Bundesliga

Schlusslicht Altach hofft im Abstiegskampf auf ein "Wunder"

Angesichts der fast aussichtslosen Lage hofft Altach-Trainer Ludovic Magnin im Bundesliga-Abstiegskampf auf ein Fußballwunder. "Natürlich weiß ich, dass es jetzt ein Wunder braucht", sagte der Coach der Vorarlberger nach dem 1:1 (0:1) am Samstag gegen die SV Ried. Dann nahm sich der Schweizer die "Königlichen" aus Madrid zum Vorbild: "Real hat in der 88. Minute auch ein Wunder gebraucht", sagte er.

Keine guten Aussichten für Altach-Coach Magnin SN/APA/EXPA/ROLAND HACKL/EXPA/ROLAN
Keine guten Aussichten für Altach-Coach Magnin

Und Real Madrid schaffte es im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Manchester City bekanntlich mit zwei späten Toren in die Verlängerung und dann ins Finale - auch die Altacher wollen mit zwei Siegen in den verbleibenden zwei Spielen das scheinbar Unmögliche möglich machen. Vier Punkte beträgt der Rückstand in der Qualifikationsgruppe auf Ried, fünf sind es auf die Admira und Hartberg.

Die Magnin-Elf muss am kommenden Samstag bei der Admira und zum Saisonabschluss gegen Hartberg gewinnen, um die kleine Chance auf den Klassenerhalt noch am Leben zu halten. Zuletzt gab es für die Altacher aber nur zwei Punkte aus vier Spielen. Zumindest gegen Ried wäre mehr drinnen gewesen. "Der Punkt ist bitter", meinte ein enttäuschter Magnin, er habe "nur eine Mannschaft" auf dem Platz gesehen.

Ried ging etwas entgegen des Spielverlaufs durch Ante Bajic (38.) in Führung, nach dem Ausgleich durch Christoph Monschein (71.) lag ein Altach-Sieg in der Luft. "Ehrlicherweise muss man zugeben, dass wir die glücklichere Mannschaft waren", verlautete Rieds Trainer Christian Heinle. Die Qualifikationsgruppe habe zudem "nicht mehr viel mit Fußball zu tun", ergänzte er, "es geht bei allen nur noch um den Kopf."

Während es für Heinle "das Schönste" wäre, im Derby gegen den LASK den Klassenerhalt zu fixieren, wird in Vorarlberg gezwungenermaßen schon über den Gang in die 2. Liga nachgedacht. "Als Unternehmer musst du an einen Plan B denken und an diesen Plan B denken wir auch", sagte Altach-Präsident Peter Pfanner gegenüber Sky.

Schlaflose Nächte habe er aber keine. "Altach ist ein Verein, der auf sehr gesunden Beinen steht. Wir sind schuldenfrei und haben eine gute Infrastruktur. Aber ein Abstieg wäre natürlich ein Rückschlag für uns. In dieser Situation redest du über zwei bis drei Millionen Euro, die fehlen würden", erklärte Pfanner.

Die Admiraner sind auch noch nicht durch, sie ließen beim 1:1 gegen WSG Tirol leichtfertig die Chance liegen, den Klassenerhalt vorzeitig klarzumachen. Wieder einmal war die mangelnde Effizienz eine Hürde auf dem Weg zu einem Heimerfolg. Nur drei Partien konnten die Südstädter in dieser Saison zu Hause gewinnen. "Ich muss aufpassen, was ich sage, weil ich innerlich koche", war Admira-Coach Andreas Herzog fuchsteufelswild. Neben der fehlenden Abschlussstärke stieß ihm vor allem der Auftritt in der Schlussphase sauer auf.

Die Leistung sei da "unterirdisch" gewesen. "Die letzten 20 Minuten - da kenn ich mich nicht mehr aus. Wie wir den Gegner zu hundertprozentigen Chancen einladen, das ist in unserer Situation alles andere als förderlich." Mit dem Ausgleich von Luan (87.) kurze Zeit nach dem Gegentreffer von Kofi Schulz (80.) gab es im Finish aber immerhin auch einen positiven Aspekt. Gegen Altach reicht den Südstädtern schon ein Punkt, um den Ligaverbleib endgültig zu fixieren.

Die Hartberger sammelten mit dem 3:3 beim LASK unterdessen wieder eine gehörige Portion Selbstvertrauen. "Vor vier, fünf Runden wären wir da gnadenlos untergegangen. Wir haben in den letzten drei Spielen zehn Tore gemacht. Ich bin froh, dass wir momentan immer treffen. Das stimmt mich zuversichtlich für die letzten Spiele", sagte TSV-Trainer Klaus Schmidt.

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