - WSG im Tief

Die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga ist für den TSV Hartberg in Griffweite. Nach dem 2:1-Heimerfolg gegen Schlusslicht Admira werden die aktuell fünftplatzierten Steirer nach der 20. Runde fix unter den Top-Sechs-Teams vertreten sein. Die Truppe von Coach Markus Schopp stieß zwei Runden vor der Ligateilung die gegen Sturm Graz 1:1 spielende WSG Tirol aus dem elitären Kreis. "Wieder in den Top sechs dabei zu sein, das wäre eine Riesengeschichte", betonte Schopp.

Florian Flecker (links) fixierte Hartbergs dritten Sieg in Folge SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Florian Flecker (links) fixierte Hartbergs dritten Sieg in Folge

Die Formkurve spricht für den TSV, der vergangene Saison als Sechster mit 29 Punkten überraschend das Ticket für das "obere Play-off" gelöst hatte. "Um oben dabei zu sein, bedarf es, in 22 Runden permanent abzuliefern. Das ist uns sehr oft gelungen. Dass wir da sind, wo wir sind, ist eine Bestätigung, dass vieles kein Zufall ist", verlautete der Hartberg-Trainer gegenüber Sky. Die Steirer haben nur einen Zähler weniger als 2019/20 nach Ende des Grunddurchganges - vor allem dank 13 Zählern aus den jüngsten fünf Spielen.

Mit einem 1:0 gegen WSG Tirol, 2:1 beim LASK und dem jetzigen Erfolg siegte man dreimal in Folge mit einem Tor Unterschied. "Wir haben bis vor kurzem Spiele gehabt, wo die Leistung okay war, wir uns aber nicht mit Punkten belohnt haben. Jetzt haben wir eine Phase, wo wir zum Teil nicht so gut gespielt, aber voll gepunktet haben", resümierte Schopp. Mit der Leistung seiner Truppe gegen die Admira war er zufrieden. "Heute haben wir ein sehr wichtiges Spiel verdient für uns entschieden, welches über 90 Minuten von uns sehr aktiv gestaltet wurde", schilderte der Ex-ÖFB-Teamspieler seine Sicht.

Als Belohnung gab es den Vorstoß auf Rang fünf, wobei der WAC mit einem Punkt oder Sieg am Sonntag in Ried die Möglichkeit hatte, vorbeizuziehen. "Wenn vor vier Wochen wer gesagt hätte, dass wir jetzt auf Rang fünf stehen, hätten das wenige unterschrieben. Man merkt, was möglich ist, wenn wir unseren Matchplan zu 100 Prozent umsetzen, es von hinten bis vorne funktioniert. Natürlich gehört auch Glück dazu, aber das muss man sich hart erarbeiten", sagte Stürmer Dario Tadic.

Bei Rapid und gegen St. Pölten hat man es in der eigenen Hand, den Vorjahreserfolg zu wiederholen. "Es sind zwei brutal wichtige Partien, wir werden schauen, dass wir unsere Hausaufgaben machen", so Tadic. Mit einem Selbstläufer rechnet niemand. "Es stehen noch schwierige Gegner vor uns", warnte Schopp. Sollte es mit "oben" nicht klappen, ist man dank einem 15-Punkte-Polster auf das Tabellenende für den Kampf um den Klassenerhalt gut aufgestellt.

Die Admiraner verloren drei der jüngsten vier Ligaspiele. "Die Situation ist schon etwas schwierig, aber ich bleibe positiv, weil ich sehe, dass in der Mannschaft vieles stimmt. Das ist eine gute Basis für die Zukunft", sagte Coach Damir Buric. Aus seiner Sicht hätten sich seine Schützlinge "wenigstens ein Unentschieden" verdient. Der Kroate stützte sich auf eine mögliche Fehlentscheidung vor dem ersten Gegentor, wo der Ball bei der Tadic-Hereingabe über der Toroutlinie gewesen sein könnte. "Ich kann es daher kaum erwarten, dass der Videobeweis kommt", betonte Buric.

Der Video Assistant Referee wäre auch in Tirol hilfreich gewesen, wurde doch ein Tor von Thanos Petsos zwar regelkonform, allerdings erst nach einigen Diskussionen zwischen Schiedsrichter und Linienrichter wegen einer Abseitsstellung aberkannt. "Ich sehe es ähnlich kritisch wie das nicht gegebene Tor vergangene Woche in der Südstadt. Aber solange es keinen Videobeweis gibt, haben diese Diskussionen wenig Wert", meinte WSG-Trainer Thomas Silberberger.

Noch bitterer für ihn war der Ausgleichstreffer von Ex-WSG-Stürmer Kelvin Yeboah in der 92. Minute - ein Deja-vu. "Das war wieder eine Situation, in der wir eher schlecht verteidigen und wieder bekommen wir das Gegentor." Dadurch benötigt man Schützenhilfe, um noch oben anzudocken. Tirol-Torschütze Tobias Anselm sparte nicht mit Kritik: "Wir reißen uns 90 Minuten den Arsch auf und dann das. So ein Spiel müssen wir für uns entscheiden, wenn wir in die Meistergruppe wollen."

Auch bei Sturm stieg das Selbstvertrauen nicht gerade ins Unermessliche, war doch nach dem Cup-Aus gegen Salzburg Wiedergutmachung als Devise ausgegeben worden. "Vielleicht sehe ich das etwas zu kritisch, aber das ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben", betonte Stürmer Kevin Friesenbichler. Sein Coach Christian Ilzer war aufgrund des Spielverlaufs nicht unzufrieden: "Am Ende, glaube ich, leben wir ganz gut mit diesem Punkt."

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