Bundesliga

Salzburg freut sich über Meisterteller und rosige Aussichten

Österreichs Fußball-Meisterteller hat wieder sein altbekanntes Quartier bezogen - im Trophäenschrank von Red Bull Salzburg. Der bereits am Sonntag fixierte siebente Titelgewinn in Folge wurde mit der am Mittwoch von Liga-Vorstand Christian Ebenbauer vollzogenen Übergabe der Schüssel quasi amtlich und sorgte bei allen Beteiligten noch einmal für große Begeisterung.

Große Freude bei den Titelhamsterern SN/APA/BARBARA GINDL
Große Freude bei den Titelhamsterern

Sportdirektor Christoph Freund vermisste bei den Feierlichkeiten zwar die Fans, sprach aber nach dem Heim-5:2 dennoch von einem "sehr schönen Titel nach einer herausfordernden Saison mit vielen Highlights. Wenn man weiß, welchen Umbruch es im letzten Sommer gegeben hat, ist das schon eine richtig coole Geschichte", sagte Freund im Sky-Interview.

Eine Runde vor dem Ende der Meistergruppe liegen die Salzburger neun Punkte vor Vizemeister Rapid. Dabei hatte man nach dem Grunddurchgang sechs Zähler Rückstand auf den LASK. Dann aber kamen die Punkteteilung und die Coronavirus-Pandemie. "Von der Punkteteilung waren wir nie große Fans, diesmal war sie für uns besser. Und die Corona-Pause hat sich niemand ausgesucht", meinte Freund.

In den zehn Spielen seit dem Re-Start holte man acht Siege und zwei Remis und stieg wieder zur unumstrittenen Nummer eins im Land auf. Daran soll sich auch in der kommenden Saison nichts ändern, obwohl wieder Leistungsträger verkauft werden könnten. "Der Umbruch wird sicher nicht so groß sein wie letztes Jahr", versprach Freund. "Der eine oder andere wird den Verein verlassen und den nächsten Schritt machen, doch die nächsten stehen schon in den Startlöchern."

Der Abgang von Hwang Hee-chan zu RB Leipzig gilt als beschlossene Sache, auch der von mehreren renommierten Clubs umworbene Dominik Szoboszlai wird wohl nicht zu halten sein. Der Ungar brachte es in den zehn Partien seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf sieben Tore und zehn Assists. In den 29 Spielen davor hatte es nur zu vier Treffern und sieben Vorlagen gereicht.

Dem 19-Jährigen tat die Corona-Pause sichtlich gut. "Ich bin einfach ein Mann geworden", erzählte Szoboszlai. "Vor Corona ist es nicht so gut gelaufen für mich, dann habe ich meinen Kopf in eine andere Richtung gestellt." Über einen Transfer in eine Topliga wollte der Offensivspieler nach dem Sturm-Match noch nicht reden. Seine Konzentration liege voll auf der letzten Partie am Sonntag beim LASK.

Mit einem Sieg über die Oberösterreicher könnte Salzburg dem WAC den Weg zu Endrang drei und damit zu einem Fixplatz in der Europa-League-Gruppenphase ebnen. "Wir wollen dem WAC helfen und die Meisterschaft mit einem Sieg beenden", sagt Szoboszlai. Die Wolfsberger hatten am Sonntag den LASK besiegt und Salzburg damit vorzeitig zum Champion gemacht.

Trainer Jesse Marsch rechnet nicht wirklich mit einem Verbleib von Szoboszlai. "Hoffentlich können wir ihn behalten, aber ich bin mir nicht so sicher", erklärte der US-Amerikaner. Dennoch blickt der Coach optimistisch in die Zukunft, immerhin warten mit Spielern wie dem 18-jährigen Karim Adeyemi, der gegen Sturm sein erstes Liga-Tor erzielte, schon die nächsten Talente auf den Durchbruch. "Christoph Freund hat in den letzten Jahren einen super Job gemacht. Da ist für einen Trainer das Arbeiten einfach", sagte Marsch.

Weniger rosig stellt sich die Situation für Sturm Graz dar. Durch die Niederlage in Salzburg beenden die Steirer die Saison auf Platz sechs und sind im Europacup nur Zuschauer. Neun der vergangenen zehn Matches wurden verloren, was bei Jörg Siebenhandl für großen Unmut sorgte. "Es sollten sich einige fragen, was es heißt, Profi-Fußballer zu sein. Wir haben in der Vorbereitung eine riesige Aufgabe vor uns und in der nächsten Saison viel gutzumachen. Solche Spiele kann man nicht mehr abliefern", schimpfte der Goalie.

Quelle: APA

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