Bundesliga

Salzburg trotz 7:2 bei Rapid noch nicht in Meisterpartylaune

Seit Mittwoch besteht wohl kein mehr Zweifel daran, wer sich in dieser Saison zum österreichischen Fußball-Meister kürt. Red Bull Salzburg brauste im Allianz Stadion mit 7:2 über Rapid hinweg und hat drei Runden vor Schluss acht Punkte Vorsprung auf den LASK. Vorzeitige Gratulationen lehnte Trainer Jesse Marsch dennoch ab. "Wir sind noch nicht fertig", betonte der US-Amerikaner.

Noch gibt es keine Meistergratulationen SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Noch gibt es keine Meistergratulationen

Mit einem Sieg am Sonntag daheim gegen den TSV Hartberg hätten die "Bullen" ihre siebente Meisterschaft in Folge unter Dach und Fach - allerdings mit einem kleinen Fragezeichen, weil über den Vier-Punkte-Abzug des LASK noch nicht letztinstanzlich entschieden wurde. Das diesbezügliche Urteil des Ständigen Neutralen Schiedsgerichts wird wohl erst Wochen nach dem Liga-Ende gefällt. "Ich verstehe nichts von der ganzen Situation. Doch ich verstehe, wenn wir jedes Spiel gewinnen, sind wir Meister, und das ist unser Ziel", erklärte Marsch.

Mit dem historischen Sieg gelang Salzburg gewissermaßen eine Revanche für die 0:7-Heimniederlage gegen Rapid vor zwölf Jahren. "Ich habe von diesem Resultat gehört, aber vielleicht waren ein paar Spieler von uns noch gar nicht geboren damals", scherzte der Salzburg-Coach.

Marsch beschäftigt sich lieber mit der Gegenwart, und die stellte sich in Wien-Hütteldorf äußert rosig dar - auch wegen der Stärke bei ruhenden Bällen. "Wir wussten vor dem Spiel, dass wir einen großen Vorteil bei Offensiv-Standards haben", meinte der 46-Jährige. Seine Mannschaft erzielte gleich fünf Tore im Zuge von Standard-Situationen.

Eines davon - das 1:1 durch Noah Okafor - entsprang allerdings einer nicht geahndeten Abseitsstellung von Patson Daka. "Wir brauchen in Österreich den Videobeweis. Für den Schiedsrichter ist es schwierig, so knappe Situationen zu sehen", erklärte Marsch. Dass in der heimischen Liga im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern noch ohne den Video Assistent Referee (VAR) gearbeitet wird, findet der Trainer nach eigenen Angaben "lächerlich".

Neben einem irregulären Treffer produzierten die "Bullen" aber auch ein Traumtor. Zlatko Junuzovic donnerte einen Corner volley von der Strafraumgrenze unter die Latte und widmete dieses Kunststück danach seinem Sohn Clemens. "Ich wollte für ihn einmal ein Tor schießen", erzählte der Ex-ÖFB-Internationale.

Der Treffer sei "eines meiner schöneren Tore" gewesen, schmunzelte Junuzovic. "Besser kann ich ihn nicht reinschießen. Dass der Ball so ins Tor geht, ist aber auch Glück." So wie Marsch warnte auch der Mittelfeldspieler vor verfrühten Meister-Feierlichkeiten. "Wer weiß, was mit den Punkten (Anm.: für den LASK) noch passiert. Doch wir können uns nur selbst schlagen, das wissen wir. Es ist noch nicht aus, wir müssen konzentriert bleiben."

Quelle: APA

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