Bundesliga

Seriensieger Sturm Graz beschwört nach 3:0 Teamspirit

Sturm Graz reitet in der Fußball-Bundesliga auf der Erfolgswelle. Das 3:0 gegen die Admira war der fünfte Pflichtspiel-Sieg in Folge, viermal in Folge haben die Grazer kein Gegentor erhalten. In der Tabelle hat man sich im Spitzenquartett mit dem LASK, Salzburg und Rapid etabliert, im Vergleich zur Konkurrenz aber ein Spiel weniger ausgetragen. Viele Beobachter meinen, Großes sei im Entstehen. Kausal mitverantwortlich dafür soll der stark ausgeprägte Teamgeist sein.

Auch wenn es so aussieht: Sturm und Admira nicht auf gleicher Höhe SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Auch wenn es so aussieht: Sturm und Admira nicht auf gleicher Höhe

"Über die Saison haben wir es geschafft, ein richtig gutes Team zu werden. Der Erfolg stärkt und bringt den Glauben in unsere Gruppe und an unseren Weg. Das ist sicher ein Erfolgsgeheimnis", meinte Trainer Christian Ilzer. Direkt Symbolkraft wollten die Beteiligten aus dem 3:0 in der 93. Minute durch Abwehrmann Gregory Wüthrich ableiten. Der Schweizer setzte für seinen ersten Sturm-Treffer Brachialkraft ein. Für den Sieg war das Tor nicht mehr notwendig, trotzdem brachen danach alle Dämme.

"Das dritte Tor ist Sinnbild für den Zusammenhalt in der Mannschaft und zeigt, was da gerade bei uns abgeht", erklärte Torhüter Jörg Siebenhandl die anschließenden Jubelszenen, in denen der Routinier eine Hauptrolle spielte. Das hatte der 30-Jährige zuvor auch schon in der Drangphase der Admiraner getan, als er sich in der 32. Minute vor Marco Hausjell aufbaute und gegen seinen Ex-Verein den 0:1-Rückstand verhinderte.

"Wir haben uns am Anfang schwergetan, haben es in der zweiten Halbzeit dann aber richtig gut gestaltet. Ich finde es großartig, wie es die Jungs Woche für Woche machen", lobte der ÖFB-Aspirant seine Kollegen. Dem 1:0 durch Jon Gorenc-Stankovic war ein laut Ilzer "Geniestreich" von Otar Kiteishvili vorausgegangen, der den Ball von halblinker Position mit Rechts-Effet quasi in den Strafraum streichelte. Den zweiten Treffer besorgte Stürmer Kevin Friesenbichler in der 58. Minute aus größerer Distanz.

Dass Spieler wie er oder Kiteishvili erst jetzt so richtig aufzublühen scheinen, ist Ilzer zufolge nicht bloßem Zufall geschuldet. Denn in der Sommerpause hätten Sportchef Andreas Schicker und sein Team ganze Arbeit geleistet und nach einem klaren Anforderungsprofil echte Verstärkungen geholt. "Von diesem Ausgangspunkt aus hat sich dann sehr schnell eine Mannschaft gefunden, es hat sich ein guter Spirit in der Mannschaft entwickelt", erläuterte Ilzer.

Alle hätten den Willen, die ausgegebenen Prinzipien umzusetzen. "Ob wir konstant auf diesem Niveau spielen können", das werde sich zeigen. Ihm sei jedenfalls wichtig, "dass die Mannschaft in den Köpfen trägt, dass sie nicht zufrieden ist mit dem Ist-Zustand, sondern dass wir permanent versuchen, uns in allen Bereichen weiterzuentwickeln. Wenn da alle mitziehen, glaube ich, dass wir uns wirklich oben festbeißen können." Auch Siebenhandl warnte: "Wir dürfen jetzt nicht vom Fokus runterkommen."

Noch Respektabstand zu den Topteams hat Sturms nächster Gegner St. Pölten. Das zeigte das 2:2 des Heimteams gegen Hartberg, das nur unzufriedene Gesichter zurückließ. Der SKN kann in dieser Saison weiter nicht zweimal in Folge gewinnen. Am Samstag verabsäumten es die Niederösterreicher, den weiter auf Rang sieben liegenden Kontrahenten um die Meistergruppen-Teilnahme schon um sieben Punkte zu distanzieren. "Da waren Zweikämpfe dabei, die waren nicht gut genug", ärgerte sich Trainer Robert Ibertsberger und betonte kurz darauf: "Das werden wir auf jeden Fall noch hinterfragen müssen."

Hartberg fehlten vor dem Gastspiel der WSG Tirol bei Rapid am Sonntag zumindest drei Punkte auf die Top sechs. "Wir haben wieder die ersten 20 Minuten verschlafen, sind dann stark zurück gekommen, aber leider ist es wieder nur ein Punkt geworden", sagte Torjäger Dario Tadic. "Wenn wir nicht bald munter werden, sind die ersten Sechs illusorisch." Schade sei, "dass wir uns immer wieder mühsam zurückkämpfen müssen, das geht mir schon richtig auf den Sack".

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