Bundesliga

"Sehr heißes Spiel" - Rapid erwartet starke Austria im Derby

Die Vorzeichen vor dem 333. Wiener Fußball-Derby zwischen Rapid und Austria am Sonntag (17.00 Uhr) zeigen deutlich wie selten in der jüngeren Vergangenheit in Richtung der Grün-Weißen. Während die "Veilchen" auf dem letzten Tabellenplatz stehen, ist Rapid Dritter und schaffte erneut die Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase. Von einer eindeutigen Favoritenrolle wollten die Protagonisten in Hütteldorf im Vorfeld dennoch nicht sprechen.

Maximilian Hofmann (r.) und Marco Grüll freuen sich auf Wiener Derby SN/APA/HANS PUNZ/HANS PUNZ
Maximilian Hofmann (r.) und Marco Grüll freuen sich auf Wiener Derby

"Jetzt packen wir die alte Floskel aus, dass es keinen Favoriten gibt", meinte Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic am Freitag. Rapid ist gegen den Erzrivalen vier Liga-Spiele ungeschlagen, hat allerdings auch nur eine Partie davon - 3:1 am 1. September 2019 in der Generali Arena - mit drei Punkten beendet. "Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen", sagte Trainer Dietmar Kühbauer vor dem erneuten Auswärtsspiel in Favoriten. Vier Punkte trennen die Wiener Vereine aktuell in der Tabelle.

"Wir freuen uns auf das Spiel und hoffen, dass wir am Sonntag die Leistung wie gegen Luhansk annähernd bringen können, dann sind die Karten ganz gut", fügte der frühere Mittelfeldspieler hinzu. "Aber ich weiß ganz genau, dass da noch mehr Energie freigesetzt wird, deswegen wartet auf uns ein sehr heißes Spiel." In puncto Spielausrichtung werde Rapid nicht besonders auf die Austria eingehen. "Wir wissen, was wir tun müssen. Das ist das Entscheidende", sagte der 50-Jährige.

Ausdrückliches Lob gab es von Kühbauer für sein Trainer-Gegenüber Manfred Schmid bei der Austria. "Der 'Schmidi' hat eins richtig gemacht, nämlich, dass er vor der Saison den Druck komplett von der Mannschaft genommen hat. Er hat in Wahrheit gesagt, dass sie zwei Jahre hart arbeiten müssen", erinnerte er. "Aber ich denke, die Mannschaft ist gut. Man sieht, dass sie in den letzten Wochen immer besser gespielt haben. Es wäre von uns nicht das Beste aufgrund der Tabellensituation zu glauben, wir fahren dort hin und haben ein leichtes Spiel. Ich glaube, dass die Mannschaft besser ist, als sie im Moment dasteht."

Personell kann Kühbauer fast aus dem Vollen schöpfen, wiewohl nachher noch Trainingseinheiten anstanden und er noch nicht den Überblick über die Fitness aller seiner Spieler hatte. Die Mannschaft kehrte in der Nacht auf Freitag von der erfolgreichen Europacup-Reise aus der Ukraine zurück, wo Sorja Luhansk im Play-off zur Europa League 3:2 bezwungen wurde.

Ein Wackelkandidat bleibt ob seiner Schulterverletzung Einser-Torhüter Richard Strebinger. "Möglicherweise kann es sich ausgehen. Aber es ist, dass der 'Strebi' das Okay geben muss", erläuterte Kühbauer. Ersatz Paul Gartler habe die Sache gegen Luhansk aber sehr gut gemacht. Weitere Wehwehchen gebe es, soweit er das überblicken könne, keine. "Möglicherweise die Stimmbänder, dass die angeschlagen sind. Denn sie waren sehr laut, nicht textsicher und schön. Und das ohne Alkohol", scherzte er über die Rückreise aus der Ukraine.

Für Rapid-Kapitän Maximilian Hofmann sind Derbys etwas ganz Spezielles. "Für mich waren es immer die schönsten Spiele, in ihrem Stadion zu gewinnen. Auf das brennt ein jeder von uns, dass wir dort am Sonntag mit unseren Fans gemeinsam den Sieg feiern können." In der vergangenen Saison seien die Lokalduelle vor fast leeren Rängen "schon eher komisch" gewesen. Diesmal könnte es am Sonntag wieder ein volles Stadion geben.

Die Betonung liegt auf könnte. Denn Ärger gibt es im Rapid-Lager deshalb, weil die Austria keine Karten im freien Verkauf, also primär für Grün-Weiß-Fans, sondern nur für Abonnenten anbietet. Geunkt wurde, dass die Violetten mit dieser Strategie die Generali Arena nicht füllen würden. Aus Rücksicht auf den Vorteil würde der finanziell angeschlagene Gegner sogar den wirtschaftlichen Verlust in Kauf nehmen, hieß es aus Vereinskreisen. Auch zahlungswillige Rapid-Sponsoren würden durch die Finger schauen.

In der Derby-Gesamtbilanz liegt Rapid mit 136 Siegen voran, auf 119 kam die Austria bisher, dazu gab es 77 Unentschieden. Auch die jüngsten beiden Spiele in der Saison 2020/21 (1:1 und 0:0) gingen ohne Sieger zu Ende.

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