Bundesliga

St. Pölten gegen WAC - Duell der "Kleinen" in Meistergruppe

Die beiden nominellen Außenseiter der Meistergruppe in der Fußball-Bundesliga duellieren sich am Sonntag (14.30 Uhr) in St. Pölten. Der SKN empfängt den WAC. Es ist so etwas wie der Kampf um Europa. Die Niederösterreicher gehen als Tabellendritter mit drei Punkten Vorsprung auf die Verfolger ins Rennen. Wolfsberg könnte aufschließen - dafür wäre aber der erste Sieg nach langer Durststrecke nötig.

Popovic hat den Glauben nicht verloren SN/APA/HERBERT P. OCZERET
Popovic hat den Glauben nicht verloren

Neun Runden ist der WAC bereits ohne vollen Erfolg. "Das ist eine Serie, die keiner mehr will. Das ist etwas, das nagt an uns", erklärte Trainer Christian Ilzer. "Die Serie wollen wir auf jeden Fall einmal brechen."

St. Pölten gelang der Befreiungsschlag bereits vergangene Woche mit einem 1:0 bei Sturm Graz. "Das war mehr eine Bestätigung für die Arbeit, die wir gemacht haben", meinte SKN-Coach Ranko Popovic, der dadurch selbst wieder etwas fester im Sattel sitzt. Bei der Mannschaft habe sich aber wenig geändert. "Wir waren nicht glücklich, als die Ergebnisse ausgeblieben sind, aber wir haben immer gewusst, was zu tun ist."

Popovic lobte, dass sein Team auch in der angespannten Situation vor dem Sieg in Graz (ein Punkt in fünf Runden) die Ruhe bewahrt habe. Mit der Tabellensituation wollte er sich vorerst nicht beschäftigen. "Wenn die Leistung passt, dann passen die Resultate und dann ist der Stand am Ende klar", erklärte der Serbe. In der Meistergruppe sei man privilegiert, es geht um internationale Startplätze. "Wir wollen so lange wie möglich auf dieser Linie sein."

Als Dritter liegt St. Pölten zwölf Punkte hinter Salzburg und acht hinter dem LASK. Die Gefahr droht von hinten - auch vom WAC. "Der WAC, Sturm und Austria sind die Mannschaften, gegen die wir mitspielen können", meinte Popovic. "Da werden wir unsere Chancen haben." Die Wolfsberger hätten zu Saisonstart aber deutlich mehr in ihr Team investiert als St. Pölten. "Ihre Ziele waren wahrscheinlich höher."

Der Ausfall von Taxiarchis Fountas bis Saisonende wegen einer Schulterverletzung schmerzt den SKN. "Seine Formsteigerung war unglaublich", sagte Popovic über den Griechen. Wolfsberg lobte er vor allem für den praktizierten Spielstil. "Der WAC fühlt sich gut mit dem Ball, das ist gut für unsere Liga. Das ist eine Erfrischung, weil viele hauptsächlich gegen den Ball spielen."

Der zählbare Erfolg blieb bei den Wolfsbergern aber zuletzt aus. Ihr bisher letzte Sieg datiert von 11. November. Gegen den LASK setzte es zum Auftakt der Meistergruppe eine glatte 0:3-Heimniederlage. "Daran haben wir zu knabbern gehabt", gestand Ilzer. Mittlerweile sei der Blick aber nach vorne gerichtet. "Wir wollen nach St. Pölten fahren, um einen Sieg einzufahren."

Ilzer erwartet ein "Spiel auf Augenhöhe". Es ist ein wichtiges für den weiteren Verlauf der Meisterrunde. "Wir wollen nicht Sechster werden", betonte der WAC-Trainer. Das ist der einzige Rang, der nicht einmal im Play-off um die Europa-League-Plätze antreten darf. Zu sehr anpassen will er die Ausrichtung nicht an St. Pölten. "Wir haben unsere Art und Weise Fußball zu spielen."

Diese hat Ilzer auch für andere Aufgaben interessant gemacht. Salzburger Medien nannten den 41-jährigen Steirer zuletzt auch als Kandidaten bei Red Bull Salzburg, sollte Marco Rose den Serienmeister wie erwartet mit Saisonende verlassen. "Man kann es als Anerkennung nehmen, aber man braucht sich davon auch nicht beeindrucken lassen", sagte Ilzer über die Spekulationen. Seine Gedanken seien ausschließlich beim WAC. "Es macht enormen Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten - auch wenn die Ergebnisse zuletzt ausgeblieben sind."

Quelle: APA

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