Bundesliga

Sarah Zadrazil: "Wir brauchen Frauen in allen Bundesligaclubs"

Seit heuer gibt es in Österreich die Wahl zur Fußballerin des Jahres und die erste Siegerin, Sarah Zadrazil aus Salzburg, hat einige Ideen.

Sarah Zadrazil ist Österreichs erste Fußballerin des Jahres. SN/gepa pictures/ daniel goetzhaber
Sarah Zadrazil ist Österreichs erste Fußballerin des Jahres.

Den Hype des Jahres 2017 konnten Österreichs Fußballfrauen heuer nicht prolongieren. Aber die bei der EM im vergangenen Jahr in den Niederlanden entfachte Euphorie festigte den Stellenwert. Erstmals führte jetzt die Austria Presse Agentur eine Wahl zur österreichischen Fußballerin des Jahres durch. Die Premierensiegerin heißt Sarah Zadrazil, ist 25 Jahre alt, stammt aus dem Salzburger Land und spielt in Potsdam.

"Es ist auf jeden Fall sehr schön und macht mich natürlich stolz. Auch wenn persönliche Ehrungen eher nebensächlich für mich sind, finde ich, dass es einfach eine extrem coole Wertschätzung ist, dass wir generell als Frauen jetzt auch die Möglichkeit haben, diese Auszeichnung zu gewinnen", sagte die Mittelfeldspielerin am Mittwoch.

Im österreichischen Nationalteam genießt sie den Ruf der Spielmacherin. Zweite wurde mit Laura Feiersinger (zurzeit 1. FFC Frankfurt) ebenfalls eine gebürtige Salzburgerin, Dritte die Tirolerin Nicole Billa (TSG Hoffenheim). Stimmberechtigt waren die zehn österreichischen Frauen-Bundesliga-Coaches.

Zadrazil begann ihre Karriere beim USC Abersee und wechselte nach Stationen beim USK Hof, beim FC Bergheim und einem Zwischenspiel bei den Washington Spirit Reserves in die deutsche Frauen-Bundesliga zu FFC Turbine Potsdam.

Die Szene in Österreich beobachtet sie weiter intensiv. Zadrazil: "Diese Ehrung ist ein wichtiger Schritt, aber für die österreichische Bundesliga wären Impulse und höhere Wertschätzung auch gut. Wünschenswert wären Frauenteams in allen Bundesligavereinen der Männer. Da tut sich noch viel zu wenig. In Graz bei Sturm wird einiges gemacht, bei der Wiener Austria, auch in St. Pölten. In Salzburg rührt sich leider gar nichts." Vom Männerfußball könnten sich Frauen zwar taktisch einiges abschauen, in der Athletik sei beides nicht vergleichbar.

Die stets kämpferisch auftretende Spielerin erlebt in Deutschland, wie sich Frauensektionen bei etablierten Männervereinen entwickeln. "Wir, bei FFC Turbine, sind ein reiner Frauenverein. Da ist es schwierig, an Sponsorgelder zu kommen. Frauensektionen profitieren von den Einnahmen des ganzen Vereins."

Bis 2020 hat Zadrazil einen Vertrag bei Turbine. In der vergangenen Saison verpasste der Verein mit Platz vier die Champions League. Zu Heimspielen kommen im Schnitt 1600 Zuschauer, ein voller Fanbus begleitet die Auswärtsspiele. Zadrazil ist Profi und hat sich mit der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin und dem Bachelor für Sportwissenschaften auf alle Fälle die Grundlage für einen Plan B geschaffen.

Das ablaufende Jahr bezeichnet Zadrazil als sehr lehrreich. Mit dem ÖFB-Team wurde die Weltmeisterschaft verpasst, die nächste EM-Teilnahme muss klappen.

Quelle: SN

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