Bundesliga

Salzburg tankt in Ried "Selbstvertrauen" für CL-Rückspiel

Durch den 3:1-Sieg bei der SV Ried hat Serienmeister Red Bull Salzburg seinen Zweipunktevorsprung als Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Samstag verteidigt. Vor allem aber wappneten sich die Salzburger in den 97 Minuten im Innviertel für das entscheidende Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch gegen Maccabi Tel Aviv.

Es war ein schwieriges Spiel SN/APA/EXPA/ROLAND HACKL
Es war ein schwieriges Spiel

"Es war nicht unsere beste Leistung, aber es war nicht schlecht. Wir haben viele Spieler getauscht", erinnerte Salzburg-Trainer Jesse Marsch an den letztlich geglückten Spagat, mit Rotation (sieben Neue) Kraft für den Europacup zu sparen. "Eine Pause und nicht 90 Minuten für die wichtigsten Spieler, das ist wichtig."

Der Trainer sprach von einem schwierigen Spiel. "Ried hat tief verteidigt." Nicht zum ersten Mal stellte ein Gegner das Zentrum zu und damit Salzburg vor Probleme. Marsch: "Wir haben das schon oft gesehen - wir müssen da mehr Lösungen mit dem Ball in dieser Phase haben."

Christoph Freund erlebte eine "unnötig spannende Partie", das Ergebnis stimmte den Sportchef aber milde: "Im Endeffekt wieder gewonnen, ein Auswärtssieg, wir sind sehr gut in die Saison gestartet - das gibt Selbstvertrauen."

Und Zuversicht für Mittwoch, wenn die "Bullen" im zwölften Anlauf erstmals eine Qualifikation für die Champions League meistern wollen. "Ich habe schon einige K.o-Spiele erlebt, da kann vieles passieren", sagte Freund. Er ging nach dem 2:1 seiner Truppe im Hinspiel davon aus, dass Maccabi sich in Salzburg "nicht hinten reinstellen" kann. "Dann werden sich hoffentlich Räume ergeben und es ist sicher eine unserer Stärken, schnell umzuschalten."

Gleichzeitig scheint der österreichische Champion defensiv verwundbar. Mit Ausnahme der ersten Cuprunde ging kein Spiel ohne Gegentor vonstatten. Auch in Ried wirkte der Abwehrverbund anfällig. "Wir können ein paar Momente besser verteidigen", sagte Marsch. "Wir werden ein bisschen Video schauen und überlegen, was wir besser machen können."

Es brauchte den Torhüter. "Cican hat eine super Parade gemacht am Ende", sagte Marsch. Angesprochener Cican Stankovic erhielt von seinem Trainer auf der Pressekonferenz nach der Partie viel Lob. "Er ist momentan in Topform und der beste Tormann in Österreich. Wenn er Selbstvertrauen hat, ist es fast unmöglich, ihn zu besiegen."

Stürmer Mergim Berisha gab sich mit einem Doppelpack selbst einen Schub. "Für Mergims Selbstvertrauen ist es sehr wichtig. Er ist ein schlauer Spieler. Es versteht unsere Taktik und was wir brauchen in jedem Spiel", sagte Marsch über den deutschen Juniorenteamspieler. Dieser war einer von gleich elf Salzburgern mit 22 Jahren oder jünger, die in Ried zum Einsatz kamen. "Wir haben eine junge Mannschaft und haben auch viele junge Fehler gemacht", bemerkte Marsch. "Aber der einzige Weg zu reifen für junge Spieler ist zu spielen."

Die Oberösterreicher verkauften sich mit ihrer schrittweise aufgeweichten Defensivtaktik teuer. Trainer Gerald Baumgartner sprach von einem gerechten Ausgang, wobei für seine Mannschaft sogar ein Punkt in Reichweite lag. Den Zeitpunkt dafür sah Baumgartner als günstig an. "Wenn man im Sandwich drinnen ist, wenn die europäisch spielen, dann ist vielleicht der Fokus nicht hundertprozentig bei der Meisterschaft", vermutete der Coach. "Sie haben auch einige Spieler gewechselt und dann kann es auch einer großen Mannschaft passieren, dass sie nicht so performt, wie sie sich das wünschen. Das war heute so."

Nach dem Auftaktsieg gegen WSG Tirol setzte es für den Aufsteiger als Underdog zwei Niederlagen gegen Austria Wien und Salzburg. "Wir haben gegen zwei große Namen eine gute Leistung geboten und trotzdem keine Punkte gemacht. Jetzt müssen wir gegen die Admira schauen, das wir auch die Punkte machen, die wir brauchen, um auch in der Liga zu bleiben", forderte Baumgartner.

Quelle: APA

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