Bundesliga

St. Pölten will nach Einkaufstour nichts vom Abstieg wissen

Bundesligist SKN St. Pölten hat auf das Ende seiner Transfersperre mit gleich sechs Neueinkäufen reagiert. Dem Abstiegskampf nach der Punkteteilung will der Tabellen-Neunte mit einer stabilisierten Defensive möglichst schnell entkommen. Ein Stürmer soll trotzdem bald unterschreiben.

SKN-Trainer Alexander Schmidt SN/APA/ERWIN SCHERIAU
SKN-Trainer Alexander Schmidt

SKN-Trainer Alexander Schmidt hat sich in der Wintervorbereitung vor allem der löchrigen Defensive gewidmet. Mit 44 Gegentoren (2,4 im Schnitt) stellten die Niederösterreicher die drittschlechteste Abwehr der Liga, nur die Reihen von Mattersburg und WSG Tirol (je 47) waren lichter. "Wir haben uns im Defensivverbund stark verbessert", befand Schmidt nun, zwei Tage vor dem Viertelfinale im ÖFB-Cup gegen Wacker Innsbruck (18.00 Uhr).

Eingeübt wurde mit teilweise neuem Personal. Stefan Stangl, Michael Schimpelsberger, Christoph Klarer (leihweise Southampton) und Sechser Nico Gorzel (früher Liefering) kamen in der Defensive neu dazu. Die Winter-Abgänge betreffen aber vor allem Stürmer: Mit Husein Balic (LASK), Rene Gartler (Juniors OÖ) und Roope Riski (Helsinki) verlor man Qualität und Erfahrung. Schmidts Trainingslager-Fazit lautete daher wenig verwunderlich: "Im Spiel nach vorne müssen wir noch zulegen." Ergänzend: "Das vordere Drittel kostet aber auch mehr als der Rest."

Dem ungeachtet, wird der SKN nach der im Jänner 2019 von der FIFA ausgesprochenen und mit Jahresanfang aufgehobenen Transfersperre - Hintergrund war ein Rechtsstreit um Ex-Spieler Alhassane Keita, der den Bundesligisten belastet hat - noch ein siebentes Mal tätig werden. Neben Nicolas Meister, einem Salzburger Youth-League-Sieger, und Alan (Ex-BW-Linz), dürfte mit Cory Burke (28) noch ein klassischer Mittelstürmer signieren. Der 1,93 m große Nationalspieler Jamaikas war bereits im Türkei-Trainingslager dabei.

"Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, wird er morgen fix zu uns stoßen", sagte Andreas Blumauer, der Generalmanager des SKN. Schmidt wäre mit der Einkaufstour zufrieden: "Nach so einer Transfersperre kann man nicht sofort alles ausgleichen. Wir haben viele Spieler geprüft und aus unserer Sicht das Optimale herausgeholt."

Mit nur drei Punkten Vorsprung auf Schlusslicht WSG Tirol gingen die Niederösterreicher in die Winterpause. Der Abstiegskampf wurde bei der Frühjahrsauftakt-Pressekonferenz nur am Rande gestreift. So soll es bleiben. Schmidt: "Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Alles andere ist ein Bonus." Vorerst bleibt das Fragezeichen, wie schnell die Neuen integrierbar sind. Die Vorbereitung, in der seine Mannschaft kein Spiel "nicht immer als besseres Team" (Schmidt) - verlor, gefiel mit einer Ausnahme: "Teilweise waren über zehn Spieler krank. Das war bedenklich. Aber da sind wir jetzt gut rausgekommen."

Ins Auge gestochen ist dem Trainer der 17-jährige Christoph Messerer, der aus dem Mittelfeld der Amateure befördert wurde. "Wenn er sich weiter so entwickelt, ist er in einem Jahr ein gestandener Bundesligaspieler." Messerers Weg sieht der ehemalige Nachwuchscoach von Red Bull für den SKN als alternativlos an. "Der SKN braucht Talente, die sich entwickeln. Das muss unser Weg sein."

Auch weil bekanntlich das Land Niederösterreich künftig weniger finanzielle Mittel beisteuern wird. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre wird für den Club mit dem laut Eigendefinition siebentgrößten Budget der Liga (8,6 Mio. Euro) kaum beizubehalten sein. Der bisherige Sponsor Gottfried Denner stieg immerhin zum Exklusivpartner auf, wie am Mittwoch bekannt wurde. Der Firmenname sei nur am Rande erwähnt: "Abfall bringt Geld".

Quelle: APA

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